Zusammenfassung

Es wurde schon hervorgehoben, daß die Materialauswahl für Bauwerke aus Beton, insbesondere für Wasserbauten, nicht unter den gleichen Gesichtspunkten erfolgen sollte, wie diejenige für Bauwerke aus Eisenbeton. Im folgenden wird gezeigt, daß diese Forderung bei der Wahl des Bindemittels noch mehr zu beachten ist als bei derjenigen der Zuschlagsstoffe und der Konsistenz. Bei der Wahl des Bindemittels nun die Literatur als alleinigen Wegweiser zu benützen, ist unseres Erachtens nach untunlich, wenn man bedenkt, daß die Betonforschung sich meist nicht von einer gewissen Einseitigkeit freimachen konnte, indem sie die Druckfestigkeit, allenfalls noch die Biegefestigkeit als „Gütemaßstab“ ansah und in ihren Schlußfolgerungen oft dem Fehler verfiel, spezielle Fälle zu verallgemeinern. Vielfach lassen sich auch bestimmte Interesseneinflüsse im Schrifttum verfolgen, die zu manchen scheinbaren Widersprüchen geführt haben. Wir sind deshalb mit Graf der Auffassung, daß „bei wichtigen Arbeiten Anlaß gegeben ist, den Zement durch besondere Versuche auszuwählen“1, halten diese Versuche für die Baupraxis aber nur dann für wertvoll, wenn sie unter größtmöglicher Anpassung an die für den Bau gegebenen Verhältnisse vorgenommen werden.

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Literatur

  1. 1.
    O. Graf: Aufbau des Mörtels und des Betons. S. 104. Berlin:,Julius Springer 1930.Google Scholar
  2. 1.
    Siehe unsere Ausführungen S. 5 und 19.Google Scholar
  3. 1.
    Graf -Göbel: Schutz der Bauwerke, S. 35. Berlin: W. Ernst & Sohn 1930.Google Scholar
  4. 1.
    Über die Herstellung finden sich nähere Angaben: TraßportlandZement. Neuwied: Strüder 1929.Google Scholar
  5. 2.
    Über die Herstellung finden sich nähere Angaben: Stein Holz Eisen 1928 W. 29.Google Scholar
  6. 3.
    Näheres bei E. Rissei: Materialprüfungen im Rahmen der Baukontrolle bei Betonbauten. Beton u. Eisen 1929 S. 381. — Über die gesamte hier durchgeführte Bau-und Baustoffkontrolle wird noch an anderer Stelle zusammenfassend berichtet werden.Google Scholar
  7. 4.
    Vgl. dazu die Prüfungsergebnisse mit Bauwerksbeton im 1. Teil.Google Scholar
  8. 1.
    Zum Beispiel: E. Probst u. K. Dorsch: Zement 1929 S. 292 und 338.Google Scholar
  9. 2.
    Nach K. Biehl soll „aggressive“ Kohlensäure nur dann dem Beton schädlich sein, wenn der p11-Wert des Wassers gleich oder kleiner als 7,0 ist. (Zement 1928 S. 1102). -- Die ph-Werte sind mit dem Folien-Kolorimeter nach Wulf f ermittelt.Google Scholar
  10. 3.
    Vgl. Abb. 5, Prüf-Nr. 554=63, St. 60–65. — Wasserdurch - lässigkeits- Prüfungen von Beton, der in aggressivem Wasser gelagert hatte, wurden damit unseres Wissens nach zum ersten Male durchgeführt. Die Betonforschung hat sich bis heute auf Festigkeitsund verwandte Prüfungen beschränkt, was nach unseren Erfahrungen, über die wir im vorletzten Abschnitt dieser Arbeit näher berichten, zu Fehlurteilen über die einzelnen Zementsorten führen dürfte. Versuche, die sich auf noch längere Zeiträume erstreckten, oder solche mit konzentrierten Lösungen, wie sie wünschenswert gewesen wären, konnten wir erst später in Angriff nehmen. Vorweg sei genommen, daß diese Pntersuchungen bis jetzt unsere früheren Befunde und unsere Ansichten im wesentlichen bestätigen.Google Scholar
  11. 2.
    Außer den in der vorliegenden Arbeit aufgeführten Zementen werden hierbei u. a. „höchstwertiger“ Portland-Zement, sowie Mischungen von Traß-Kalk-Zement und Thurament-Zement geprüft. Über die Ergebnisse wird s. Z. berichtet werden.Google Scholar
  12. 1.
    Wo bisher nichts über Lagerung gesagt ist, handelt es sich stets um die als „normal“ bezeichnete „Luftlagerung”, d. h. die Körper blieben bis zum 7. Tage unter feuchten Tüchern und lagerten dann auf Lattenrosten an der Luft (alle Körper für Versuche im gleichen Raum bei 15–18° C). Diese Lagerung entsprach den „Bestimmungen des D. A. f. E.“ für Würfel. (Siehe auch E. Rissei: Neue Formen und einfache Apparatur zur Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit von Beton. Zement 1930 S. 532).Google Scholar
  13. 2.
    Vgl. Zusammenstellung 3, Fußnote 5.Google Scholar
  14. 3.
    Gewichtsprozente der Trockenmischung.Google Scholar
  15. 4.
    Vgl. Fußnote 2 der Zusammenstellung 11.Google Scholar
  16. 5.
    Näheres im 1. Teil.Google Scholar
  17. 6.
    Näheres siehe Text.Google Scholar
  18. 7.
    Mittelwerte aus je 2 Körpern. Die Wasserdurchlässigkeit ist als Mittelwert der Einzelmaxima angegeben.Google Scholar
  19. 8.
    Eine Scheibe beim Einspannen zerbrochen.Google Scholar
  20. 9.
    Die 10 cm dicken Körper blieben bei einer 7tägigen Prüfung auf der dem Druckwasser gegenüberliegenden Seite vollkommen trocken.Google Scholar
  21. 10.
    Feuchte Stellen, keine Tropfenbildung.Google Scholar
  22. 1.
    Laufende Prüfungen von Zement auf Druckfestigkeit mit Betonwürfeln 2020, die sich über einen Zeitraum von über 3 Jahren erstreckten, bestätigten einerseits die auch anderwärts festgehaltene Tatsache, daß bei dieser Prüfungsart kleinere Streuungen vorkommen, als bei der Prüfung nach den Normen und lehrten andererseits, daß die Betonprüfungen auf Änderung der Zementqualität schärfer reagieren als die Mörtelprüfungen nach den Normen.Google Scholar
  23. 1.
    E. Probst: Mörtel und Beton. !Zement 1928 S.“943. — Graf -Göbel: Schutz der Bauwerke, S. 47. Berlin: W. Ernst & Sohn 1930.Google Scholar
  24. 1.
    Die Verallgemeinerung, statt SO3-haltige Wässer aggressive Wässer zu setzen, geschieht auf Grund anderer Versuche, die eine gewisse Parallelität im Verhalten verschiedener Zementsorten gegen SO3 und andere Agenzien, z. B. CO2, erkennen ließen.Google Scholar
  25. 2.
    In Abb. 31 sind die Werte für erdfeuchten Beton durch ausgezogene, diejenigen für plastischen Beton durch gestrichelte oder strichpunktierte Linien verbunden. — Näheres ist der Zusammenstellung 16 zu entnehmen.Google Scholar
  26. 1.
    Eigene Versuche bestätigten diese schon aus der Frühzeit der Hochofen-Zementfabrikation bekannte Tatsache. Bei den Versuchen konnten Zement und ein Farbstoff weder durch Handmischung noch durch Schütteln in einer Trommel — entsprechend dem Vormischen bei Verwendung von Traß und Zement statt Traßzement — so innig vermischt werden, daß mit unbewaffnetem Auge unter einer Glasscheibe die beiden Farben nicht mehr voneinander zu unterscheiden waren. Erst durch Handmischung und Trommelmischung und mehrmaliges Durchtreiben durch ein 0,6-mm-Sieb wurde ein einheitlicher Farbton erhalten. — Daß das Vormischen auf der Baustelle nicht zu besseren Resultaten führt. lehrten Betonkörper aus Bauwerksbeton einer anderen Baustelle. Dort wurden Traß und Hochofen-Zement verwendet. Der Beton war, trotzdem er mehr Zement (Zement ohne Traß !) enthielt als unser Bauwerksbeton, stark wasserdurchlässig.:Die Betonkörper ließen nach dem Durchschlagen auf dem bläulichen Grund des Hochofen-Zement-Betons deutlich weiBe Schichten von Traß erkennen. Von einer innigen Mischung konnte also keine Rede sein. — Es ist uns daher ganz unerklärlich, wie von anderer Seite (Zbl. Bauverw. 1931 S. 641) gefunden werden konnte, daß vorgemischte Gemenge von Traß und Zement sich besser verhalten sollen als Traßzement, zumal beim gemeinsamen Vermahlen offenbar auch chemische Reaktionen (siehe Text) vor sich gehen. Ihre Erklärung dürften diese abweichenden Ergebnisse und die übrigen mit unseren Untersuchungen und denjenigen anderer unabhängiger Stellen nicht übereinstimmenden Befunde in den von praktischen Verhältnissen stark abweichenden Versuchsbedingungen finden.Google Scholar
  27. 1.
    Ingenieur, Haag 1931 Nr. 21.Google Scholar
  28. 1.
    Vgl. die Zusammenstellungen.Google Scholar
  29. 1.
    Die Verarbeitbarkeit des Betons wird bei der gleichen Zementsorte durch Feinmahlung erhöht; bei unterschiedlichen Zementsorten ist der Einfluß des chemischen Aufbaues größer als derjenige der Mahlung. Zemente, die Beton hoher Geschmeidigkeit liefern, bieten dem Baupraktiker — neben der Möglichkeit, den Wasserzusatz niedriger zu halten — den Vorteil, daß er den Anteil seines Kieses an Grobem (über 7 mm) erhöhen, also bei vorgeschriebenem Zementgehalt pro Kubikmeter einen fetteren Mörtel erhalten oder bei ausreichender Betongüte Zement einsparen kann. Für den mehr und mehr an Bedeutung gewinnenden Gußbeton ist dies unter Umständen von besonderem Wert. Als Beispiel sei folgendes festgehalten: Während Bethke (Das Wesen des Gußbetons. Berlin: Julius Springer 1924) bei Verwendung eines Portland-Zementes mit 13% Rückstand auf 5000 Maschen für entmischungsfreie Gießbarkeit des Betons einen Mindestsandgehalt von 40% brauchte, erhielten wir bei Verwendung von Traßportland-Zement, der 7% Rückstand auf 10000 Maschen hinterließ, mit 37% Sand, Gußbeton, der mit 100 mm Größtkorn ohne jede Entmischung die Gießrinne passierte und zu der Annahme berechtigte, daß auch Kies mit noch kleinerem Sandgehalt entmischungsfrei zu gießenden Beton ergäbe.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1933

Authors and Affiliations

  • H. Vetter
    • 1
  • E. Rissel
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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