Zusammenfassung

Ätzmittel werden meist angewendet, um lebendes Gewebe zu zerstören und zu entfernen; in einzelnen Fällen jedoch dienen sie auch dazu, bereits abgestorbenes so zu verändern, daß es leichter entfernt werden kann. — Die Ätz Wirkung vieler Mittel beruht zum größten Teile darauf, daß sie sehr leicht Wasser anziehen und dieses deshalb den Zellen entnehmen; dadurch wird das Gewebe, dessen Existenz an einen bestimmten Wassergehalt geknüpft ist, zum Absterben gebracht. Ferner vermögen alle diese Mittel sich an das Eiweiß, das Protoplasma der Zellen, anzulagern, mit ihm feste chemische Verbindungen einzugehen, die ebenfalls mit deren Fortleben unvereinbar sind, und zwar zum Teil deshalb, weil diese Verbindungen unlöslich sind; man spricht dann davon, daß das Ätzmittel das Eiweiß gefällt, koaguliert habe. Von der Art dieser Verbindungen (ob sie weich, löslich sind oder nicht) hängt die Natur des durch die Ätzung gebildeten Schorfes ab. — Die Haut des Menschen besteht zum Teil aus Hornsubstanzen; Ätzung durch die intakte Haut hindurch ist daher nur möglich mit Hilfe von Substanzen, die Hornge-bilde aufzulösen vermögen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1920

Authors and Affiliations

  • Johannes Biberfeld

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