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Die gemeinsamen Organisationen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

  • Walter Kaskel

Zusammenfassung

Bis zum Kriege standen sich die beruflichen Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer meist in Kampfstellung gegenüber, und der Bereich verschiedenartiger Interessen überwog über den Bereich gemeinsamer Interessen so stark, daß ein organisches Zusammenwirken nur in Ausnahmefällen möglich war 1). Und auch ein Versuch der damaligen Regierung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer außerhalb ihrer Berufsorganisationen in Arbeitskammern zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen, schlug fehl, vielmehr scheiterte im Jahre 1909 ein dahinzielender Gesetzentwurf 2). Dazu kam, daß sowohl auf Arbeitgeberseite wie auf Arbeitnehmerseite mehrere Verbände verschiedener Richtungen bestanden, die untereinander eine Zusammenarbeit ablehnten, so daß auch hierdurch eine gemeinsame Arbeit beider Gruppen wesentlich erschwert wurde.

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Literatur

  1. 2).
    Drucksachen des Reichstages, 12. Legislaturperiode, I. Session Drucksache Nr. 1048.Google Scholar
  2. 3).
    Auf Arbeitgeberseite schlossen sich bei Kriegsbeginn der Zentralverband Deutscher Industrieller und der Bund der Industriellen zu dem „Kriegsausschuß der Deutschen Industrie“ zusammen und bildeten am 25. Oktober 1916 mit dem Verein zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands den „Deutschen Industrierat”. Am 12.2.19 in noch engerem Zusammenschluß zum „Reichsverband der deutschen Industrie“ ausgestaltet, bildet er als Gesamtorganisation zur Vertretung der wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Interessen das Gegenstück zur „Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände”, welche die sozialen und sozialpolitischen Fragen behandelt. Auf Arbeitnehmerseite näherten sich die drei großen gewerkschaftlichen Richtungen (Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, Generalverband der christlichen`SGewerkschaften, Verband der Deutschen Gewerkvereine) und die verschiedenen Angestelltenverbände zu gemeinsamer Arbeit. Die Gewerkschaften schlossen sich auf dem 10. deutschen Gewerkschaftskongreß an Stelle der losen Vereinigung in der Generalkommission zu dem „Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbund“ zusammen (Satzung Korrespondenzblatt Nr. 29 v. 19. 7. 19 S. 317 ff. l)ber die ganze Bewegung vgl. 19. Sonderheft zum R.A.B1.Google Scholar
  3. 1).
    Drucksachen des Reichstages, 13. Legislaturperiode, Nr. 1490.Google Scholar
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    Vgl. Umbreit, Die magna charta der deutschen Gewerkschaften. Recht u. Wirtschaft 19, S. 21 if.Google Scholar
  5. 1).
    Vgl. insbesondere Um breit a. a. O. und Nene Zeit 37. Jahrg. Nr. 14, Cohen, Soz. Praxis 29, S. 154, Reichert, Entstehung, Bedeutung und Ziel der Arbeitsgemeinschaft Berlin 1919. 19. Sonderheft zum R.A.131. S. 35 ff., die Arbeitsgemeinschaft in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung R.A.B1. 19, S. 768 ff., Was versteht man unter einer Arbeitsgemeinschaft? Deutsche Arbeitgeberzeitung 1919, Nr. 7.Google Scholar
  6. 1).
    Abgedruckt: Reichsarbeitsblatt 1918, S. 874.Google Scholar
  7. 2).
    Nämlich auf Arbeitgeberseite vom Reichsverband der deutschen Industrie und der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, auf Arbeitnehmerseite von den Vorstiinden des Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes, des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften, des Verbandes der Gewerkvereine (Hirsch-Dunckerl und der Angestellten-verblinde. (Vgl. oben S. 224, Anm. 3.)Google Scholar
  8. 1).
    Abgedruckt: Deutsche Gutsbeamten-Zeitung 18.Jahrg., Nr.10, 8. 107.Google Scholar
  9. 1).
    Verfügung des Preußischen Handelsministeriums vom 18. 3. 19 (H.M.BI. S. 111). Der Sitz der Kammer ist Essen bzw. Kattowitz.Google Scholar
  10. 2).
    Verf. des Preuß. Handelsministeriums vom 10.6.19 (H.M.B1. S 177). Der Sitz dieser Kammer ist Waldenburg.Google Scholar
  11. 3).
    Die Zahl beträgt für das Ruhrgebiet 40, für Oberschlesien 20, für Niederschlesien 20 (vgl. Anm. 1 und 2).Google Scholar
  12. 4).
    Die Zahl beträgt für das Ruhrgebiet 24, für Oberschlesien 12, für Niederschlesien 12 (Vgl. Anm. 1 und 2).Google Scholar
  13. 5).
    Für die Wahl der Arbeitgeber kann die Aufsichtsbehörde Öffentlichkeit vorschreiben (§ 12, Abs. 2).Google Scholar
  14. 6).
    Wahlordnung vom 18.3. 19 (I1.M.B1. S. 112ff.).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1920

Authors and Affiliations

  • Walter Kaskel
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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