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Zur Problemstellung der Studie

  • Wolfgang de Boor

Zusammenfassung

An den Lebensgeschichten einiger Menschen, deren soziales Schicksal durch den Konflikt mit der Rechtsordnung die für unsere Studie entscheidenden Akzente erhielt, sollen Gesichtspunkte für eine kritische Betrachtung folgender forensischer Fragen entwickelt werden:
  1. 1.

    Die Vieldeutigkeit der Begriffe ‚krankhaft‘ und ‚seelische Störungen‘ in den §§ 24 und 25 des Entwurfes 1962.

     
  2. 2.

    Das Problem der ‚Gleichwertigkeitsklausel‘ in den §§ 24 und 25 des Entwurfes 1962.

     

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Literatur

  1. 1.
    Die Vieldeutigkeit der Begriffe,krankhaft` und,seelische Störungen` in den §§ 24 und 25 des Entwurfes 1962.Google Scholar
  2. 2.
    Das Problem der,Gleichwertigkeitsklausel` in den §§ 24 und 25 des Entwurfes 1962.Google Scholar
  3. 26.
    Ludewig, E.: Beurteilung der psyd:ischen Krankheit usw. Med. Diss. Köln 1963, 5.124 ff.Google Scholar
  4. Irle, G.: Du „Präcoxgefühl“ in der Diagnostik der Schizophrenie. Arch. Psydbiatr. u. Z. Neur. 203, S. 385 ff, (1962).Google Scholar
  5. 28.
    Psychopathologie: Die Wissenschaft von den abnormen seelischen Erscheinungen.Google Scholar
  6. Jasreas in dem Einführungskapitel der Allgemeinen Psychopathologie: „Unser Thema ist der ganze Mensch in seinem Kranksein, soweit es seelisdses und seelisch bedingtes Kranksein ist.` (Allg. Psydmpathol. 4. Aufl., S. 6).Google Scholar
  7. Kurt Schneider: „Die klinische Psydhopathologie befaßt sich mit dem seelisch Abnormen im Hinblidc auf klinische Einheiten und wird so zur psychopathologischen Symptomlehre und Diagnostik.“ Vorwort zur 4. Aufl. der Klinischen Psychopathologie, 1962.Google Scholar
  8. 29.
    Kolle, K.: Die Schuldfrage aus der Sicht des Psychiaters. Njw 1960, S. 2224.Google Scholar
  9. 30.
    Jnseeas, K.: Eifersuchtswahn. Ein Beitrag zur Frage:,Entwidclung einer Persönlichkeit’ oder,Prozeß’. Z. Near. 1, 567 (1910).Google Scholar
  10. 31.
    Der Krankheitsbegriff ist für uns gerade in der Psychiatrie ein streng medizin(sd er. Krankheit selbst gibt es nur im Leiblichen und,krankhaft’ heißen wir seelisch Abnormes dann, wenn es auf krankhafte Organprozesse zurückzuführen ist. Ohne eine derartige Fundierung psychische oder gar soziale Auffälligkeiten als,krankhaft’ zu bezeichnen, hat nur die Bedeutung eines Bildes,also keinen Erkenntniswehs.“ (Kurtr Schneider, Klin. Psychopathologie, 7. Aufl., S. 7, 1966.)Google Scholar
  11. 32).
    Schwalm, G.: Die Schuldfähigkeit nach dem Strafgeseaenrwurf 1960. Mdr 1960, S. 540.Google Scholar
  12. Die Begriffe,krankhaft` und,seelisdse Störungen` in den §§ 24 und 25 des Entwurfes 1962 11Google Scholar
  13. 33.
    v. Kress, H.: Der Krankheitsbegriff aus der Sicht des Arztes. Der Med. Sachverständige 1962, S. 245.Google Scholar
  14. 34.
    Ober den Krankheitsbegriff* aus sexualwissenschaftlicher Sicht vgl. G,Ese, H.: Psychopathologie der Sexualität. 1. Hälfte. Stuttgart 1959.Google Scholar
  15. 35.
    MÜLLnR-Hegemann, D.: Noch einige Bemerkungen zum Krankheitsbegriff. Das Dtsdh. Gesundheitswesen 17, S. 241 (1962).Google Scholar
  16. 36.
    HnxxnNsnocu, S.: Zur Frage eines theoretischen oder pragmatischen Krankheitsbegriffes usw. Mschr. Kriminologie 38, S. 190 (1955).Google Scholar
  17. 37.
    In Anlehnung an Ausführungen von MttLles-Saun [MÜLler-SuvR, H.: Zur Frage der strafrechtlichen Beurteilung von Neurosen. Arch. Psychiatr. u. Z. Neur. 194,S. 369 (1956)). über die Bestimmung des,Krankheitswertes` bei neurotischen Triebtätern.Google Scholar
  18. 38.
    a. a. O., S. 191.Google Scholar
  19. 39.
    Kolle, K.: Die Schuldfrage aus der Sicht des Psychiaters. NJ W 1960, S. 2226.Google Scholar
  20. 40.
    Lange, R.: Dcr juristische Krankheitsbegriff. In: Beiträge zur Sexualforsdsung. Heft 28. Stuttgart 1963, S. 1 ff.Google Scholar
  21. 41.
    Siehe die Akten des Landgerichtes Münster 2. Gr. Strafkammer AZ 8 KMs 1/64 u. AK 109/64 11).Google Scholar
  22. 42.
    Auf der gleichen Linie liegt es schließlich, daß Mezcen seinen ursprünglichen Antrag, den Bcgriff,krankhaft` durch,auf Krankheit beruhend’ zu ersetzen, ausdrücklich zurüdszog n ut der Begründung, in dem Halbdunkel, das man bei Verwendung des Begriffs Krankhaftigkeit habe, sei es ihm im Grunde auch wohler als bei der Verwendung des klar umgrenzten engeren Krankheitsbegriffes im Sdhneidersdhen Sinn.“ (Laune, R., a. a. O., S. 3)Google Scholar
  23. 43.
    S. Bgh St 2, 194 ff. „Wer weiß, daß das, wozu er sich in Freiheit entschließe, Unrecht ist, handelt schuldhaft, wenn er es gleichwohl tut. Die Kenntnis kann fehlen, weil der Täter infolge der in § 51 Abs. 1 StGB aufgezählten krankhaften Vorgänge unfähig ist, das Unrechtmäßige seines Tuns einzusehen. Hier ist die Unkenntnis des Täters Folge eines unabwendbaren Srhiderale.“ (a. a. 0., S. 201; Unterstreichung vom Referenten.)Google Scholar
  24. 44.
    Peters, H.: Der Krankheitsbegriff aus der Sicht des Juristen. Der Med. Sachverständige 1962,S. 248 ff.Google Scholar
  25. 45.
    Auszeichnung vorn Referenten. 46 Auszeichnung vorn Referenten. 47 Auszeichnung vorn Autor. ‘s 48 JRfPrV 27,165 und 30, 341. ‘5 49 Auszeichnung vom Ref erenten. 50 In JW 1928,S. 1755.Google Scholar
  26. 51.
    Auszeichnung vom Referenten.Google Scholar
  27. 52.
    Auszeichnung vom Ref erenten.Google Scholar
  28. 53.
    Zum Beispiel Bgh 4 StR 394/59 — Urteil vom 27. November 1959. (Veröffentlicht inGoogle Scholar
  29. Bgh Entscheidungen Bd. 14, B. 30 = Njw 1960, S.1393).Google Scholar
  30. 54.
    Auszeichnung vorn Ref erenten.Google Scholar
  31. 55.
    Zum Begriff der Perversion: H. Ghese: In: Psychopathologie der Sexualität, Stuttgart 1959, erste Hälfte S. 7. Die sexuelle Perversion wird als cm „Mißlingen personalkultureller Art“ aufgefaßt.Google Scholar
  32. 56.
    Zum Begriff der Inversion siehe S. Fneun: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Ges. Werke Bd. V. London 1949, S. 34 ff., 0.59. Der Schwerpunkt des Begriffes der,inversion’ liegt also auf der anlagebedingten Variation des Sexualtriebes, während bei der,Perversion` biographische Faktoren das sexuelle Verhalten gleichsam sekundär prägen.Google Scholar
  33. 57.
    Bgh 2 StR 393/57 — Beschluß des 2. Strafsenates vom 21. Märe 1958. Veröffentlicht in: Bgh-Entscheidungen Bd. 11, S. 304, abgedruckt in Njw 1958, S. 916.Google Scholar
  34. 58.
    Siehe die Fälle Xviii, Xix, XX, Xxi und Xxii des I. Beitrages zur Strafrechtsreform „Ober motivisch unklare Delikte“ (1959).Google Scholar
  35. 59.
    Zum Beispiel durch den Begriff der „seelischen Krankheit” anstelle der „krankhaften seelischen Störung“.Google Scholar
  36. 60.
    Inzwischen wurde vom Sonderausschuß „Strafrecht“ in der 34. u. 35. Sitzung in Berlin im Januar 1965 vorgeschlagen, das Wort „gleichwertig” dune „tiefgreifend“ zu ersetzen.Google Scholar
  37. 61.
    Vgl. die Ausführungen von J. Wrxscn über die forensische Bedeutung der Krüppelhaftigkeis. In: Gerichtliche Psychiatrie. Bern 1955, 5. 245.Google Scholar
  38. 62.
    Hierzu u Kurt Schneider in: „Klinische Psychopathologie” 5. 7, 7. Anß. 1966: „Der Krankheitsbegriff ist für uns gerade in der Psychiatrie ein streng medizinischer. Krankheit selbe gibt es nur im Leiblichen und krankhaft“ heißen wir seelisch Abnormes dann, wenn es auf krankhafte Organprozesse zurückzuführen ist.”Google Scholar
  39. 63.
    Vgl.„ Eber menschliches Versagen am Steuer” in: Med. Monatsschrift 1965, S. 1 ff. mir Hinweis auf „Sekundenschlaf’ und seine Tücken.Google Scholar
  40. 64.
    Also einem die Rechtsfolgen des § 51 StGB bedingenden Zustand.Google Scholar
  41. a Auch nach der neueren Rechtsprechung wird Einsddafen am Lenkrad als grobe Fahrlässigkcit angesehen. (Vgl. Olg München, Urteil vom 27.3. 63.7 U 575/63.)Google Scholar
  42. 65.
    RG. v. 22. 6. 1939, 3 D 439/39. Veröffentlicht in: Hödhstrid,terlidhe Rechtsprechung 15, 1060 (1939).Google Scholar
  43. 66.
    Auszeichnung vom Autor.Google Scholar
  44. 67.
    Auszeichnung vom Autor.Google Scholar
  45. 68.
    Niedersdseift über die 43. Sitzung am 10. 7. 1956, S. 6. Sinngemäß auch Maur_acn in Deutsches Strafrecht, Allg. Teil. 1954, S.379:,Da nur die,Bewußtseinsstörung` zur Zeit der Tat entsd,cidct, kommt es weder auf die Ursache noch auf die Dauer dieses Zustandes an.“Google Scholar
  46. 69.
    Kohlrausch-Lange: Strafgesetzbuds. 43. AuO. § 59 Anm. 11, S. 216.Google Scholar
  47. 70.
    Keurncuscn-LnscE: Strafgesetzbuch. 43. Aufl. Anm. zu § 55, S. 210.Google Scholar
  48. 71.
    V. Hatten, W.: Neurose, Psychotherapie und Gesetzgebung. In: Handbuch der Neurosen-lehre usw. Bd. I, S. 634 (1959).Google Scholar
  49. 72.
    Hierbei ist der oft sehr schwierig zu erkennende Unterschied zwischen dem normaler-’s gezeigten,Behaviour` des Betreffenden und seiner unter dem Behaviour verborgen liegenden Triebstruktur kritisch zu bcrödssichtigen. Die,Tar’ mag zum allseits bekannten,Behaviour` durdsaus nicht passen, sie kann aber den — sonst unterdrückten oder verborgenen — Triebbedürfnissen völlig entsprechen.Google Scholar
  50. 73.
    Zum Beispiel Utcosurscn, U.: Zurechnungsfähigkeit bei Bewußtscinsstörungen. In: Lehrbuch der gerichtlichen Medizin, 2. Aufl. Stuttgart 1957, S. 139.Google Scholar
  51. 74.
    Scrucc:., FR.: Motiv und Schuld, 1961, S. 30 ff.Google Scholar
  52. 75.
    WIrTer, H.: Affekt und Schuldunfähigkeit. Mschr. Krim. 1960, S. 26.Google Scholar
  53. 76.
    Unneurscx, U.: in Gutachten und Stellungnahmen usw. Bonn 1958, S. 126.Google Scholar
  54. 77.
    Bocuxtx, H. J., H. Lecuwse, P. Orro u. G. Wüsrcn: Tat, Täter, Zuredsnungsfähigkeit. Stuttgart 1965.Google Scholar
  55. 78.
    Jasrrns, K.: Allgemeine Psychopathologie, 4. Aufl. 1946, S. 253, 255.Google Scholar
  56. 79.
    Scunc:nru, Kunr: Klinische Psychopathologie. 6. Aufl., 5.1, 2 und 83.Google Scholar
  57. 80.
    Schneider, Kim: Klinische Gedanken über die Sinngeseszlid,keit. Msdtr. Psychiatr. Neur. (Basel) 125, 5. 667 (1953).Google Scholar
  58. 81.
    Schneider, Kurt: Klinisd,e Psychopathologie. 6. Aufl. 1962, S. 140.Google Scholar
  59. 82.
    O., S. 80, 84.Google Scholar
  60. 83.
    Lehner, H.: Die experimentelle Psychose (1962), S. 155 ff.Google Scholar
  61. 84.
    Leib bin id, ganz und gar und nichts außer demChrw(133) und die Seele ist nur ein Wort für ein Etwas am Leibe.“ Ft. Nietzsche: „Also sprach Zarathustra”, Gesamtwerk 2. Bd., Stuttgart-Zürich 119581, S. 300.Google Scholar
  62. 85.
    Also anlerhalb der,Funktion` liegende, funktionsfremde Prozesse.Google Scholar
  63. 86.
    Also in der Funktion selbst gelegene Umstände.Google Scholar
  64. 87.
    Beh StR 11,S. 20 ff. = N J W 1958, 266.Google Scholar
  65. 88.
    Rger-PRwz, H.: Verbrechen in Hypnose. Mschr. Kriminalbiol. 29, S. 194, 527, 532 (1938).Google Scholar
  66. 89.
    Mayen, L.: Das Verbrechen in Hypnose und seine Aufklärungsmethoden. München-Berlin, 1937.Google Scholar
  67. 90.
    LAnces.üonrte, A.: Gerichtliche Psydsiatrie. 2. Aufl. Berlin 1959, 5.24, 25. 0’ 91 E 1962, S. 139.Google Scholar
  68. 92.
    Zwei einschlägige Fälle hat H. Kranz veröffentliche Zur forensischen Bedeutung des Somnambulismus und anderer abnormer Schlafzustände.“ In: Richter und Arzt. München/Basel 1956, S. 200 ff.Google Scholar
  69. Vgl. ferner: Wagner, K.: Sexuelle Fehlhandlungen in Schlaftrunkenheit. In: Richter und Arzt. 1956, S. 211 ff. LanxesOnotte, A.: Delikte in Schlafzuständen. Der Nervenara 1955, S. 28.Google Scholar
  70. 93.
    VonxnsTNrn, W.: Die forensische (strafrechtliche) Bedeutung der Hypnose. Arch. Psychiatr. 73, 461 (1925). Mit Hinweisen auf die ältere Literatur.Google Scholar
  71. 84.
    Wrccrx, A.: Polaritäten und Schichten im Hypnose-Experiment. Bericht über den 20. Kongreß der Dtsch. Ges. f. Psychologie. Göttingen 1956, S. 155 ff.Google Scholar
  72. 95.
    TuosAe, H.: Bewußtsein, Persönlichkeit und Schuld. Mschr. Kriminol. 44, S. 117 (1961).Google Scholar
  73. 96.
    Im Sinne von A. KAxnsNrn in: The Psychological Frontiers of Society, New York 1945.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1966

Authors and Affiliations

  • Wolfgang de Boor
    • 1
  1. 1.Universität KölnKölnDeutschland

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