Die Gebläse pp 588-598 | Cite as

Der mechanische Wirkungsgrad

  • Albrecht von Ihering

Zusammenfassung

Das in Fig. 608 (S. 577) dargestellte Kompressionsdiagramm lieferte in der Fläche F0 die theoretische, bei isothermischer Kompression bei einem Kolbenhub verbrauchte Arbeit, in den Flächen F0 + F1 + F2 diese Arbeit bei adiabatischer Kompression. In diesem Diagramm waren jedoch weder die schädlichen Räume, noch die infolge der Saugwirkung des Kolbens stattfindende Druckverminderung, noch endlich die Widerstände in den Ventilen etc. berücksichtigt worden, welche Umstände zusammen das wirkliche Kompressionsdiagramm wesentlich beeinflussen. Fig. 610 zeigt ein Diagramm der Bessemer-Gebläsemaschine No. 1 der Dortmunder „Union“ (Aufnahme April 1891). Die Abmessungen dieser Maschine sind folgende:
  • Dampfzylinderdurchmesser ...... 1255 mm

  • Gebläsezylinderdurchmesser ...... 1410 ”

  • Gemeinschaftlicher Hub ...... 1410 ”

  • Umdrehungszahl i. d. Min ....... 40

  • Kolbengeschwindigkeit i. d. Sek ...... 1,88 m

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Referenzen

  1. 1.
    Nach den „Regeln für Leistungsversuche an Kompressoren“ des Ver. deutsch. Ing. (s. S. 581 Fußnote 1) gelten die folgenden Bezeichnungen: 14) Wirkungsgrad des Kompressors ist das Verhältnis der Nutzleistung des Kompressors zu der dem Kompressor zugeführten Energie und zwar je nach der Bestimmung der Nutzleistung: a) nach dem Kompressordiagramm (mechanischer Wirkungsgrad), b) unter Zufrundefegung der isothermischen Kompression (isothermischer Wirkungsgrad). 17) Wirkungsgrad der Kompressoranlage ist das Verhältnis der Nutzleistung des Kompressors zu der der Treibmaschine zugeführten Energie, und zwar je nach der Bestimmung der Nutzleistung: a) nach dem Kompressordiagramm (mechanischer Wirkungsgrad), b) unter Zugrundelegung der isothermischen Kompression (isothermischer Wirkungsgrad). 17a) Die noch zuweilen anzutreffende Bezeichnung dynamischer Wirkungsgrad (in der II. Auflage dieses Buches war diese Bezeichnung noch beibehalten worden) deckt sich mit dem hier gekennzeichrneten Begriff „mechanischer Wirkungsgrad der Kompressoranlage“. Hierzu heißt es noch in dem Erläuterungsberichte: Mechanischer und isothermischer Wirkungsgrad. (Zu 14) und 17) des Entwurfes und dessen Erläuterungen.) Nach der im Entwurf gegebenen Begriffsbestimmung bezieht sich der mechanische Wirkungsgrad nur auf Kolbenkompressoren. Hier ist die Nutzleistung eindeutig durch das Diagramm des Luftzylinders gegeben. Bei Kompressoren mit Schiebersteuerung, z. B. der Köster-Steuerung (s. oben S. 154), arbeiten Maschinenkolben und Steuerkolben während des größten Teiles vom Druckhub gemeinsam auf die zu verdichtende Luft. Es ist deshalb die vom Steuerkolben verrichtete Leistung (durch Indizieren des Schieberraumes zu ermitteln) der indizierten Nutzleistung des Luftzylinders hinzuzurechnen. Bei Kolbenkompressoren mit unmittelbarem Dampf- oder Gasmaschinenantrieb stellt die Differenz zwischen der zugeführten Energie und der Nutzleistung lediglich die Leistung dar, die innerhalb der gesamten Anlage zur Überwindung der Reibungsarbeit aller bewegten Teile erforderlich ist. Infolge des verwickelten Kräftespieles ist es ganz unmöglich, den auf den Kompressor allein entfallenden Anteil der zur Überwindung der Reibung nötigen Leistung zu bestimmen. In diesen Fällen kann daher nur der mechanische Wirkungsgrad der ganzen Kompressoranlage, nicht aber der des Kompressors allein ermittelt werden. Wird der Kolbenkompressor unmittelbar durch einen Elektromotor angetrieben, so sind die durch den mechanischen Wirkungsgrad der Kompressoranlage zum Ausdruck kommenden Verluste nicht nur bedingt durch Reibungsarbeit, sondern außerdem durch die Verluste im Elektromotor. In diesem Falle können durch Ermittelung des Wirkungsgrades des Motors die Verluste im Kompressor und in der Antriebmaschine getrennt und der mechanische Wirkungsgrad für den Kompressor allein bestimmt werden. Ist z. B. die aus den Diagrammen entnommene Nutzleistung der Luftzylinder 630 PS., verbraucht der treibende Elektromotor 560 KW. = 761 PS., (1 PS. = 0,735 KW.) und wurde der Motorwirkungsgrad zu 92 % bestimmt, so ist der mechanische Wirkungsgrad der Kompressoranlage (Math) = 0,828, der des Kompressors (Math) = 0,90 oder umgekehrt: Wirkungsgrad der Anlage = Wirkungsgrad des Kompressors × Wirkungsgrad des Motors = 0,92 × 0,90 = 0,828.Google Scholar
  2. 1).
    Vgl. auch Handbuch der Ing.-Wissenschaften IV, 1, S. 212 ff.Google Scholar
  3. 1).
    Weiß, a. a. O. S. 1011, Tabelle V.Google Scholar
  4. 2).
    Vgl. auch A. Kás, „Zur Schadlosmachung des schädlichen Raumes bei Luftverdichtungsmaschinen“. österr. Z. f. B.- u. H.-Wesen 1886, S. 287 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Albrecht von Ihering

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