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Die Vererbbarkeit des anaphylaktischen Zustandes

  • R. Doerr

Zusammenfassung

1906 berichteten M. J. Rosenau und J. F. Anderson, daß trächtige weibliche Meerschweinchen, denen man Gemenge aus Diphtherietoxin und antitoxischen Pferdeserum oder normales Pferdeserum injiziert hatte, 2 bis 3 Monate später Junge werfen können, welche gegen Pferdeserum anaphylaktisch sind. Verwendet man zur Vorbehandlung der Muttertiere Toxin-Antitoxin-Gemische, so erwiesen sich die Nachkommen sowohl als resistent gegen das Diphtherietoxin als auch als anaphylaktisch gegen das Pferdeserum [J. F. Anderson (1906a, b)], eine Beobachtung, die sich zweifellos am einfachsten erklären ließ, wenn man als gemeinsame Ursache der doppelseitig veränderten Reaktivität der Jungen einen diaplazentaren Übergang der im Blute der Mutter kreisenden Immunproteine in die fetale Zirkulation annahm, also eine passive Immunisierung der Frucht in utero. Diese Auffassung konnte sich zu der Zeit, von welcher hier die Rede ist, auf drei Tatsachen stützen: 1. Die Muttertiere geraten durch Behandlung mit Toxin-Antitoxin-Gemischen in denselben Zustand, den man bei ihren Jungen feststellen kann, sie werden immun gegen Diphtherietoxin und anaphylaktisch gegen Pferdeserum (Phänomen von Theobald Smith).

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Referenzen

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    Außer den bereits im Text genannten seien angeführt: P. A. Lewis (1908), F. Schenck (1910), Belin (1910), A. Mori (1910), H.G.Wells (1911) und F. P. Gay und E. E. Southard (1907).Google Scholar
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    Scaffidi konnte nur über ein einziges Experiment berichten, Nattan-Larrier und Richard bezeichnen positive Resultate geradezu als Ausnahmen, Ratner, Jackson und Gruehl untersuchten 69 Würfe, 42 mit komplett negativem Ergebnis, bei 14 Würfen konnte eine passive Sensibilisierung nicht ausgeschlossen werden und nur bei 14 war eine aktive Sensibilisierung mit mehr oder minder großer Bestimmtheit anzunehmen. R. Doerr und Seidenberg kamen auf Grund einer Nachprüfung zu dem Schluß, „daß die passive Sensibilisierung der Feten im Uterus einen gesetzmäßigen Vorgang darstellt, daß dagegen die Erzielung aktiv anaphylaktischer Nachkommen als ein exzeptionelles und zufälliges Ereignis bezeichnet werden muß, zufällig deshalb, weil es sich nicht durch bestimmte Versuchsbedingungen reproduzieren läßt“.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1950

Authors and Affiliations

  • R. Doerr
    • 1
  1. 1.BaselSchweiz

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