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Die dispositiven Faktoren

  • Erich Gutenberg
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 1)

Zusammenfassung

Die Geschäfts- und Betriebsleitung, der vierte Produktivfaktor, wird hier als das Zentrum, als die eigentlich bewegende Kraft des Betriebsprozesses aufgefaßt. Im Gesamtsystem der Träger betrieblicher Willensbildung stellt sie den entscheidenden Faktor dar. In ihr kulminiert jede betriebliche Planung und Entscheidungsbefugnis, sofern nicht die übrigen Träger betrieblicher Willensbildung aktiv Anteil an der Leitung des Betriebes nehmen. Bereits an anderer Stelle ist der Nachweis erbracht worden, daß es sich bei diesem vierten „kombinativen“ Faktor um ein vielschichtiges Gebilde handelt. Als Träger der betrieblichen Impulse, als Motor gewissermaßen der betrieblichen Dynamik durchdringt und formt dieser Faktor das gesamte betriebliche Geschehen. Zwar versachlicht und entindividualisiert sich der betriebliche Vollzug in immer noch zunehmendem Maße und immer mehr werden Improvisation durch Planung und Spontaneität durch Methodik ersetzt. Dennoch finden sich in jeder Entscheidung, die von der Geschäfts- und Betriebsleitung gefaßt werden muß, Momente, die rational nicht weiter auflösbar und faßbar sind, weil sie aus der Individualität der die Entschlüsse fassenden Personen stammen und von ihrer Gabe zeugen, den Argumenten jeweils jenes Gewicht zu geben, das ihnen in Wirklichkeit zukommt. Hierin liegt das Geheimnis „richtiger“ Entscheidungen.

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Literatur

  1. 1.
    Taylor, F. W., u. Wallichs: Die Betriebsleitung (shop management). Berlin 1912. — Taylor, F. W.: Die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung. München 1919. Vgl. neuerdings auch vom speziell betriebswirtschaftlichen Standpunkte aus C. Sandig, Die Führi’ng des Betriebes — Betriebswirtschaftspolitik, Stuttgart 1953.Google Scholar
  2. 1.
    In diesem Sinne auch wohl E. SchÄfer, Die Aufgaben der Absatzwirtschaft, Leipzig 1943 und Grundlagen der Marktforschung, Köln-Opladen 1953. Ferner Sandig, C., Bedarfsforschung, Stuttgart 1934.Google Scholar
  3. 1.
    Vgl. hierzu G. Fischer, Die Betriebsführung und ihre Aufgaben, Z. f. Betriebswirtschaft, Jg 1958, S. 1ff., S. 90ff., S. 242ff.; K. Junherstorff, Die Wissenschaft des Management, Z. f. Betriebswirtschaft, Jg 1958, S. 346ff.; K. Bender, Die Führungsentscheidung im Betrieb, Stuttgart 1957; L. L. IL. Letschko, Management und Betriebswirtschaft, Wien 1955. P. E. Drucker, Practice of Management, New York 1954, deutsche Ausgabe, Praxis des Management, Düsseldorf 1956; Meckler, Management, Stuttgart 1956; H. A. Smzox, Administrative Behavoir, New York 1957.Google Scholar
  4. 1.
    Zur Ableitung dieses Satzes, der hier nur der Vollständigkeit und Systematik wegen angeführt wird, sei auf die Teile II und Iii dieser Untersuchung verwiesen. Nur weil die praktischen Probleme der Planung, welche die Ausführungen in diesem Abschnitt allein bestimmen, nicht ohne wenigstens andeutende Skizzierung der planungstheoretischen Substanz dargestellt werden können, ist auf die theoretischen Orientierungspunkte der Planung eingegangen. Die Ausführungen finden also ihre Ergänzung in den beiden folgenden Teilen der Untersuchung.Google Scholar
  5. 1.
    Siehe unter anderen H. y. Staob:Elberg, Grundlagen der theoretischen Volkswirtschaftslehre, vor allem S. 77 ff. Bern 1948.Google Scholar
  6. 1.
    So gewiß nun die neuere ex-ante-und die ex-post-Betrachtung nur ein Hilfsmittel und Instrument der Theorie ist und keinerlei kausal-analytische Erklärung tatsächlichen Verlaufes entlang der Kalenderzeit zu liefern vermag, so gewiß ist es auf der anderen Seite doch, daß die Situation zu Beginn der Planung der Alternativ-Situation ähnelt, die der theoretischen Konstruktion einer ex-ante-Betrachtung zugrunde liegt, und auf die vor allem die betriebswirtschaftliche Analyse der absatz-und preispolitischen Probleme nicht verzichten kann. BetrachtetGoogle Scholar
  7. 1.
    Akerman, J.: Das Problem der sozialökonomischen Synthese, vor allem. S. 261ff., und die sich mit diesem Problem befassende Literatur. Lund 1938.Google Scholar
  8. 2.
    Beste, Tu.: Produktionsplanung. Z. f. handelswiss. Forschung, Bd. 32 (1938) S. 345. — Der Stand der betriebswirtschaftlichen Planung. Z. f. handelswiss. Forschung, Bd. 36 (1942) S. 117 u. S. 174ff. — Henzel, F.: Planwirtschaft der Unternehmung. Z. f. Betriebswirtschaft (1933) S. 257ff. — Betriebsplanung. Wiesbaden 1949. — Lohmann, M.: Der Wirtschaftsplan der Unternehmung. Berlin-Leipzig-Wien 1930. — Alford, L. P.: Laws of Management, in Production Handbook, S. 69ff. New York: L. P. Alford a. I. R. Bangs 1947. — Drescher: Fertigungsvorbereitung Awe. Schrift, Nr. 247. Berlin 1947. —Abromett, G.: Erzeugnisplanung und Produktionsprogramm, Wiesbaden 1955.Google Scholar
  9. 3.
    Alford, L. P.: a. a. O., S. 69.Google Scholar
  10. 1.
    Hier sei auf das grundlegende Buch von E SchÄFer, Grundlagen der Marktbeobachtung, 3. Aufl., Köln-Opladen 1953, verwiesen.Google Scholar
  11. 1.
    Vor allem in dem Aufsatz über Produktionsplanung, Z. f. handelswiss. Forschung, Bd. 32 (1938) S. 340, und in dem Aufsatz über den Stand der betriebswirtschaftlichen Planung, ebenda Bd. 36 (1942) S. 117–174. Vgl. auch W. Hasenack, Die Vorschau als Element der Budgetrechnung. Z. f. Betriebsw. Bd. 10, H. 1, und „Das Unternehmungsbudget“ in: Die Betriebsw. Bd. 23, H. 1.Google Scholar
  12. 1.
    Zur optimalen Seriengröße vgl. die Ausführungen auf S. 336.Google Scholar
  13. 1.
    Vgl. hierzu die Untersuchungen von A. G. Hart, Anticipations, Uncertainty, and Dynamic Planning, The University of Chicago Press 1940, auf die auf S. 311 ff. eingegangen wird, sowie die Untersuchungen, die E. Schneider diesem Problem in seinem Buche „Einführung in die Wirtschaftstheorie“, II. Teil, Tübingen 1948, widmet. Außerdem zum Problem der Produktionsplanung die Ausführungen auf S. 295 ff. dieser Arbeit.Google Scholar
  14. 1.
    Vgl. hierzu insbesondere: Rena DE ValliÈRE, „Die Grundvoraussetzungen der industriellen Terminorganisation“, in Industrielle Organisation, herausgegeben vom Betriebswirtschaftlichen Institut der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, 17. Jg., S. 46.Google Scholar
  15. 1.
    Für die Planung des Betriebsmitteleinsatzes gelten im übrigen sinngemäß alle Ausführungen, die hierzu unter betriebspraktischen Aspekten bei der Analyse des qualitativen Niveaus der Betriebsmittel gemacht wurden (s. insbesondere im ersten Kapitel unter II B) und auch alle Erörterungen, die diesen Problemen unter mehr theoretischen Aspekten gewidmet werden (s. vor allem viertes Kapitel Iii 3).Google Scholar
  16. 1.
    Die Forderung nach genauen Arbeitsanalysen für den Zweck der Arbeitsplanung ist neuerdings auch auf dem B. International Management Congress in Stockholm erhoben worden, der im Jahre 1947 stattfand (Betriebswirtschaftliche Beiträge, Bremen, Nr. 2, S. 18). Im übrigen sei auch auf das Formblatt hingewiesen, das das United State Department of Labor und das United State Employment Service entworfen haben (vgl. DAi.E Yoder, a.a.O., S. 103, 105, 111).Google Scholar
  17. 1.
    Nur von Eingangslägern, nicht von Zwischenlägern oder Fertigfabrikate-lagern ist hier die Rede. Das Problem der Zwischenläger gehört in die Ablaufplanung, das der Fertigfabrikateläger in den Bereich der Absatzwirtschaft.Google Scholar
  18. 1.
    Auf die Risiken solcher Kontrakte bei sich ändernden Wirtschaftslagen, insbesondere sich ändernden Preisen, soll hier nicht näher eingegangen werden.Google Scholar
  19. 1.
    Henrruo: a.a.O., bes. S. 66, 67.Google Scholar
  20. 1.
    Diesen Zusammenhang hat meines Wissens zuerst H. NIcKliscH in der Formel: Meldebestand = Frist der Heranführung des Materials (F) mal in der Zeiteinheit in die Fertigung übergehende Menge (U) festgestellt (F X U= Meldemenge). Nic$rascu, H.: Die Betriebswirtschaft, S. 432. Stuttgart 1932. Vgl. aber auch die Bestimmung des Begriffes der „Bestellmenge“ bei G. Meyer, Die Auftragsgröße in der Produktions-und Absatzwirtschaft, Leipzig 1941.Google Scholar
  21. 1.
    Das Dilemma der Ablaufplanung: Beschleunigung der Durchlaufzeit und optimale Betriebsmittelauslastung. 2. Terminplanung. 3. Das Problem der „Zwischenlagerungen“. 4. Zum Problem der Kostenplanung.Google Scholar
  22. 1.
    Vgl. hierzu Ellinger, TE., Ablaufplanung, Stuttgart 1959; Weinberg, F., Termin-Grobplanung, Zürich 1954.Google Scholar
  23. 1.
    Zu diesen Ausführungen siehe vor allem MÄC%Bach-Kienzle, Fließarbeit, vor allem S. 217, 270 u. S. 33ff., Berlin 1926; ferner K. W. Hennig, Betriebswirtschaftslehre der industriellen Fertigung, Braunschweig 1948. 2. Aufl., S. 63.Google Scholar
  24. 1.
    Bogdanow, A.: Allgemeine Organisationslehre, Bd. I u. II. Leipzig 1926 u. 1928. — Plenge, J.: Drei Vorlesungen über die allgemeine Organisationslehre. Essen 1919. — Spann, P.: Fundament der Volkswirtschaftslehre, Wien 1923, und Nicklisch, H.: Der Weg aufwärts! — Organisation. Stuttgart 1934.Google Scholar
  25. 1.
    Fayol, H.: Administration industrielle et générale 3e livraison de 1916. Paris 1925. — Nordsieck, H.: Grundlagen der Organisationslehre. Stuttgart 1934. — Hennig, K. W.: Betriebswirtschaftliche Organisationslehre, 3. Aufl. Heidelberg 1957. — Ulrich, H.: Betriebswirtschaftliche Organisationslehre. Bern 1947. — Schnutenhaus, R.: Allgemeine Organisationslehre. Berlin 1951. — Linhardt, H.: Grundlagen der Betriebsorganisation. Essen 1954. — PoTthoff, E.: Betriebsorganisation in: Handbuch der Wirtschaftswissenschaften, Bd. I. Köln-Opladen 1958. — Beacham, A.: Economics of Industrial Organization, 2end ed. London 1951. — Holden-Fish-Smith: Top-Management Organization and Control. New York 1951. — Metcalf and URwIck: Dynamic Administration. New York a. London 1942. — Dall, E.: Planning and Development the Company Organization Strukture, 2end Printing. New York 1953. — Pasdermadjian, H.: Le Gouvernement des Grandes Organisations. Paris 1947. — Wirtz, C.: Die Grundformen der Leistungsorganisation in Unternehmungen, Z. f. handelswissen. Forschung 13, 1950, S. 311 ff. — Gasser, CH.: Die Organisation amerikanischer Konzerne, Z. f. handelswissen. Forschung, Jg. 1953, S. 182ff. — Gasser, CH.: Die optimale Organisationsstruktur, in „Industrielle Organisation“, Jg. 1952, S. 325ff. — Albach, H., Zur Theroie der Unternehmungsorganisation, Z. f. handelswissenschaftliche Forschung, Jg. 1959, S. 238ff. — KosloL, E., Grundlagen und Methoden der Organisationsforschung, Berlin 1959. Derselbe, Organisation des Entscheidungsprozesses, Berlin 1959.Google Scholar
  26. 2.
    Arbeitskreis Dr. KRÄHE, Aufgaben und Abteilungsgliederung in der industriellen Unternehmung, Köln-Opladen 1950; derselbe, Konzernorganisation, Aufgaben und Abteilungsgliederung im industriellen Unternehmungs-Verbund, KölnOpladen 1952.Google Scholar
  27. 1.
    Hennig, K. W.: Betriebswirtschaftliche Organisationslehre, 2. Aufl., S. 13ff. Berlin-Göttingen-Heidelberg 1948. Vgl. hierzu auch F. Nordsieck, Grundlagen der Organisationslehre, Stuttgart 1934, und H. BöHrs, Grundlagen der Arbeitsorganisation im Fabrikbetrieb, Berlin 1943.Google Scholar
  28. 1.
    Merkwürdigerweise verwendet Hennig den Begriff der fallweisen Regelung nicht, obwohl dieser Begriff doch den natürlichen Gegenbegriff zur generellen Regelung bildet. Dadurch, daß er den Begriff der Disposition als einen nicht zum Bestande des Organisatorischen gehörenden Begriff verwendet, reduziert er den Inhalt der Organisation zu sehr auf den Begriff der generellen Regelung, obwohl doch die fallweise Regelung ganz ohne Zweifel ein organisatorisches Phänomen darstellt.Google Scholar
  29. 1.
    Es sei hier vor allem auf das Organisationslexikon, herausgegeben von LE Coutre und Thome, Berlin 1930, verwiesen, welches über die in Frage kommenden sachlichen Organisationsmittel Aufschluß gibt; insbesondere aber auch auf LE Coutre, Betriebsorganisation, Berlin 1928. Das Buch enthält eine vorzügliche Darstellung der sachlichen Organisationsmittel. Vgl. auch MecmLer, Die betriebswirtschaftliche Organisationsprüfung, vor allem S. 114ff., Berlin 1949.Google Scholar
  30. 1.
    Über die Abgrenzung des Begriffes Improvisation zum Begriff der Organisation sei vor allem auf K. W. Hennig, Betriebswirtschaftliche Organisationslehre, S. 17, Berlin 1948, und den Aufsatz von A. Böuns über Planung, Improvisieren und Organisieren in Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Bd. 2 (1950) S. 20 verwiesen.Google Scholar
  31. 1.
    Vgl. auch Schramm, W., Die betrieblichen Funktionen und ihre Organisation, Berlin 1936, Riester, H. W., Die Organisation, in Prion, W., Die Lehre vom Wirtschaftsbetrieb, Bd. Iii, Berlin 1936, und die Ausführungen zu diesem Gegenstande bei Lohmann, M, Einführung, a. a. O., S. 181 ff., und SchÄFer, E., Die Unternehmung, Bd. I, S. 105ff., Opladen 1949, GRÖSsle, H. K., Der Mensch in der industriellen Fertigung, Wiesbaden 1957.Google Scholar
  32. 1.
    Der Versuch von H. A. Simon, diese Grundsätze vom Phänomen der Entscheidung her zu vereinheitlichen, ist zu weit angelegt, um eine für unseren speziellen Fall befriedigende Lösung zu geben (Administrative Behavior, NewYork, 2. Aufl. 1959, deutsch: Das Verwaltungshandeln, Stuttgart 1955.)Google Scholar
  33. 1.
    Vgl.auch H. Ulrich, Betriebswirtschaftliche Organisationslehre, Bern 1949, S. 175ff., ferner das „Organisationsbrevier“, Bern und Köln-Opladen 1955.Google Scholar
  34. 1.
    Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, S. 181ff., Tübingen 1949.Google Scholar
  35. 1.
    Im einzelnen sei verwiesen auf E. Schmalenbach, Pretiale Wirtschaftslenkung, Bd. 1; Die optimale Geltnngszahl, Bd. 2, Bremen 1947; Die pretiale Lenkung des Betriebes, Bremen 1948.Google Scholar
  36. 1.
    Zum Problem der praktischen Durchgliederung der Betriebe in Abteilungen sei vor allem auf die Untersuchung des Arbeitskreises Dr. KRÄHE, Schmalenbachvereinigung, Köln-Opladen 1950, und die bereits erwähnte Literatur hingewiesenGoogle Scholar
  37. 1.
    Fayol, H., Administration industrielle et génerale, Paris 1917, deutsche Ausgabe, Allgemeine und industielle Verwaltung, München und Berlin 1929.Google Scholar
  38. 1.
    Vgl. hierzu vor allem auch Simon, H. A., Administrative Behavior, 2. Aufl., New York 1959; Bernard, Ch. J., The Funktions of the Executive, Cambridge, Mass., 1951; GrÖssle, H. K., a. a. O., S. 87; Albach, H., a. a. O., S. 248ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1961

Authors and Affiliations

  • Erich Gutenberg
    • 1
  1. 1.BetriebswirtschaftslehreUniversität zu KölnKölnDeutschland

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