Wechselfeld-Induktionsmotoren ohne Kommutator

  • Gustav Benischke

Zusammenfassung

Speist man den Ständer eines Drehfeldmotors nur mit einphasigem Wechselstrom, was sich dadurch bewerkstelligen läßt, daß man eine Wicklungsphase abschaltet, so erhält man einen Wechselfeldmotor mit einem Ständer von gleicher Art, wie den besonders gewickelten Ständer nach Abb. 43, aber nicht mit einem Kommutatorläufer, sondern mit einem Käfigläufer oder mit einem zwei- oder dreiphasig gewickelten Läufer1). Ein solcher Motor zeigt folgende Eigenschaften: Wird er bei Stillstand eingeschaltet, so hat er keinerlei Drehmoment. Wird er aber in der einen oder anderen Richtung auf eine gewisse Geschwindigkeit gebracht, so läuft er in diesem Sinne weiter und beschleunigt sich bis in die Nähe des Synchronismus. Nun kann er belastet werden und seine Geschwindigkeit nimmt entsprechend ab. Das Drehmoment wächst mit abnehmender Geschwindigkeit bis zu einem Höchstwert. Ist dieser überschritten, so nimmt das Drehmoment wieder ab und der Motor gelangt dann rasch zum Stilstand. Daß dieser Motor bei Stillstand kein Drehmoment haben kann, läßt sich von vornherein erwarten, weil im Ständer ein Wechselfeld mit feststehender Richtung erzeugt wird, das zu dieser Richtung symmetrisch ist.

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Literatur

  1. 1).
    Es kommt darauf an, daß der Läufer bei allen Stellungen dieselbe Induzierung vom Wechselfeld des Ständers erfährt. Seine Wicklung muß also nach mindestens zwei Richtungen symmetrisch sein, wie eine zweiphasige Wicklung. Besser ist eine dreiphasige, noch besser ein Kurszchlußkäfig. Bei diesem ist aber kein Anlaßwider stand möglich.Google Scholar
  2. 2).
    Bei den Induktionsmotoren mit Kommutator (Repulsionsmotoren § 29) wird die Symmetrie durch Schrägstellung der Bürsten aufgehoben.Google Scholar
  3. 1).
    Benisehke, „Die asynchronen Drehstrommotoren“, §8.Google Scholar
  4. 1).
    Benischke, „Die asynchronen Drehstrommotoren“, §8.Google Scholar
  5. 1).
    Der theoretische Leerlauf kann also ebenso wie der Synchronismus nur mittels einer äußeren Kraft, die die Luft- und Lagerreibung überwindet, verwirklicht werden. Bei Synchronismus muß die äußere Kraft außerdem noch das negative Drehmoment PA überwinden.Google Scholar
  6. 2).
    Es wurde schon oben gezeigt, daß P 2″ bei Synchronismus jene Leistung darstellt, die von einer äußeren Kraft geleistet werden muß, um den Läufer entgegen seinem negativen Drehmoment PA auf Synchronismus zu bringen. P 2″ ist daher ebenso groß, wie die dem negativen Drehmoment entsprechende, vom Ständer auf den Läufer übertragene Leistung P 1″.Google Scholar
  7. 1).
    So zum Betrieb von Bahnen mit Dreiphasenmotoren aus einer einphasigen Fahrleitung. „Elektr. u. Maschinenh.“ 1919 S. 437.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1920

Authors and Affiliations

  • Gustav Benischke

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