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Photographische Methoden

  • Gustav Kortüm
Part of the Anleitungen für die Chemische Laboratoriumspraxis book series (LABORATORIUM, volume II)

Zusammenfassung

Photographische Maßmethoden (Spektrographie) dienen ausschlieBlich2 zur Ermittlung absoluter Extinktionskoeffizienten als Funktion der Wellenlänge, sie sind deshalb als Spezialfall der Spektrometrie zu betrachten. Die Langwierigkeit der photographischen Methoden hat bewirkt, daß sie mehr und mehr von den lichtelektrischen Methoden verdrängt werden, doch behalten sie für manche speziellen Zwecke auch heute noch ihre Bedeutung, worauf S. 293 schon hingewiesen wurde. Die heute ausschließlich verwendeten Verfahren der „Vergleichsspektren“1 beruhen auf folgendem Meßprinzip: Es werden Doppelspektren einer Strahlungsquelle photographiert, von denen das eine durch den zu untersuchenden Stoff, das andere durch eine Lichtschwächung bekannter Extinktion geschwächt ist. Stellen gleicher Schwärzung auf der photographischen Platte entsprechen gleicher Bestrahlungsstärke und damit gleicher Extinktion von Meßprobe und Lichtschwächung, so daß nach dem Lambert-Beerschen Gesetz bei gegebener Schichtdicke entweder e oder c berechnet werden kann. Der eigentliche Meßvorgang besteht demnach in der Ermittlung der Wellenlängen, bei welchen beide Spektren die gleiche Schwärzung S aufweisen. Die Genauigkeit des Meßergebnisses ist einerseits begrenzt durch die Genauigkeit, mit der diese Stellen aufgefunden werden können, und andererseits durch die Genauigkeit, mit der gleiche Bestrahlungsstärken von benachbarten Stellen der photographischen Platte in Form von gleichen Schwärzungen registriert werden.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Gustav Kortüm
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

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