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Die Abschätzung des Wertes industrieller Unternehmungen

  • Felix Moral

Zusammenfassung

Die wirtschaftliche Wertung einer industriellen Unternehmung wird stets dann erforderlich, wenn die Unternehmung als Grundlage einer finanziellen Transaktion dienen soll. Ob es sich hierbei um die Umwandlung einer Einzelunternehmung in die Form der Gesellschaftsunternehmung oder um die Fusion mit einer anderen Unternehmung, um eine Erbschaftsregulierung, einen Verkauf der Unternehmung, die Aufnahme einer Anleihe, oder ähnliches mehr handelt, ist an sich gleichgültig. Auch eine beabsichtigte Verstaatlichung oder Verstadtlichung der Unternehmung könnte den Anlaß zur Abschätzung ihres Wertes geben. Kann man doch eine jede dieser finanziellen Transaktionen auf die gleiche Basis zurückführen, daß die Unternehmung von ihrem bisherigen Eigentümer veräußert und an einen neuen Erwerber derselben übergehen soll.

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Referenzen

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    Auch Prion, W., „Die Preisbildung an der Wertpapierbörse“, Leipzig 1910, Seite 110 u. f., kommt zu einem ähnlichen Resultat. Er sagt: „Der Zinssatz, mit dem der Kapitalist die Dividende kapitalisiert, um auf den Wert seiner Aktien zu kommen, richtet sich im allgemeinen nach dem landesüblichen Zinssatz, zu dem ein nach der Wertpapiergattung (Bank-, Schiffahrt-, Industrie-Eisen- oder Kohlenaktien) und innerhalb dieser wieder nach den besonderen Verhältnissen der einzelnen Gesellschaften verschieden hoher Zuschlag als Risikoprämie tritt. So ist es bei einer Verzinsung der ersten einheimischen Staatsanleihen von 3½%, der erststelligen Hypotheken von 4% und bei einem offiziellen Diskontosatz der Reichsbank von 4–4½% üblich, für erste Bankaktien eine Verzinsung von mindestens 5–5½% für erste Bergwerks- und Hüttenpapiere dagegen eine solche von mindestens 5½—6% anzusetzen.“Google Scholar
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    Siehe auch Prion, W., „Die Preisbildung an der Wertpapierbörse“, Leipzig 1910, Seite 116 und 117. „Die Bewertung der Aktien nach dem jeweiligen Erträgnis ihrer Gesellschaften, der Höhe der gezahlten Dividenden, bringt es mit sich, daß die Spekulation eifrigst alles verfolgt, was jetzt oder in Zukunft von irgendwelchem Einfluß auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der betreffenden Gesellschaften sein könnte. Die viel hervorgehobene Tatsache, daß die Börse gleichsam der „Brennpunkt alles kommerziellen Denkens“ ist, insofern als hier die Nachrichten aus aller Welt zusammenlaufen, die Berichte über die verschiedenen Erwerbszweige besprochen werden, die politischen Geschehnisse verfolgt, wirtschaftliche Strömungen beachtet, die Verhältnisse der einzelnen Gesellschaften kontrolliert werden usw.: diese Tatsache, die Herausbildung der sogenannten Börsenmeinung, läßt sich nicht leugnen...... Wie die Nachrichten auf das Handeln der Spekulation, der berufsmäßigen wie der Privatspekulation, einwirken und dadurch in der Preisbildung verarbeitet werden, ist schon ausgeführt worden. Daraus geht hervor, daß die Anpassung der Börsenbewegung an die Wirtschaftsentwicklung bzw. die Anpassung der Kurse an den inneren Wert der Aktien, der wieder die finanzielle Entwicklung der einzelnen Gesellschaft zur Grundlage hat, durch eine Reihe von psychologischen, börsen- und geldmarkttechnischen Faktoren je nach Umständen gehemmt, gefördert oder durchkreuzt werden kann. Dadurch entstehen zuweilen recht eigenartige Widersprüche zwischen der tatsächlichen Preisbildung und dem durch die wirtschaftlichen Faktoren bedingten Wert, die um so bemerkenswerter sind, als doch die letzteren den Ausschlag in der Preisbildung dividendentragender Industrie papiere geben sollten.“Google Scholar
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    Der Wert der Patente konnte sicher ermittelt werden, weil die Aktiengesellschaft bei denjenigen der von ihr erzeugten Maschinen, welche mit patentierten Vorrichtungen ausgerüstet waren, in ihre Kalkulation der Verkaufspreise der einzelnen Maschinen stets einen besonderen Betrag „für Patente“ eingesetzt hatte. Der Mehrerlös „für Patente’4 ließ sich also aus dem Jahresumsatze berechnen. Unter Berücksichtigung dieses Mehrerlöses einerseits, sowie der Patentkosten und der noch gültigen Dauer der Patente andererseits, konnte der Wert derPatente wie oben beziffert werden.Google Scholar
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    Als Wert der Modelle und Zeichnungen wurden die Herstellungskosten derjenigen Modelle und Zeichnungen abgeschätzt, welche im Falle einer Zerstörung aller vorhandenen Modelle und Zeichnungen, z. B. durch eine Feuersbrunst, unbedingt wieder für die Fortsetzung des Betriebes hätten neu hergestellt werden müssen.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1919

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  • Felix Moral

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