Otologische Röntgendiagnostik

  • Ernst G. Mayer

Zusammenfassung

Zur Röntgenuntersuchung des Ohres sollte man prinzipiell die drei Spezialaufnahmen des Schläfenbeins, die halb-seitliche, die halb-sagittale und die halb-axiale Aufnahme heranziehen. Sollte man zu besonderer Sparsamkeit gezwungen sein, so kann man eventuell in unkomplizierten Fällen von akuter und chronischer Mittelohrentzündung auf die halb-sagittale Projektion verzichten, muß sich jedoch darüber im klaren sein, daß dieser Verzicht bisweilen dazu führen kann, daß man etwas übersieht, was von Interesse gewesen wäre. Bei Bestehen einer akuten Mittelohrentzündung ist damit zu rechnen, daß eine gute Pneumatisation vorliegt; in diesen Fällen ist ein möglichst guter Überblick über das ganze pneumatische System wünschenswert. Die exakte Darstellung der knöchernen Sinusschale und des Tegmen ist dagegen hier weniger wichtig. Es wird sich daher empfehlen, in Fällen von akuter Mittelohrentzündung mit dem Fokus der Röhre aus der Ohr-Vertikalebene eventuell etwas dorsalwärts zu gehen. Keinesfalls darf der Fokus vor der Ohr-Vertikalen stehen, da dann der vordere Teil des Warzenfortsatzes zu stark von der Pyramide verdeckt wird. Bei Bestehen einer chronischen Mittelohrentzündung, bei welcher eine hochgradige Pneumatisationshemmung die Regel ist, ist die Darstellung des eventuell vorhandenen pneumatischen Systems nicht so wichtig wie bei einer akuten Mittelohrentzündung, dagegen ist hier auf eine besonders gute Darstellung der knöchernen Sinusschale und des Tegmen Wert zu legen. Der Fokus der Röhre soll daher in Fällen von chronischer Mittelohrentzündung genau in der Ohr-Vertikalebene stehen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1959

Authors and Affiliations

  • Ernst G. Mayer
    • 1
  1. 1.Guido-Holzknecht-InstitutUniversität WienÖsterreich

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