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Zusammenfassung

Nach derallgemeinen Auffassung gibt es etwas, was dem Hochschulprofessor eine ungemein stark individuell ausgeprägte Auffassung seiner ganzen Stellung gestattet, die akademische Freiheit. Augenscheinlich handelt es sich dabei um einen Begriff, der nicht auf dem Gebiet des Technischen Hochschulwesens entstanden ist, sondern von den Universitäten übernommen wurde. Es fragt sich für uns hier: Wo läßt er sich rechtlich nachweisen? Ist er faßbar in bestimmten Rechtsnormen? oder ist er nur tatsächlich vorhanden als ein die tatsächliche Ausübung der amtlichen Verpflichtungen bestimmendes, mehr oder minder übereinstimmendes Wollen der Beteiligten, d. h. der Professoren auf der einen Seite, des Ministeriums auf der anderen Seite?

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Literatur

  1. 1).
    Ab Beispiel für eine andersartige Regelung der Verhältnisse an einer Universität sei folgendes dem gegenübergestellt. In den Statuten der philosophischen Fakultät der Univ. Halle steht: „Das Recht, Vorlesungen über die in den Bereich der phüosophischen Fakultät fallenden Wissenschaften zu halten, steht in erster Linie (also nicht ausschließlich) den ordentl. und außerordentlichen Professoren sowie den Privatdozenten dieser Fakultät zu. Beabsichtigt ein in einer anderen Fakultät angestellter Professor Vorlesungen zu halten, die in das Gebiet der philos. Fakultät gehören, so darf das nur im Einverständnis mit der letzteren geschehen (§ 34). Ist ein Professor durch seine Bestallung für ein bestimmtes Fach besonders angestellt, so ist er für die vollständige und zweckmäßige Vertretung dieses Faches zunächst und vorzugsweise verantwortlich, jedoch nicht berechtigt, andereDozenten davon auszuschließen”(§ 36). Gleiche Bestimmungen gelten gemäß Universitäts-Statut auch für die anderen Fakultäten. Und wie hier das Verhältnis von Fakultät zu Fakultät geregelt ist, so wird man es auch innerhalb der gleichen Fakultät für die verschiedenen Professuren auffassen müssen: also es besteht Lehrfreiheit für die Professoren in solchen Wissenschaften, die noch nicht vertreten sind, und in den bereits vertretenen Wissenschaften dann, wenn der Fachvertreter sein Einverständnis dazu erklärt; jedoch ist dieser nicht berechtigt, andere Dozenten von seinem Fach auszuschließen.Google Scholar
  2. 1).
    Die im Text gegebene Darstellung trifft nur für Hannover und Aachen zu. Die Vorschriften hierüber weichen voneinander ab: Berlin § 9 kennt nur die Bestimmung, daß über die Gestaltung der Lehrpläne die anderen Abteilungen zwar zu hören sind, aber die Fachabteilung beschließt. Danzig und Breslau kennen die Bestimmung nicht mehr. Dann tritt also der Senat als vermittelnde und ausgleichende Instanz in Tätigkeit.Google Scholar
  3. 2).
    Hier trifft das Berliner Regulativ § 9 die Bestimmung, daß die Vorschläge anderer Abteilungen, „deren Lehrkräfte bei den Plänen beteiligt sind, zu hören sind.” Die im Text gegebene Lage trifft für Aachen, Hannover, Danzig und Breslau zu.Google Scholar
  4. 1).
    Immerhin ist die Starrheit gegen früher sehr gemildert, wenn man bedenkt, daß in dem ersten Aachener Statut noch die einzelnen Lehrfächer namentlich aufgeführt waren.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • W. Kähler
    • 1
  1. 1.AachenDeutschland

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