Die Strafe pp 289-364 | Cite as

IV. Die soziale Dynamik der Gefangenschaft

  • Hans von Hentig

Zusammenfassung

Die Gefängnisgemeinschaft unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von allen anderen sozialen Organisationen, die wir im Kampf ums Dasein ausgebildet haben. Wir sind gewohnt, daß der Staat die feindseligen Tendenzen und Reaktionen abschwächt und niederhält, sie aber in bewaffneter Macht und Propaganda für Notfälle des nationalen Existenzkampfes bereit hält. Im Gefängnis begegnen wir der einzigen, soziologischen Gruppe, die sich ausschließlich aus Vertretern physischen Zwanges und Gewaltunterworfenen zusammensetzt und die in einer eigenartigen Gesellschaftsform zusammengefaßt ist. Es reicht nicht aus, die Regeln aufzuzählen, die für diese künstliche Daseinsform aufgestellt sind. Denn das Gefängnisleben besteht aus Oberfläche und verdunkelten oder unsichtbaren Partien, die alle den Vorschriften widerstreiten, ja wie der Schwarzmarkt und der Schmuggel oder das Verbot des Alkoholgenusses ihre innerste Kraft aus der Strenge der Verbote ziehen. Wenn es eine Unterwelt gibt, so lebt sie in der Strafanstalt.

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Referenzen

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    Lawes: Twenty thousand years, S. 278.Google Scholar
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    Spenser: a. a. O. S. 287. “If a bad warder gets too bad his fellow-warders will check him“, ist die andere Seite der Medaille.Google Scholar
  3. 3.
    Dostojewski: S. 186. Ein Unruhestifter wird von den Mitgefangenen so geschlagen, bis er wie tot daliegt und völlig empfindungslos „zur Erholung“ auf seine Pritsche getragen wird. Ebenda S. 67.. — Das sehr hübsche Beispiel eines Gefangenen, der einen anderen Häftling hindert, einem anständigen Direktor Schaden zuzufügen, findet sich bei Salomon, Ernst v.: Fragebogen, S. 164. Hamburg 1951.Google Scholar
  4. 1.
    Siehe die Beschreibung der Stimmung beim Aufstehen bei Patterson, S. 87. “Some men got up mean. Most unwilling. All cussing and complaining.“Google Scholar
  5. 2.
    Dostojewski hat diese Erstarrung ausgezeichnet dargestellt: „Die Sträflinge sind langsam zum Fluß gegangen, ‚kaum die Füße vom Fleck bringend‘. Lange Reden werden geführt. Der Aufseher brüllt und brüllt. Keiner will anfangen. Träge, lässig und ungeschickt begann man endlich an das Werk zu gehen, ein altes Boot auseinanderzunehmen. Die allgemeine Unlust macht ungeschickt und manche Teile zerbrechen, ‚von selbst‘, wie die Gefangenen dem Aufseher sagen. Man setzt sich erst wieder hin und verhandelt, was zu tun sei. Endlich kommt ein anderer Beamter und verspricht eine Freizeit; wenn alles sauber herausgenommen würde, könnten sie nach Hause gehen. Die Aufgabe war groß, aber Himmel! wie faßten sie sie jetzt an... . Die Arbeit ging nur so. Alle waren mit einem Schlage merkwürdig anstellig geworden....Eine halbe Stunde vor dem Trommelwirbel war die Arbeit beendet und die Arrestanten kehrten ermüdet, aber vollständig zufrieden heim, obwohl sie im ganzen nur eine halbe Stunde von der gesetzlichen Arbeitszeit profitiert hatten.“ Dostojewski: a.a.O. S. 124–126. Intelligente Gefangene beobachten selbst diese Erstarrung. Eeggerath (S. 171, 172) schreibt : „Ich sah das Ende nahen und fürchtete, daß man vor dem Ende noch einmal unter den politischen Gegnern aufräumen würde . .. Doch gab es noch etwas, was schwer zu erklären war. Es fehlte einfach der Mut, sich in die Ungewißheit zu stürzen. Zehn Jahre Unselbständigkeit, zehn Jahre auf Schritt und Tritt bewacht gewesen zu sein, gingen an einem Menschen nicht spurlos vorüber.“Google Scholar
  6. 1.
    Mehr noch scheint dieses Machtgefühl bei Wärterinnen auf zutreten ; selbst die „Ältesten“ unter den weiblichen Gefangenen werden leicht herrisch und anmaßend, und sind deshalb häufig verhaßt. Hoff, S. 188.Google Scholar
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    Hau: S. 33.Google Scholar
  8. 3.
    Autistische Naturen werden bis zur Unerträglichkeit verhärtet. Chessman sieht, wie einer nach dem anderen von seinen Kameraden in San Quentin zur Hinrichtung abgeführt wird. Er ist unberührt. Andere Gefangene werfen ihm seine Gefühlskälte vor. Er gibt eine charakteristische Antwort: „Ihr Knaben“, sagt er (Cell 2455 Death Row), „solltet Euch um Euch selbst kümmern. Ich sorge für Chessman. Und schreibt Euch hinter die Ohren. Ich habe weder Zeit noch Lust, Chessman zu bedauern.... Darum habe ich, Teufel auch, keine Lust, mit andern Mitleid zu haben.“ S. 311.Google Scholar
  9. 1.
    Dort, wo sich ein Parolesystem entwickelt hat, werden Entlassungen bisweilen aus diesem Grunde verzögert.Google Scholar
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    „Ich wurde bisweilen als Hilfsarbeiter auf der Kammer beschäftigt, und es traf sich, daß ich einige Tage, nachdem der Blitzstrahl eingeschlagen hatte, mit dem Aufseher im Zimmer allein war. Der Unglückliche saß ganz gebrochen an seinem Schreibtisch und stierte vor sich hin. Von Zeit zu Zeit entfuhr ihm ein Stöhnen. Am nächsten Tage sollte er verhört werden. Ich sprach ihm Mut zu und mahnte ihn, das Gesicht zu wahren. Er sagte nichts, sondern sah mich an wie ein waidwundes Tier. Mechanisch verrichtete er an dem Tag seine Geschäfte, machte dann noch zum letzten Male Nachtdienst, und am Morgen ging er heim und schoß sich eine Kugel in den Kopf.“ Hau: S. 158.Google Scholar
  11. 3.
    Es kommt vor, daß die Spitzel- und Angebertypen ihrer eigenen Sicherheit wegen entlassen oder in eine andere Anstalt verlegt werden müssen, eine Maßnahme, die sie nicht immer rettet.Google Scholar
  12. 1.
    Daher der Ausdruck „Ratte“ für diese Typen beim amerikanischen Gefangenen. Der verächtliche Vergleich mit den Eigenschaften eines Tieres findet sich auch beim Spitzel, der offenbar vom aufpassenden Spitzhund abgeleitet ist. Kluge-Götze: S. 745.Google Scholar
  13. 2.
  14. 3.
    Der alte Beamte verrät unterdrückten Haß, wenn er sich plötzlich auf die Seite der Unordnung wirft, nachdem er jahrzehntelang für Ordnung gesorgt hat. „Mein alter Gönner berichtete in freudiger Erregung, daß jetzt die Roten das Heft in der Hand hätten, jetzt werde reiner Tisch gemacht. Wie schade, daß der Saukerl von Geheimrat (der alte Direktor) nicht mehr am Leben sei, den hätte man zuerst aufgehängt.“ Dafür fraternisierten in Verkehrung aller Fronten Aufseher und Gefangene miteinander. Ebenda S. 128. Mit der gleichen bösen Abneigung und den gleichen Worten spricht ein Wachtmeister der Anstalt Coswig von seinem Anstaltsleiter. Berbig, Johannes : Knast, Schatten und Gestalten einer Leidenszeit. S. 239. Oberursel 1947.Google Scholar
  15. 1.
    Ob kleine Männer sich nach der Machtfülle drängen, die das Gefängnis gibt ? Leuss (S. 74) beschreibt einen Auf Sichtsbeamten : „Auf einem sehr kleinen Körper saß ein Kopf, dessen starke, aber bittere Physiognomie mit der Kleinheit der Gestalt in einem eigenen Kontrast wirkte.“ Dostojewski stellt einen sehr beliebten Leiter der Arbeitsabteilung vor: „Er war ein außerordentlicher Prasser, klein von Gestalt, mit verwegenem, sicherem Blick“ (S. 368). Der Anstaltsleiter, Oberst Masjukoff war „ein Mann von kleinem Wüchse ... er sprach mit unangenehmer Fistelstimme und machte den Eindruck eines gerupften Huhns. . .“ Deutsch: S.240.Google Scholar
  16. 2.
    Salomon, v. : a. a. O. S. 162. Zu diesem Direktor entwickelt sich im Laufe der Zeit ein menschlich besonders gutes Verhältnis. — Genau so erging es Silvio Pellico (I mei prigioni, S. 127) mit seinem Wärter auf dem Spielberg, der den Namen Schiller führte und den er zuerst völlig falsch beurteilt.Google Scholar
  17. 3.
    Patterson: S. 19, 32, 59.Google Scholar
  18. 4.
    Figner: S.345ff.Google Scholar
  19. 5.
    Belbenoit: S. 103.Google Scholar
  20. 6.
    Nelson: S. 53.Google Scholar
  21. 7.
    Harris, Frank: Oscar Wilde. His life and confessions, Bd. II, S. 350. New York 1916.Google Scholar
  22. 8.
    Ebenda Bd. II, S. 357.Google Scholar
  23. 1.
    Flgner, S. 347.Google Scholar
  24. 2.
    Von Major Krywtsow, Dostojewskis Anstaltsdirektor in Omsk, schreibt ein Biograph: „Stupide, eingebildet und grausam, war er ebenso von Machtgefühlen wie von Alkohol betrunken.“ Troyat, Henri: Firebrand, The life of Dostojewski, S. 146, New York 1946. Linser spricht von dem „alkoholgeröteten Profossengesicht“ des französischen Lagerleiters, ohne Schlimmes von ihm zu melden (S. 34), Dostojewski von dem menschlichen Empfinden des trunk- und streitsüchtigen, charakterlosen Ostrogleiters (S. 373). Einer von Nelsons Direktoren trank erst mäßig, dann im Übermaß, war aber „ausgesprochen ehrlich und anständig“ (Prison days and nights, S. 53) siehe auch Deutsch, S. 240, wo er von einem recht braven Leiter spricht, der nur zu viel trinkt.Google Scholar
  25. 3.
    Nelson: S. 59.Google Scholar
  26. 4.
    Fallada: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt, S. 60.Google Scholar
  27. 5.
  28. 6.
    Dostojewski: S. 153. — Es ist eine alte Indianerregel, eingefangene wilde Pferde zuerst „fest“, wenn auch nicht hart zu behandeln. Hat das Pferd sich an den Herren gewöhnt, so ist der Augenblick gekommen, gut zu sein. B. A. Botkin: A treasury of Westen folklore, S. 130, New York 1951.Google Scholar
  29. 7.
    Nelson: S. 56. Auf dem Bilde Osborns, das Barnes und Teeters bringen, trägt er die Züge eines mittelalterlichen Mönches (S. 797).Google Scholar
  30. 1.
    Das ist der Ausdruck von Dostojewski (S. 153).Google Scholar
  31. 2.
    Wenn die Haltung nicht unsere Psychologie zufrieden stellt, so hat sie doch einen rationellen Hintergrund. Wer milde aus Schwäche ist, mag angenehm sein, kann aber die Schutzbefohlenen nicht in Schutz nehmen, wenn kämpferische Eigenschaften verlangt werden. Ein mutiger Mensch wird auch die Sträflinge nicht als seine natürlichen Feinde betrachten, sie nicht fürchten und deshalb nicht von ihnen gehaßt und gefürchtet werden. Sein Verständnis und seine Gerechtigkeit kann nur durch Festigkeit für die Gefangenen nutzbar werden.Google Scholar
  32. 3.
    ... „Ganz anders sein Nachfolger, ein früherer Oberst; der führte das Regiment als unumschränkter Despot, duldete keine Autorität neben sich.“ Hau: S. 31.Google Scholar
  33. 4.
    Nelson: S. 61.Google Scholar
  34. 5.
    „Er war eine ganz harmlose Natur, meist gutmütig, aber mit einer Neigung heftig aufzubrausen, die so einen timiden Mann kennzeichnet.“ Nelson: S. 59.Google Scholar
  35. 6.
    Nelson, S. 53, präsentiert, einen solchen Typ, der 15 Jahre lang Wärter gewesen war, stellvertretender Anstaltsleiter und Direktor wurde, als der Vorgänger starb. „Er war vollkommen ungebildet, aber ausgesprochen anständig und ehrlich, wenn auch etwas streng“, wie wir gesehen haben.Google Scholar
  36. 7.
    Berkman: S. 419.Google Scholar
  37. 1.
    Ein Vertrauensmann (trusty) bewerkstelligte seine Flucht aus der Kranken-abteilung. „Der Direktor verlor vollkommen seinen Kopf.“Google Scholar
  38. 2.
    Troyat: S. 146.Google Scholar
  39. 3.
    Berkman: S. 243.Google Scholar
  40. 4.
    Dostojewski: S. 44. „Unduldsam wild, brach er bisweilen mitten in der Nacht in unsern Ostrog und wenn er bemerkte, daß ein Sträfling auf der linken Seite oder auf dem Rücken liegend schlief, so sagte er ihm am anderen Morgen: ‚Schlaf, sag ich Dir, auf der Rechten, wie ich befohlen habe.‘Google Scholar
  41. 5.
    Ebenda S. 45.Google Scholar
  42. 1.
    Leuss: S. 120ff.Google Scholar
  43. 2.
    Das Buch erschien 1903.Google Scholar
  44. 3.
    Berbig, Johannes: Knast, S. 233, Oberursel 1947.Google Scholar
  45. 4.
    Dostojewski: S. 150. — Auf die disziplinschädliche Wirkung dieser Haltung weist Dostojewski an anderer Stelle (S. 152) hin: „Die Aufgeblasenheit der Selbsterhöhung, die hohe Meinung eigener Verantwortungslosigkeit gebiert den Haß selbst im gehorsamsten Menschen und läßt ihn auch die letzte Geduld verlieren.“ „Zum Glück sind alle diese Zustände fast beseitigt“, fügt der vorsichtige Dichter hinzu, denn sonst hätte er sein Buch in Rußland nicht veröffentlichen können.Google Scholar
  46. 5.
    „W. war auf Grund gewisser gesellschaftlicher Talente und dienstlichen Wohlverhaltens aus der Sphäre mittleren Beamtentums in die des Regierungsrats befördert worden. Solche Männer pflegen eine gewisse Verbundenheit mit Bildung und Geist herauszukehren, um den Eindruck der Herkunft aus der Familie der Zwölfender zu verwischen.. . . Seinen Unterbeamten gegenüber fühlte er sich als Gottvater in eigener Person.“ Berbig: a. a. O. S. 207.Google Scholar
  47. 1.
    Der Besuch dauerte 2 Minuten, wie wir S. 265 gesehen haben. Der fieberhaft erregte Direktor wurde zu allgemeinem Entzücken nicht beachtet.Google Scholar
  48. 2.
    In dieser Anstalt vermißten die Sträflinge das äußerlich erkennbare Untergebenenverhältnis. Leuss, S. 121 „... wenn der Direktor mit dem Vorgesetzten durch das Haus geht, sind die Mienen, und die Haltung der beiden nicht so, wie sonst in preußischen Diensten das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen sich im Äußeren abzuzeichnen pflegt.“Google Scholar
  49. 3.
    Hoff: S. 227–235 ... „Jetzt ertönte die Klingel aus dem Expeditionszimmer, und sofort führte die Ordonnanzaufseherin die erste Petentin hinein. Aber kaum hatte sich die Türe hinter ihr geschlossen, da ertönte die Klingel von neuem. Die Ordonnanzaufseherin winkte der Nächsten.“ S. 231.Google Scholar
  50. 4.
    Johnston, James A.: Alcatraz prison. Siehe das Kapitel „The prisoners talk“, S. 173f und „the warden talks“, S. 259ff.Google Scholar
  51. 5.
    Spenser: S. 291. „Ich weiß nicht, wer eingriff und die gefährliche Situation in die Hand nahm. Ich glaube, es war der Direktor.“ “He was a very level-headed man.“Google Scholar
  52. 6.
    Siehe die Begegnung Wilsons (S. 6ff.) mit dem Direktor von Leavenworth. Es war ein alter Schutzmann, der langsam aufgestiegen war. Er sagte zu dem Arzt. „Ich bin offen genug, nach 40 Jahren Gefängnisarbeit zu sagen, daß ich immer noch nicht viel über das Innenleben des Sträflings weiß. Noch mehr. Ich traue keinem Polizisten, der mir sagt, er weiß es. Der Schritt vom Schutzmann zum Kriminellen ist oft nicht allzu weit.“ Die englische Formulierung ist viel knapper und besser “It’s not much of a step from cop to con sometimes.“Google Scholar
  53. 1.
    Siehe die geradezu liebevolle Beschreibung Pattersons, S. 103. „Er war ein Kerl, der herumgekommen war, bis nach New York. Vielerfahren war er. Ein ‚regular guy‘. Er wußte viel, wußte, wie man einen schwarzen Mann, einen weißen Mann behandelt. Er ließ bei Regen nicht draußen arbeiten. Ließ heizen, wenn es kalt wurde, sogar die ganze Nacht hindurch.“Google Scholar
  54. 2.
    Deutsch: S. 224.Google Scholar
  55. 3.
    Fuchs: S. 100ff.Google Scholar
  56. 4.
    Fuchs meint, daß die urwüchsige Paschawirtschaft den Gefangenen viel lieber war als „der blut- und herzlose Intellektualismus, der ihnen wie ein eisiger Gedankennebel aus den vernunftgemäßen, ethisch-exakt abgewogenen neuzeitlichen Vorschriften entgegenhauchte, die theoretisch alles wunderbar verbessern, praktisch aber das Schlimmste ungebessert lassen: das seelische Elend der Gefangenen.“ Ebenda S. 100. Über die Abneigung der Sträflinge gegen die vorschriftsmäßige Objektivität des Chefs siehe ebenda S. 101 und 102.Google Scholar
  57. 1.
    Dostojewski: S. 258. Der Dichter führt an, daß nicht nur gute, sondern auch großherzige Vorgesetzte bisweilen von der Seite angesehen, ja einfach verlacht werden. Siehe die Beliebtheit des Strengeren. Auer: S. 89.Google Scholar
  58. 2.
    Direkte Angriffe auf den Direktor sind sehr selten.Google Scholar
  59. 3.
    Dostojewski: S. 373 und 374.Google Scholar
  60. 4.
    „Früh am nächsten Morgen kam einer von den Aufsehern ... in meine Zelle und rief freudestrahlend: ‚Wissen sie’s schon, er ist verreckt, der Hund. Gestern Abend um neun Uhr. — Wer ? — Nun, wer denn sonst als der Alte, der Menschenschinder, endlich hat ihn der Teufel geholt, jetzt brät er in der Hölle, wo sie am tiefsten ist.“ Hau wendet ein, der Mann habe auch seine guten Seiten gehabt.. . „Aber damit fand ich keinen Anklang. Eine Flut von Schimpfwörtern ergoß sich über den Verhaßten; das ganze Haus, Beamte, Aufseher, Gefangene hatten zu leiden gehabt unter der Tyrannei dieses Gewaltmenschen; keinen habe er in Ruhe gelassen; Unzählige habe er auf dem Gewissen, ein Bluthund sei er gewesen, ein Seelenmörder, wenn es noch keine Hölle gäbe, so müßte eine geschaffen werden für diesen Teufel.“ Hau: S. 126, 127.Google Scholar
  61. 5.
    Auer: S. 88.Google Scholar
  62. 1.
    Hau: S. 118.Google Scholar
  63. 2.
    Black: S. 359.Google Scholar
  64. 3.
    Hau: S. 127. — Das war ein alter Oberst gewesen. Stellen wir ihm einen preußischen Festungskommandanten gegenüber, der zu Fritz Reuter sagte: „Quälen Sie sich nicht mit schweren Gedanken. Solange Sie hier sind, haben Sie es hauptsächlich mit mir zu tun, und ich werde, soweit es meine Pflicht erlaubt, Ihr Los zu erleichtern suchen.“ Ut mine Festungstid. Ges. Werke, Bd. X, S. 17. Und der Festungskommandant von Graudenz, ein General, empfing den zum Tode Verurteilten und dann Begnadigten mit folgenden Worten: „Ich sehe aus Ihren Papieren, daß Sie ordentliche Leute sind, und Sie sollen’s hier auch gut haben, denn meine Sache ist es nicht, Leute, die im Unglück sind, noch mehr hinunterzutreten.“ Ut mine Festungstid, Bd. X, S. 119. Aufschlußreich ist die zensierte Gtefangenenmitteilung bei Auer (S. 53): „Der Anstaltsdirektor war (darf nicht wiedergegeben werden. Auer).“Google Scholar
  65. 4.
    Auer: S. 53.Google Scholar
  66. 1.
    Von einem andern, offenbar nervenkranken Anstaltsgeistlichen, der sich an einem Gefangenen verging, berichtet Hau, S. 86–89. Die Auswahl des Nachfolgers war dazu angetan, den Schaden wieder gutzumachen. „In erster Linie: er war ein Mann. Ein gerader, tapferer Mann. Kriegsfreiwilliger, später Divisionspfarrer. Eifriger, gewissenhafter Seelsorger, aber nicht engherzig; kein Kirchenlicht, aber mit viel gesundem Menschenverstand begabt. Dazu von einer grenzenlosen Güte, durch die schlimmsten Enttäuschungen nicht abzubringen von dem unverwüstlichen Optimismus, mit dem er seinen Dienst tat.“ Hau: S. 89 und 90.Google Scholar
  67. 2.
    Auer: S. 89.Google Scholar
  68. 3.
    Linguet: Bastille S. 291 erzählt, daß die im Schloß angestellten Geistlichen niemals der Hinrichtung beiwohnten und daß der Beichtvater selten ein Jesuit war, „da dieser Orden immer einen Widerwillen gegen dergleichen traurige Ämter hatte“.Google Scholar
  69. 4.
    Patterson, S. 30.Google Scholar
  70. 1.
    Leuss, S. 81, 82.Google Scholar
  71. 2.
    Salomon, Ernst v.: Die Geächteten, S. 361. Berlin 1935.Google Scholar
  72. 3.
    „Und dann“, meinte Wilde zu einem Besucher, „mußte ich mit allen andern in die Kirche gehen, wo sie Kirchenlieder singen, schreckliche Hymnen, falsch gesungen, zum Preis ihres erbarmungslosen Gottes.“ Harris, Frank: Oscar Wilde, a. a. O. Bd. II, S. 335. — Später schrieb Wilde an eine Londoner Zeitung und forderte Reformen: Die Direktoren sollten menschlich gemacht, die Beamten zivilisiert und die Geistlichen christianisiert werden. Ebenda Bd. II, S. 397.Google Scholar
  73. 4.
    Berkman: S. 464. — Einige interessante Bemerkungen über die religiösen Schwestern, die im Gefängnis von Saint-Lazare die Aufsicht führen, finden sich bei Maryse Choisy, a. a. O. S. 147–149.Google Scholar
  74. 5.
    Nelson: S. 33. Der Sträfling endet seine Tirade mit den Worten: “I guess, the whole story is, they are afraid of their jobs, the poor bastards.”Google Scholar
  75. 6.
    Bei Nelson, S. 123 werden alle Kategorien dieser Schmuser aufgeführt.Google Scholar
  76. 7.
    Lamson: S. 153.Google Scholar
  77. 8.
    Bjerre, Andreas: Zur Psychologie des Mordes, S. 34–42. Bjerre meint bei Gefangenen religiöse Vorstellungskomplexe gefunden zu haben, die an die primitiven Anfänge aller Religion bei niedrigen Menschenrassen erinnern. Diese Andeutung bedarf der Nachprüfung.Google Scholar
  78. 1.
    Bjerre: S. 38.Google Scholar
  79. 2.
    Clemmer: S. 234.Google Scholar
  80. 3.
    Ebenda S. 237. Der englische Ausdruck ist prägnanter: “a pie in the sky”.Google Scholar
  81. 4.
    Solche Gelüste schildert Blum (S. 80) aus dem Gefangenenlager. Hier malt unter schlecht brennender Petroleumlampe ein Insasse einen Schiffsball im Hafen von Triest aus. Er malt das glanzreiche Gewühl schöner, in duftigen Seidenwolken schwebender Frauen, goldbetreßter Seeoffiziere, ordensgeschmückter Frackträger. Ein anderer träumt davon, „wieder einmal auf Parkettboden gehen zu dürfen, in Lack und Frack und zementharter Hemdbrust, eine hübsche Frau am Arm und ringsherum lauter gutangezogene Menschen....“Google Scholar
  82. 1.
    Wie der erfahrene katholische Priester in Wandworth. Spenser: S. 194.Google Scholar
  83. 2.
    Bei Dostojewskis Hinrichtung (die im letzten Augenblick abgebrochen wurde) kam nach dem Staatsanwalt der orthodoxe Priester, der erst mit gepreßter Stimme über den Text: „Der Tod ist der Sünde Lohn“ predigte, dann aber darauf hinwies, daß nichts in dieser Welt ein Ende hat und den Reuigen ewige Wonne im Jenseits erwartete. Troyat: S. 131.Google Scholar
  84. 3.
    Squire: Sing Sing doctor, a.a.O. S. 200.Google Scholar
  85. 4.
    Der Gefangene ist geneigt, die Grade des Interesses an der Zeit abzumessen, die auf ihn verwandt wird. In Alabama stand morgens nach Patterson (S. 93) eine Schlange von 75–80 Mann vor dem Doktor. Um halb sechs waren sie alle untersucht, und er ging.Google Scholar
  86. 5.
    Beispiele sind Joseph G. Wilson und M. J. Prescor: Problems in prison psychiatry, Caldwell 1939; die Bücher von Dr. Leo Stanley und Dr. Squire und Friedrich Leppmanns immer noch nicht veralteter „Gefängnisarzt“, Berlin 1909.Google Scholar
  87. 1.
    Auer: S. 131.Google Scholar
  88. 2.
    „Ich hatte von einem Tag auf den anderen Angst vor seinem Besuche, während der Arzt in der Anstalt Str. mit den Gefangenen nicht liebevoller hätte umgehen können, als wenn er einen Krösus vor sich gehabt hätte.“Google Scholar
  89. 3.
    Rinser, Luise: a. a. O. S. 80.Google Scholar
  90. 4.
    Henry, Joan: a. a. O. S. 55 und 56.Google Scholar
  91. 5.
    Harris, Frank: Bd. II, S. 335.Google Scholar
  92. 6.
    Über eine andere Form der Vernachlässigung klagt Wilde ebenda II, S. 337. Es scheint festzustehen, daß die ärztliche Untersuchung in Reading Wildes luetische Erkrankung nicht erkannt hat.Google Scholar
  93. 7.
    Harris: Bd. II, S.335 und 336.Google Scholar
  94. 1.
    Auf dem Spielberg konnte der Arzt anordnen, daß dem kranken Gefangenen die Fußfesseln abgenommen würden. Pellico, Silvio: I mei prigioni, S. 147.Google Scholar
  95. 2.
    Belbenoit: S. 114 und 115.Google Scholar
  96. 3.
    Dostojewski: S. 246.Google Scholar
  97. 4.
    In Guayana reiben sich die Sträflinge Sperma in die Augen, um Entzündung zu verursachen; Erblindungen kommen vor. Belbenoit: S. 102.Google Scholar
  98. 5.
    „Der Erfolg aller dieser Bemühungen war eine gespenstisch wirkende Magerkeit. . .“ Blum: S. 108. — Gegenüber der Haft bedeuten ganz im Gegensatz zur Freiheit lebengefährdende Veränderungen einen erwünschten Vorteil. Die Zuchthäusler sind froh, aus der Anstalt heraus zu den gefährlichen Sprengkommandos zu kommen. Eggerath: S. 157ff. Krankheit bringt Hoffnung, Gesundheit Fortdauer der Gefangenschaft. Im französischen Gefangenenlager trifft eine Kommission ein; die Kranken sollen nach der Schweiz und in die Heimat. Blum (S. 110 und 111) berichtet: „Den Tag über drängt sich ... ein vor Hitze und Erregung schwitzender, dunstender Haufe mehr oder minder zuversichtlicher Spitalsrekruten. Zu ersteren gehören etliche mit einem Lungenklapps Behaftete, deren anmaßende Sicherheit auf die hoffnungslos Gesunden geradezu aufreizend wirkte: so daß mancher unter diesen im stillen den Tuberkelprotzen die eigene gottverdammte Gesundheit an den Hals wünschte.“Google Scholar
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    Hau: S. 30. „Im Ausklügeln immer neuer Tricks ... ist man sehr erfinderisch. Der Arzt weiß das natürlich und wird gewöhnlich mit der Zeit zum Skeptiker, der schließlich immer nein sagt, um nicht immer wieder hereinzufallen.“Google Scholar
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    Fuchs: S. 74.Google Scholar
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    Hau: S. 31. — Dostojewski spricht in 2 Kapiteln von der Krankenabteilung und den Ärzten; manche von ihnen merkten wohl, daß der Mann sich nur krank gemeldet habe, um sich ein bischen zu erholen. Sie verschrieben ihm dann etwas für febris catarrhalis und ließen ihn bisweilen eine Woche ruhig liegen.“ Ebenda S.245.Google Scholar
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    Die Zwischenstufen werden nicht gesondert behandelt.Google Scholar
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    Lamson: S.34ff.Google Scholar
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    Fuchs : S. 70. — Die automatische Selbstdisziplin der Gefangenen haben wir bereits erwähnt. Spenser: S. 287; Salomon, v.: Fragebogen, S. 164. In guten Anstalten eliminieren Mitbeamte über den Direktor ungeeignete Aufseher, die nach Lamson (S. 69) eine Gefahr für sich selbst, die anderen Beamten, die Sträflinge und die ganze Anstalt sind. „Stern, but fair“, ist wie überall auf der Welt das Ideal eines Wärters für den Gefangenen. Lamson: S. 68.Google Scholar
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    Hau, S. 159. „Der Vorsteher der Kanzlei des Direktors, ein Oberjustizsekretär, und sein Gehilfe, wurden verhaftet. Ein entlassener Gefangener hatte Verrat geübt.“ — Bestochene Wärter brachten in Sibirien Frauen dorthin, wo Sträflinge sie treffen konnten. Carr, E.H.: Dostojewski, S. 63. London 1949.Google Scholar
  113. 3.
    Berkman: S. 272. Der Direktor sieht nicht gern, daß ein Wärter zu lange mit dem Sträfling spricht, oder ihm die Hälfte seiner Banane abgibt. — Wenn ein Mann seine Probezeit im Strafanstaltsdienst der Bundesverwaltung durchmacht, so disqualifizieren ihn Haltungen wie : „Fraternisieren mit Gefangenen, Erörterung von Anstaltssachen mit Außenstehenden in einer Weise, die dem Dienst schädlich sein muß“. Bates: S. 172.Google Scholar
  114. 4.
    „Es gilt“, meint Nelson (S. 115), „für einen Verstoß gegen den Gefangenenkodex, mit einem Wärter oder einem anderen Beamten anders als in folgenden beiden Fällen zu sprechen: einmal um einen persönlichen Vorteil auf Kosten des Staates zu erlangen oder die Interessen der Gefangenen als Gruppe zu fördern“.Google Scholar
  115. 5.
    Dostojewski: S. 105.Google Scholar
  116. 6.
    „Fügt man hinzu, daß er (außer seinen nichtswürdigen Eigenschaften) auch listig und klug war, an sich hübsch, selbst ziemlich gebildet und Fähigkeiten besaß, nein, dann war es wohl besser, wenn eine Feuersbrunst, Pest und Hungersnot ausbrach, als daß solch ein Mensch in der Gesellschaft weilte.“ Ebenda S. 105.Google Scholar
  117. 7.
    „Man findet viel Eifersucht und Mangel an Selbstbewußtsein unter ihnen“, Report of the Special Committee, a. a. O. S. 19.Google Scholar
  118. 1.
    „Es ist eine Tatsache“, meint Nelson, ein ausgezeichneter Kenner (S. 188), „daß Wärter und Werkmeister die tödliche Ware ins Gefängnis bringen, gewöhnlich für 25 Dollar und mehr den Ausflug. Der ‚richtige‘ Gefangene nimmt Fühlung mit dem nichtigen’ Aufseher auf. Dieser geht zu einer Adresse, die man ihm gibt. Er geht gewöhnlich an seinem freien Tage hin, empfängt das Paket und bringt es ins Gefängnis, wenn er sich zurückmeldet, gewöhnlich zum Nachtdienst.“Google Scholar
  119. 2.
    Black: S. 365.Google Scholar
  120. 3.
    Anfang der 50er Jahre brauchte eine mäßige Konsumentin Morphium für 7–8 Dollar am Tag. Martin: S. 26.Google Scholar
  121. 4.
    Nelson sagt einsichtigerweise: „Man muß dieser Aussage glauben, sonst gerät das ganze Ordnungssystem der Anstalt ins Wanken“ (S. 125 und 126).Google Scholar
  122. 1.
    Hau beschreibt solche Besucherinnen, S. 156.Google Scholar
  123. 2.
    Clemmer: S. 255.Google Scholar
  124. 3.
    Die Oberbeamten sind nicht weniger absprechend in ihrem Urteil. Ein amerikanischer Direktor meinte, daß seine Aufseher nur an eines dächten : „Wann gibt es zu essen? Wann ist der Dienst aus? Wann gibt es Gehalt?“ Clemmer: S. 187. — ‚Nach Berkman waren zu seiner Zeit die meisten Aufseher von der Stadtverwaltung wegen chronischer Trunkenheit oder grober Brutalität und Korruption entlassen worden (S. 270). Ihm waren die älteren Wärter äußerst zuwider. Einige waren schon 15–20 Jahre im Dienst und nach seiner Meinung „unsagbar gefühllos und grausam“. Berkman begrüßte den Tod eines dieser Leute mit Jubel; er war 40 Jahre lang Aufseher gewesen. Berkman: S. 241.Google Scholar
  125. 1.
    Salomon, v. : Fragebogen, S. 154.Google Scholar
  126. 2.
    Patterson: S. 30. Der englische Ausdruck ist „mean“.Google Scholar
  127. 3.
    „Den Polizeidienst in unserem Stockwerk (es ist Krieg) versah jetzt ein prächtiger Alter mit weißem Patriarchenbart, der 35 Jahre lang Aufseher in einem kleinen Amtsgerichtsgefängnis gewesen war.... Ein ehrwürdiger Greis, gewissenhaft im Dienst mit dem Herzen eines Kindes... . Eine Ausnahme und ein Wunder.“ Hau: S. 105. Er glaubte, daß Gott Grausamkeit bestraft und gab Beispiele einiger Direktoren, die er gekannt hatte. Ebenda S. 105 und 106.Google Scholar
  128. 4.
    Sollten wir diesem Verhärtungsprozeß, der mit besserer Routine einhergehen kann, nicht mehr Beachtung schenken?Google Scholar
  129. 5.
    „Er war derjenige, der den Gefangenen von allen am meisten verhaßt war, bei der Behörde aber als der zuverlässigste ’ galt, wie mir ein Vorgesetzter von ihm sagte. Auf seinem sehr kleinen Körper saß ein Kopf, dessen starke, aber bittere Physiognomie zu der Kleinheit der Gestalt in einem eigenen Kontrast stand (wie wir früher einmal erwähnt haben). Wasserblaue helle Augen ohne Tiefe, aber stahlhart, von Falten umgeben, ähnlich denen, die den spähenden Seemann kennzeichnen, aber mit einer feindlichen, spähenden Zutat; tiefe Falten an beiden Seiten des Mundes vollendeten den Eindruck einer argen Verbitterung.“ Leuss: S. 74.Google Scholar
  130. 1.
    Degrave: S. 224. ‚Ils se vengent sur les malheureux forçats du dédain de leur chefs, du mépris du monde, avec d’autant plus de haine qu’ils peuvent le faire impunément.Google Scholar
  131. 2.
    Bebbig: Knast, S. 206.Google Scholar
  132. 3.
    Ebenda S. 216.Google Scholar
  133. 4.
    „In einer Anstalt, in der jeder Beamte glaubt, daß sein Leben ständig in Gefahr ist, wird der Wärter leicht gefühllos, weil das Gefühl der Bedrohung die feineren Eigenschaften abstumpft. ... Ich kann mir keine Erfahrung vorstellen, die moralisch mehr zerrüttet, als der Wärter von Sträflingen zu sein. So sehr ich Gefangene bemitleide, so denke ich doch, daß seelisch ihre Situation der der Aufseher weit vorzuziehen ist.“ Osborn: Within prison walls, S. 136. Und dies sind die Worte und Gedanken eines Anstaltsleiters.Google Scholar
  134. 5.
    Ebenda S. 136.Google Scholar
  135. 6.
    Lamson: S. 67. — Zur Furcht tritt noch ein soziales Abneigungselement hinzu. Die geistige Überlegenheit mancher Sträflinge wirkt aufreizend (Nelson, S. 118), und es gehört nicht sehr viel dazu, „überlegen“ zu sein, wenn man Berk-man glauben darf (S. 118), daß die Intelligenz der Wärter wenigstens in seiner Anstalt unter der der Sträflinge stand. Als in Coswig die Gefangenen im Kreis herummarschieren und jedesmal einen Kohlkopf unter der Jacke verschwinden lassen, greift der Wärter Berbig heraus: „Mich allein greift Hankel heraus, weil der Haß des Ungebildeten gegen den Gebildeten nun einmal ewig und unauslöschlich ist. „ ‚Du Schwein hast gestohlen ! Ein feiner Mann, der die Kameraden bestiehlt!‘ — Krach! Er schlägt mir die geballte Faust ins Gesicht.“ Berbig : Knast, S. 229.Google Scholar
  136. 1.
    „Eine Furcht vor den Sträflingen ist allgemein, und wo sie nur sind, erscheint sie, ich weiß nicht aus welchem Grunde, von selbst. Irgendeine Ursache muß sie jedenfalls haben.. .“ Dostojewski: S. 73. — Aus Alabama erzählt Patterson von einem Wärter, der immer in Angst war. Als er eines Abends seine Gruppe nach Hause brachte, drehte er sich um und sah seinen Schatten. Er riß die Pistole heraus und schoß darnach, weil er glaubte, daß einer ihm nachging (S. 127).Google Scholar
  137. 2.
    Siehe die Fälle eines Angriffs, die beinahe wie verkappte Selbstmordversuche erscheinen bei Belbenoit, S. 82, 83 und Vera Figner, S. 261.Google Scholar
  138. 3.
    Siehe die Beobachtungen Dostojewskis auf S. 73.Google Scholar
  139. 4.
    Black: S. 360. — Etwas anders sind Angriffe bei einem Ausbruchsversuche zu beurteilen, weil hier wenig untersuchte Zustände der Verzweiflung und eine allerdings selbstverschuldete Notlage vorliegen. Trotzdem biegt sich beinahe automatisch die Angriffsrichtung auf verhaßte Beamte ab, wie in dem Falle, den Fuchs (S. 142) beschrieben hat. Angegriffen wird der Beamte, „mit dem durchaus nicht zu spassen war. Aber er schien eben gerade deshalb besonders geeignet, als Objekt des Zuschlagens zu dienen, weil er der gefurchteste und heftigste aller Beamten war, der schon mit vielen Gefangenen Zusammenstöße gehabt hatte...“Google Scholar
  140. 5.
    Henry, Joan: S. 142.Google Scholar
  141. 6.
    Rinser, Luise: Gefängnistagebuch, S. 179.Google Scholar
  142. 1.
    Leuss: S. 103ff.Google Scholar
  143. 2.
    Pattersons Zellgenosse hat Lues (S. 29).Google Scholar
  144. 3.
    Martin, S. 155, 156. — Der Stadtmensch wird durch Klagen eines Farmers gelangweilt, für dessen Mißgeschick er kein Verständnis hat. S. 155 und 156. Es kostet ihn 15 Dollar, ihn loszuwerden. Wie, wird nicht gesagt.Google Scholar
  145. 4.
    Martin: S. 138 und 139. “The officials just turn their eyes the other way”.Google Scholar
  146. 1.
    Belbenoit: S. 31 und 32.Google Scholar
  147. 2.
    Siehe den Funkspruch Direktor Johnstons von Alcatraz in seinem Buche S. 226.Google Scholar
  148. 3.
    Nelson: S. 130 und 131. Einer der Leute war ein Lebenslänglicher, dessen Vater gegen seine Begnadigung protestierte; der andere wurde nach wenigen Monaten freigelassen. Dem Beamten zu Hilfe zu kommen, war eine sicherere Methode der Befreiung als Flucht. — Fuchs berichtet von einem ähnlichen Fall. Hier schlossen sich die Zelleninsassen, deren Türen noch offenstanden, der Meuterei nicht an. „Sie waren unheldenhafter, dafür aber auch klüger.. . . Sie hofften sich Strafnachlaß zu verdienen, indem sie die Partei der Beamten ergriffen und die beiden Meuterer überwältigen halfen.“ Fuchs: S. 142.Google Scholar
  149. 1.
    Hau: S. 67.Google Scholar
  150. 2.
    Carr, E. H.: a. a. O. S. 65. — Troyat (a. a. O. S. 151) teilt folgende Vorwürfe mit, die Dostojewski mitanhören mußte: „Ihr seid Adlige mit scharfen Krallen, Ihr habt uns einstmals gequält. Einstmals war ’t Ihr Herren und tatet uns weh, jetzt seid Ihr weniger als der letzte unter uns.“ Dostojewski selbst sagte: „Zwei Stunden nach der Ankunft sieht man jeden neuen Sträfling als gleichberechtigt mit den andern an. Dies ist nicht so mit Gebildeten. So gerecht, gütig und klug er auch sein mag, er wird jahrelang Haß und Mißachtung erfahren.“Google Scholar
  151. 3.
    Dostojewski: S. 38 und 40.Google Scholar
  152. 1.
    „Ihre Art von Verbrechen schien unbegreiflich.“ “Whom had they killed or robbed?” Troyat: S. 151 — Siehe der Streit zwischen den „Politischen“ und den wahren Sträflingen bei Deutsch, S. 154.Google Scholar
  153. 2.
    Lamson: S. 104–114.Google Scholar
  154. 3.
    “Bert was getting tired of being neither bull nor con.” Ebenda S. 108.Google Scholar
  155. 1.
    Fuchs: S. 250.Google Scholar
  156. 2.
    Ebenda S. 248.Google Scholar
  157. 3.
    Siehe die Verzweiflung des Anstaltsgeistlichen über einen inhaftierten Amtsbruder, den er einen „widerwärtigen Menschen und eine Schande für den ganzen Stand nannte“. Hau: S. 42 und 43. Siehe einen ähnlichen Fall bei Leuss, S. 81.Google Scholar
  158. 4.
    Spenser: S. 282.Google Scholar
  159. 5.
    Martin erzählt nicht ohne Stolz, daß mit ihm einige der gerissensten Männer des Landes gesessen hätten, „Studierte, Bankiers, Ärzte, Anwälte, Richter, Vizegouverneure“. Die weniger gebildeten Sträflinge wollen die Geheimnisse der Macht und des Geldes von diesen Größen lernen, und daraus entwickelt sich ein respektvolles Verhältnis. Martin: S. 140.Google Scholar
  160. 1.
    Clemmer nennt diese Oberschicht die Elite (S. 107). Vielleicht läßt sich noch eine bessere Bezeichnung finden.Google Scholar
  161. 2.
    Siehe den Vorgang bei Lawes : Twenty thousand years, S. 278. Diese wichtige Person, die der Direktor zu sich berief und um seine Mitwirkung bat, war ein alter Gang-Führer, „voller Schußnarben, ein Veteran zahlloser Dachschlachten und Straßenkämpfe. Er saß wegen Totschlags und war eine Macht unter den Gefangenen geworden“.Google Scholar
  162. 3.
    Weitere Voraussetzungen sind Intelligenz, Erfahrung, Zuverlässigkeit und großes kriminelles Wissen.Google Scholar
  163. 4.
    Diesen Ausdruck höchsten Respekts prägt Black nur (S. 104), weil er seiner jugendlichen Heldenverehrung als ehrerbietigstes Prädikat entspricht; er ist in den meisten Fällen unzutreffend.Google Scholar
  164. 5.
    Die Rangunterschiede der Gefängnisgesellschaft kommen in einem Streit ans Licht (Fallada : Wer einmal aus dem Blechnapf frißt, S. 434). Zwei Kriminelle, die früher zusammen gesessen haben, diskutieren einen großen Einbruch. Der eine hat die Gelegenheit ausbaldowert, der andere ist ein bekannter, vielerfahrener Sachverständiger. Er lehnt die Mitarbeit des „Tieferstehenden“ ab: „Du vermasselst mir alles“, sagte Batzke. „Ich kenn Dich doch aus dem Kittchen. Immer hintenrum, immer mit dem Direktor zusammenhocken, schmusen — das kannst Du. Ich will nicht sagen“, setzte er milder hinzu, „irgend ’ne hübsche Urkundenfälschung oder ’ne Hochstapelei bei Weibern oder hier bei deiner ollen Wirtin, wo man keinen Mut braucht und keine Geistesgegenwart, darin bist du vielleicht tüchtig“. „... Aber“, fuhr Batzke unerbittlich fort, „von dieser Sache mußt Du die Finger lassen.“Google Scholar
  165. 6.
    The „best people“ deutet im kriminellen Räume die soziale Distanz an.Google Scholar
  166. 1.
    Foner, Philip S. : Jack London, American Rebel, S. 356. New York 1947.Google Scholar
  167. 2.
    Das Wort ist unübersetzbar; es bedeutet Macht aus dunklen Quellen und zu dunklen Zwecken.Google Scholar
  168. 3.
    Dr. Wilson: a.a.O. S. 238. „Er wußte so viele Dinge von so wichtigen Leuten draußen.“Google Scholar
  169. 4.
    Martin: S. 141. Der Gangster wurde später hingerichtet. Bewundernd sagt Martin (S. 140): „In Leavenworth findest Du einige Kriminelle höchster Klasse. In der ganzen Welt gibt es nicht ihresgleichen, möchte ich sagen, vom rauhesten Typ bis zur feinsten Spielart.“Google Scholar
  170. 5.
    Siehe den Sträfling mittleren Alters, „zuversichtlich in seinem Auftreten, von besten Manieren. Er hieß der ‚Französische Graf‘ und war der erste Gehilfe im Hauptbüro“. Berkman: S. 255.Google Scholar
  171. 6.
    Clemmer: S. 74.Google Scholar
  172. 7.
    Nelson wirft beide Gruppen durcheinander, wenn er behauptet: „Es gibt im Leben der Anstalt gewisse Persönlichkeiten. Sie bilden wegen ihrer früheren sozialen, politischen oder finanziellen Position, wegen der Berühmtheit, die sie durch ihre Tätigkeit oder Strafprozesse erworben haben, wegen des Anstalts-prestiges, das ihnen durch Ausbrüche oder Ergatterung guter Posten, weiter ihre physische und ihre geistige Leistung zugeflossen ist, das, was man im Gefängnis die Aristokratie oder die Oberschicht nennt.“ S. 18.Google Scholar
  173. 1.
    Das Wort findet sich ebenso bei Gollwitzer, S. 91 wie bei Kogon, S. 347.Google Scholar
  174. 2.
    „Da sind wieder die hohen Herrn Grafen“, bemerkt ein Cockney spöttisch. Spenser: S. 281.Google Scholar
  175. 3.
    Ebenda S. 283.Google Scholar
  176. 4.
    Während zwei Geistige sich bei der Arbeit im Steinbruch über die Willensfreiheit unterhalten, ruft den Unfreien ein Aufseher zu : „He, ihr beiden Professoren! Wie wäre es, wenn Ihr zur Abwechslung mal einen Stein zerschlagen wolltet?“ Spenser: S. 280.Google Scholar
  177. 5.
    Berkman: S. 253 und 254.Google Scholar
  178. 1.
    „Es war interessant, daß die Arrestanten auf die Bauern stets ein wenig von oben herabschauten, obwohl doch die Hälfte von ihnen selbst dem Bauernstande angehörte.“ Dostojewski: S. 123. — Viele amerikanische Slangausdrücke deuten diese Mißachtung an, z. B. appleknocker, yokel; die Worte villain, bumpkin, lout weisen wie unser Kaffer auf bäuerliche Herkunft hin.Google Scholar
  179. 2.
    Clemmer: S. 108.Google Scholar
  180. 3.
    Fuchs: S. 196.Google Scholar
  181. 1.
    „... es gibt keinen Ort auf Erden, wo man so eisern hart über die Versäumnisse, Fehltritte, Sünden und Vergehen anderer urteilt als in einem Gefängnis für lebenslänglich Verurteilte.“ Bjerre: S. 137.Google Scholar
  182. 2.
    Dostojewski: S. 16.Google Scholar
  183. 3.
    „Dieses Tabu ist begreiflicherweise in einer Frauenanstalt besonders stark: Nur zwei Verbrechen werden von allen Kriminellen mit Abscheu angesehen: Erpressung und Kindesmord.“ Henry: S. 62.Google Scholar
  184. 4.
    Überall, wo Geheimnisse blühen, wächst der Denunziant auf. Von dieser unterirdischen Welt und dem, was sie verbirgt, lebt auch der Angeber im Gefängnis. Er ist für den Häftling personifizierte Gemeingefahr und wird entsprechend benannt, betrachtet und behandelt. Siehe die Bemerkung bei Shaw Clifford R.: The natural history of a delinquent, S. 206. Philadelphia 1931.Google Scholar
  185. 5.
    „Ist ... irgendwo ein Schänzerposten infolge Todes, Abganges, Abdankung oder Absetzung des bisherigen Inhabers neu zu besetzen, so besteht große Spannung im Hause, bis der Name des erfolgreichen Bewerbers bekannt wird.“ Hau: S. 56.Google Scholar
  186. 6.
    Hoff: S. 186f. Kapitel: Unsere Ältesten.Google Scholar
  187. 1.
    Morton, James (Big Jim) : I was king of the thieves, Saturday Evening Post, S. 18. 1950.Google Scholar
  188. 2.
    Hau: S. 38.Google Scholar
  189. 3.
    Berbig: a.a.O. S. 209.Google Scholar
  190. 4.
    Eggerath: S. 134.Google Scholar
  191. 5.
    Salomon, v. : S. 155.Google Scholar
  192. 6.
    „Ein Gefangener, der noch etwas auf sich hielt“, sagt Hau (S. 38) „meldete sich nicht zu einem solchen Posten“, aber auch hungrige Gebildete ließen sich gern etwas von diesen Kalfaktoren zustecken. Siehe v. Salomon S. 155 und Berbig S.209.Google Scholar
  193. 7.
    Fuchs: S. 211ff.Google Scholar
  194. 8.
    „Der Grund der Verurteilung verschwindet allmählich ganz aus dem Bewußt-sein und der beamtete ‚Meister ‘ spricht dann von dem gefangenen Gesellen wie von einem ‚braven hochanständigen Kerl ’ ... der besser sei als die meisten draußen.“ Ebenda S. 212.Google Scholar
  195. 1.
    Die Gefangenen sehen mit Bitterkeit auf ihre Erfolge, vor und nach der Einlieferung. „Sie kriegen eine lausig kurze Zeit und wenn sie in die Anstalt kommen, so purzeln der Direktor und die Beamten übereinander, um ihnen die besten Posten und alle möglichen Chancen zu geben.“ Nelson: S. 27.Google Scholar
  196. 2.
    Eine kluge Analyse der Methoden, durch die Schwindler das Gefängnis in die Tasche stecken wie die Menschen draußen, gibt Berkman, S. 274–279.Google Scholar
  197. 3.
    Der Schwindler läßt durch achtloses Versprechen wissen, daß er akademische Bildung hat oder sein Vater, wie er leichthin bemerkt, Senator ist. Ebenda S. 275.Google Scholar
  198. 4.
    v. Salomon, S. 155 und Eggerath, S. 144: „Eines Tages kam ein neuer Mann in meine Zelle. Er hatte ein würdiges Aussehen, sprach ein ausgezeichnetes Deutsch mit gewählten Ausdrücken…. Er hatte jahrelang nach einer raffinierten Methode die Opferstöcke in den Kirchen geleert und mit einem neuen Trick Gastwirte beschwindelt.Google Scholar
  199. 5.
    Aufsichtsbeamte sind arm und wollen vorwärtskommen. Der Gefängnisschwindler spricht von „Verbindungen“ und dem Tor zu Beförderungen und höherem Gehalt, das er, wenn wieder draußen, eröffnen könne. Berkman will in seiner Anstalt beobachtet haben, daß die Wärter innerlich auf die Leute neidisch sind, die es, im Gegensatz zu ihnen, verstehen, schnell und viel Geld zu machen (S. 274).Google Scholar
  200. 6.
    Berkman: S. 213 und 214.Google Scholar
  201. 1.
    Benney, Mark: Low company, S. 240ff. London 1937.Google Scholar
  202. 2.
    Der Ausdruck ist „staff job“.Google Scholar
  203. 3.
    Benney: S.242.Google Scholar
  204. 1.
    Hau, S. 139ff. „Erstens durfte sich der Straßenwart den ganzen Tag über im Freien aufhalten, zweitens blieb er unbeaufsichtigt und konnte sich innerhalb der Mauern frei bewegen, und drittens hatte er Zutritt zur Küche, so daß er keinen Hunger zu leiden brauchte.“Google Scholar
  205. 2.
    Patterson: S. 79.Google Scholar
  206. 3.
    Siehe die Erfahrungen Berkmans (S. 328) und die Darstellung Blacks (S. 363).Google Scholar
  207. 4.
    Dostojewski glaubte, daß das Leben in Sibirien ihn gesünder und kräftiger gemacht hatte. Carr: S. 68.Google Scholar
  208. 5.
    „Schleifer und Polierer in einer Fabrik in Connecticut hatten ... eine Todesrate an Tuberkulose von 19 je 1000, was 12mal so hoch ist als die anderen Angestellten in der gleichen Fabrik.“ Dublin, Louis I., Alfred J. Lotka und Mortimer Spiegelmann: Length of Life, S. 228. New York 1949.Google Scholar
  209. 6.
    Siehe Spenser: S. 277.Google Scholar
  210. 7.
    Nelson (S. 128) kannte einen Gefangenen, der im Büro des Direktors arbeitete : „Wenn er einen für einen Posten empfahl, konnte man sicher sein, daßerihn bekam.“Google Scholar
  211. 8.
    Foner: a.a.O. S. 351 ff.Google Scholar
  212. 9.
    Jack London spricht in Verleugnung seiner sozialistischen Anschauungen von „brother bandits“.Google Scholar
  213. 1.
    Martin: S. 140.Google Scholar
  214. 2.
    ... „Der Herr Aufseher, der eigentlich auf diesem Stuhle sitzen sollte, hat sich in sein Privatgemach zurückgezogen und schnarcht. Darf ich vorstellen ? Der Rothaarige da, der eben die Dickrüben kleinhackt, ist der Kapo der Bande. So wird er genannt von Aufsehern und Zeitpunkt fertig sind...“ Hau: S. 143.Google Scholar
  215. 3.
    Ebenda S. 144Google Scholar
  216. 4.
    Martin: S. 143. „Wir servierten das Bier eiskalt. Wir machten es meist nur für uns selbst. Zu gut, um es an andere zu verkaufen.“Google Scholar
  217. 5.
    Siehe die Kolonnen in den Baukommandos usw., die wie die Säulenheiligen (Kogon S. 96) stillstehen, während dicht daneben andere Häftlinge bis zur völligen Erschöpfung angetrieben werden.Google Scholar
  218. 1.
    Martin: S. 107.Google Scholar
  219. 2.
    Ebenda S. 108.Google Scholar
  220. 3.
    Siehe die kritische Schilderung Haus über die Zuchthausküche (S. 143ff.). „Wer den Strafvollzug kennenlernen wollte, so, wie er ist, nicht so, wie er in den Büchern steht, hier war der Ort, wo er Studien machen konnte.“Google Scholar
  221. 4.
    „Der Posten einer Ältesten ist vielbegehrt und vielbeneidet.“ Hoff: S. 187.Google Scholar
  222. 5.
    „Von manchen Aufseherinnen wurden (die Ältesten) . . . außerordentlich verwöhnt, fast verzogen. Wußte eine solche Älteste sich vollends einzuschmeicheln, so nahm sie bei einzelnen Beamtinnen, eine ausgesprochene Günstlingsstellung ein. Sie konnte sich ungestraft viel herausnehmen; auch fiel mancher Leckerbissen vom Frühstück oder Abendbrot ihrer Gönnerinnen insgeheim für sie ab.“ Hoff: S. 187.Google Scholar
  223. 6.
    Hoff: S. 188. — Ob bei diesen „Schützerinnen“ und „Gönnerinnen“ noch andere Gefühlslagen hineinspielen, kommt in deutschen Darstellungen nicht zum Ausdruck.Google Scholar
  224. 1.
    Lamson: S. 221 ff.Google Scholar
  225. 2.
    Siehe die Gründe, die Marie Hoff (S. 133ff.) in die Arrestzelle brachten.Google Scholar
  226. 3.
    Die eminente Rolle des Tabaks in der Reizöde des Gefängnisses bedarf noch der wissenschaftlichen Untersuchung. Zigaretten sind die höchste Belohnung, die den bombenausgrabenden Zuchthäuslern am Ende des Krieges gegeben wird (Eggerath S. 163). Zigaretten besiegeln die Versöhnung (Berbig S. 232), aber irgendwie muß das Nikotin auf den Häftling noch eine tiefere Wirkung haben. Ein Gefangener bei Berbig (Knast S. 192) zieht das Zuchthaus dem Polizeigefängnis des dritten Reiches vor und sagt: „Du darfst nicht rauchen. Aber einmal kommst du doch irgendwie zu einer Zigarette oder ein wenig Tabak, und plötzlich hast du das Gefühl, ganz unvorstellbar reich zu sein. Deine Lebenszuversicht erstarkt, dein Mut wächst, du siehst der Zukunft mit gehobenem Gefühl entgegen. Wie für den Wüstenwanderer ein Trunk Wasser, für den Hungernden ein Stück Brot, für den Erstarrten ein Lagerfeuer ist für dich diese Zigarette die Lösung aller sozialen Fragen.“....Google Scholar
  227. 1.
    Siehe Hau, S. 158, wo eine in Wohlgerüche gehüllte Lady einem Gefangenen beim Besuch eine bedeutende Geldsumme zusteckt.Google Scholar
  228. 2.
    „Jedermann konnte sich Tabak verschaffen, die Beamten zahlten in Tabak für Nähgarn und Hemdenstoffe und derartige Materialien, welche die Gefangenen in Arbeit hatten und bei einiger Geschicklichkeit leicht einsparen konnten!“ Salomon, v.: Fragebogen, S. 163.Google Scholar
  229. 3.
    Dostojewski: S. 81, 82.Google Scholar
  230. 4.
    Dostojewski: S. 27.Google Scholar
  231. 5.
    Ebenda S. 109.Google Scholar
  232. 6.
    Das Verlangen nach Geld geht nicht auf Behalten, sondern den Genuß des Loswerdens, dessen, was wir Verschwenden nennen, für diese Individuen aber eine Art der Prahlerei, ja des Machtgefühls ist.Google Scholar
  233. 7.
    Zur Psychologie der Einzeldelikte, S. 97 ff. Tübingen 1954.Google Scholar
  234. 1.
    Belbenoit: S. 115ff.Google Scholar
  235. 2.
    Dostojewski: S. 79ff.Google Scholar
  236. 3.
    Belbenoit: S. 121.Google Scholar
  237. 4.
    Kogon: S. 99.Google Scholar
  238. 5.
    Auer: S. 87.Google Scholar
  239. 6.
    Sutherland, Edwin H.: The professional thief, S. 37. Chicago 1937.Google Scholar
  240. 7.
    Patterson: S. 209. — Kogon: S. 115. „Manche Kapos — also die den Gefangenen entnommenen Aufsichtsleute — besaßen nicht nur Hunderte, sondern Tausende von Mark. Sie haben mit dem Geld ein entsprechendes Leben geführt.. .. Ich erinnere mich an einen Kapo, der, wenn die Kantine Entsprechendes zu bieten hatte, folgendes Frühstück zu verzehren pflegte: einen halben Liter Vollmilch mit Keks und Kufchen, Sardinen und Büchsenfleisch auf Semmeln, Erdbeer-Jam mit Schlagsahne.“Google Scholar
  241. 8.
    Patterson: S. 210ff.Google Scholar
  242. 9.
    Dostojewski (S. 26) hat am feinsten die Zusammenhänge erfaßt: „Geld heißt soviel als geprägte Willensfreiheit, es ist daher für den Menschen, der ihrer völlig beraubt ist, von zehnfachem Wert.“Google Scholar
  243. 10.
    “He realizes the only thing that counts is going to be money.” Martin: S. 116.Google Scholar
  244. 1.
    Anstalten mit stockendem Arbeitsbetrieb können keine Prämien zahlen. — Ob einer Geld von außen erhält, ist sehr verschieden. In Kogons Konzentrationslagern (S. 113) erhielten nur etwa ein Drittel der Insassen Geld von ihren Angehörigen (30 Mark je Monat).Google Scholar
  245. 2.
    Wilson: a. a. O. S. 246. “What a racket.”Google Scholar
  246. 3.
    Fuchs: S. 11.Google Scholar
  247. 4.
    Ein Gefangener spricht davon, daß man in seiner Anstalt die Hälfte des Wochenverdienstes für Zusatznahrungsmittel verwenden darf, wobei die langsamen Arbeiter zurückbleiben, ja mit Kostschmälerung bestraft werden. „In kleinen Portionen à 10 Pf. kann er haben: Butter, Schmalz, Wurst, Käse, Bier usw., nicht zu vergessen die beliebten Salzheringe à 5 Pf g.“ — Das war vor 50 Jahren.Google Scholar
  248. 5.
    Dostojewski: S. 109.Google Scholar
  249. 1.
    Die Verordnung eines solchen sanitary courts findet sich bei Barnes und Teeters, S. 854 und 855.Google Scholar
  250. 2.
    Der Ausdruck muß durch australische Sträflinge nach der pazifischen Küste der Vereinigten Staaten gebracht sein. Der Ursprung ist umstritten.Google Scholar
  251. 8.
    Fälle bei Barnes und Teeters, S. 856 und 857.Google Scholar
  252. 4.
    Adventures of an Outlaw, the memoirs of Ralph Rashleigh, a penal exile in Australia 1825–1844, S. 30 und 31. New York 1923.Google Scholar
  253. 5.
    Barnes: The evolution of penology in Pennsylvania, S. 89. Indianapolis 1927.Google Scholar
  254. 6.
    Patterson: S. 17.Google Scholar
  255. 1.
    Wilson: S. 146, 147.Google Scholar
  256. 2.
    Figner, Vera: S. 300.Google Scholar
  257. 3.
    Deutsch: S. 260. „Selbstverständlich brachen wir in dem Augenblick alle Beziehungen zu dem Betreffenden ab, was oft zu ergreifenden Szenen führte.“Google Scholar
  258. 4.
    „Unsere Verhandlungen waren sachlich und vom Willen zur Objektivität getragen“, schreibt Berbig (S. 214). „Mildernde Umstände wurden bereitwillig anerkannt, die moralische Qualität der Zeugen jederzeit genau untersucht.. . . Im August wurde von uns der Aufseher S. zum Tode verurteilt, weil er einen Gefangenen ... an eine Säule gefesselt und derart mit der Stahlrute bearbeitet hatte, daß der arme Kerl — es war ein Italiener — vierzehn Tage im Lazarett zubringen mußte.. ..“ Einen anderen Fall, verurteilt trotz zweifelhafter Zurechnungsfähigkeit, erwähnt Berbig S. 237.Google Scholar
  259. 1.
    „Fast jeder besaß seinen Kasten mit einem Sehloß ... aber die Kästen waren nicht sicher, und ich glaube, man wird sich wohl vorstellen können, was für geschickte Diebe sich hier befanden. Mir selbst stahl ein Sträfling, der mir aufrichtig ergeben war, eine Bibel, das einzige Buch, welches man im Gefängnis haben konnte. Er gestand mir dies am nämlichen Tage noch selbst, aber nicht aus Reue, sondern aus Mitleid mit mir, da ich sie lange Zeit suchte.“ Dostojewski; S.27, 28.Google Scholar
  260. 2.
    Auer: S. 113. Aueb meint, daß das Verbot, andere Gefangene um Eßreste, Heringsköpfe z. B., anzubetteln „den wohl in allen Menschen schlummernden Diebessinn weckt.“ — In San Quentin stürzt sich ein Sträfling, wie Chessmann (Cell 2455 Death Row, S. 219) berichtet, von der obersten Galerie herab und landet tot auf dem Zementboden der untersten Etage. Ehe die Wärter haben hinzuspringen können, haben zwei Gefangene dem Sterbenden die Schuhe abgerissen und sind mit der Beute verschwunden.Google Scholar
  261. 3.
    Hau: S. 144Google Scholar
  262. 1.
    Ebenda S. 145.Google Scholar
  263. 2.
    Aueb: S. 114.Google Scholar
  264. 3.
    Rinser, Luise: S. 66. „Erst im Gefängnis lernt man seine bösen Instinkte kennen. Ich beobachtete das an mir selbst: mein Sinn steht vorwiegend nach Essen, nach kleinen erschlichenen Bequemlichkeiten, wie etwa einer zweiten Bettdecke, die ich in einer offenen Zelle klaute, da ich so friere.“Google Scholar
  265. 4.
    Belbenoit: S. 32.Google Scholar
  266. 5.
    Schlatteb, G. F.: Das System der Einzelhaft. Stimme eines Gefangenen über Zuchthäuser, S. 43. Mannheim 1856. „Ich lernte ... einen Sträfling kennen, der. . . als rückfälliger Dieb schon zum vierten oder fünften Male in der Strafanstalt saß. Derselbe war hier von seiner Neigung zum Stehlen so wenig geheilt worden, daß er vielmehr seinen Aufenthalt in dem Zuchthaus selbst zur Erwerbung einer immer größeren Diebesfertigkeit benutzte. Wenn er nichts anderes erwischen konnte, so stahl er seinem Tischnachbar das Fleisch vom Teller oder das Brot aus dem gemeinschaftlichen Schranke .. . oder er entwendete ihnen einen Teil ihres Arbeitsmaterials, entweder um sich selbst Zeit und Mühe zu ersparen oder auch nur, um seinen unwiderstehlichen Hang zum Diebstahl zu befriedigen.“Google Scholar
  267. 6.
    Pattebson: S. 113.Google Scholar
  268. 7.
    Black und seine Mitsträflinge verkauften nach dem großen Erdbeben vom Gerichtsgefängnis aus falsche Mocassins als echt. Sie kauften billigen falschen Schmuck und wurden ihn mit Gewinn an Besucher los, denen sie weismachten, daß es echte, eingeschmuggelte Ware sei. Black: S. 367.Google Scholar
  269. 1.
    Lamson: S. 227. Gegen dieses Risiko drängen andere Gefängnisgangster dem erschrockenen Opfer gegen Entgelt ihren „Schutz“ auf.Google Scholar
  270. 2.
    Eoner, P. S.: Jack London, a. a. O. S. 353.Google Scholar
  271. 3.
    Patterson behauptet (S. 58), von 2 Aufsehern der Summe von 100 Dollar beraubt worden zu sein.Google Scholar
  272. 4.
    Clemmer: S. 158.Google Scholar
  273. 5.
    Siehe meinen Aufsatz: The limits of Penal treatment, S. 402. 1947.Google Scholar
  274. 6.
    Berkman: S. 367, 368.Google Scholar
  275. 7.
    Martin: S. 141, 142.Google Scholar
  276. 8.
    Wilson: S. 246.Google Scholar
  277. 9.
    Limits of pénal treatment, S. 402.Google Scholar
  278. 10.
    Martin: S. 141.Google Scholar
  279. 11.
    Kansas City Star 13. Nov. 1950.Google Scholar
  280. 12.
    Vorschrift D 1207 der Gefängnisverwaltung von Californien lautet: „Jeder Insasse, der eine geschlechtliche oder unmoralische Handlung begeht, andere dazu anreizt oder dazu bestimmt, wird disziplinarisch bestraft.“ Chessman: a.a.O. S. 220.Google Scholar
  281. 1.
    Dostojewski: S. 80; Belbenoit: S. 119; Patterson: S. 113.Google Scholar
  282. 2.
    Patterson: S. 113. “Guys in prison, they tried all kinds of rackets.”Google Scholar
  283. 3.
    Limits of penal treatment, S. 401.Google Scholar
  284. 4.
    Belbenoit: S. 124ff.Google Scholar
  285. 5.
    Opfer eines solchen „sex feuds“ war Dicky Loeb, einer der Verurteilten im Loeb-Leopold Prozeß. Barnes und Teeters: S. 620.Google Scholar
  286. 6.
    Siehe die Tatsachen und Ausführungen bei Clemmer, S. 264, 265 und 270. — Die Hoffnung der Zuschauer beim tödlichen Duell ist, daß beide Nebenbuhler wegfallen und ihnen den Jungen überlassen.Google Scholar
  287. 7.
    Belbenoit: S. 122.Google Scholar
  288. 8.
    „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, immer dem Getöteten die Schuld zugeben“. Ebenda S. 122.Google Scholar
  289. 9.
    Im Jackson Prison, Michigan waren 1953 im ganzen 4986 Zellen verfügbar. Martin, John Bartlow: The riot at Jackson prison, Saturday Evening Post 953, S. 18.... Ein Zellblock in San Quentin hat 1000 Zellen, in denen 2000 Mann sitzen. Chessman: S. 218.Google Scholar
  290. 10.
    Stanley, Leo: Men at their worst, S. 24. New York 1940.Google Scholar
  291. 11.
    Hau: S. 43; Hagele, J. M.: S. 136; Leuss: S. 81.Google Scholar
  292. 12.
    Lawes: Life and death, S. 181; Lamson: S. 104ff.Google Scholar
  293. 13.
    Mein Buch The criminal and his victim, S. 321.Google Scholar
  294. 14.
    Berbig: S. 195.Google Scholar
  295. 1.
    Ein Jugendlicher erzählt aus dem Gefängnis: „Wir haben Verbrechen durchgesprochen . . . wenn die alten Verbrechen fertig waren, dann wurden Pläne gemacht. . . . Und dann wurde natürlich über Frauen geredet. ... Da waren manche ganz unerschöpflich. Was die schon alles mit Frauen gemacht haben, da wäre ich nie drauf gekommen mit aller Phantasie.“ Habs Bembe: Gefährliches Blut. Der Lebensbericht des 17jährigen Wilfried Helm, S. 108. Stuttgart 1950.Google Scholar
  296. 2.
    Dostojewski: S. 100.Google Scholar
  297. 3.
    Angeführt von Taft, Donald R.: Criminology, a cultural interpretation, S. 445. New York 1950.Google Scholar
  298. 1.
    Chessman: S. 117. „Hier ist etwas, um dir Gesellschaft zu leisten!“ Dann kam das Gas.Google Scholar
  299. 2.
    Black: S. 364.Google Scholar
  300. 3.
    300–400 Pfund Eis werden in eine Badewanne hineingetan und der gefesselte Gefangene hineingeworfen. Martin: S. 109. Es gibt einen bekannten Mordfall — Gattenmord durch einen Arzt, — in dessen Vorgeschichte der plötzliche Todesfall einer vorhergehenden Ehefrau in der eisgekühlten Badewanne auf ärztliche Verordnung des Gatten vorkommt. Das Ergebnis war ein Gehirnschlag. Ted Collins: New York murders, S. 169. New York 1944.Google Scholar
  301. 4.
    Ebenda S. 109. Hier werden die inneren Organe schwer beschädigt.Google Scholar
  302. 5.
    Elliot, Mabel A.: Coercion in penal treatment, S. 46. Ithaca 1946.Google Scholar
  303. 6.
    Bei Shakespeare (Wie es Euch gefällt, III, 2) werden Geisteskranke mit Dunkelheit und Prügel behandelt. Siehe dazu „Was Ihr wollt“ III, 4; IV, 2; V, 1. Professor Elliot erwähnt, daß vor einigen Jahren diese Heißluftbehandlung den Tod mehrerer Gefangener in Pennsylvanien verursachte.Google Scholar
  304. 7.
    Die Einrichtung heißt „Hot box“; der heiße Dampf kehrt auf den Schiffen wieder, die die Sträflinge nach Guyana führten. Belbenoit: S. 30.Google Scholar
  305. 8.
    Nach deutschem Strafrecht nicht strafbar.Google Scholar
  306. 9.
    Es ist entschieden worden, daß der eingesperrte Gefangenenwärter, der mit dem eigenen Schlüssel sich entläßt, strafbare „Flucht“ verübt. Sears, Kennet C. und Henry Weihofen: May’s law of crimes, S. 133. Boston 1938.Google Scholar
  307. 1.
    Jäger, J.: Hinter Kerkermauern, S. 297.Google Scholar
  308. 2.
    Belbenoit: S. 135, 136; siehe auch Degrave S. 276, wo andere Methoden geschildert werden, und Dr. Wilson, S. 182.Google Scholar
  309. 3.
    Lamson: S. 70, 71.Google Scholar
  310. 4.
    “I saw many a skeleton and corpse in and around Atmore.” Patterson: S. 92.Google Scholar
  311. 5.
    Chessman: S. 219.Google Scholar
  312. 6.
    Prisoners in State and Federal prisons, Washington, S. 3. 1952.Google Scholar
  313. 1.
    „discharged“.Google Scholar
  314. 2.
    Chicago Tribune vom 1. Februar 1954. — Belbenoit (S. 185) meint „mehr als drei Viertel“, aber auch das ist noch zu viel und Guayana war ein Sonderfall.Google Scholar
  315. 3.
    Siehe den von Fuchs, S. 123 ff. ausführlich geschilderten Typ des Hans Körner.Google Scholar
  316. 4.
    Diese Vitalität kommt auch in der außerordentlichen Fähigkeit zum Ausdruck, schwere Verletzungen zu überstehen. Siehe Fuchs (S. 143) und den von Lamson (S. 87) beobachteten Fall, in dem der angeschossene Gefangene hartnäckig „sich weigerte“, Blutvergiftung oder irgendeine andere Komplikation zu entwickeln.Google Scholar
  317. 5.
    Der kennzeichnende Ausdruck stammt von einem Gefangenen, der am ersten Tag der Haft in Verzweiflung gerät. Auer: S. 67.Google Scholar
  318. 6.
    Fälle sind bei Linguet (Denkwürdigkeiten über die Bastille, S. 423) und Edward H. Smith (Famous poison mysteries, S. 289) verzeichnet.Google Scholar
  319. 7.
    Figner: S. 292.Google Scholar
  320. 1.
    Ebenda S. 264; Belbenoit: S. 83.Google Scholar
  321. 2.
    Ebenda S. 297.Google Scholar
  322. 3.
    Ebenda S. 302, nach neuntägigem Hungerstreik.Google Scholar
  323. 4.
    Deutsch: S. 258–260. Dem ersten Vorbild folgen eine Reihe anderer. „Unter ihnen befanden sich Jemeljanoff, der eine Bombe gegen den Zaren hatte schleudern wollen, Posen, der als einer der scharfsinnigsten Geister im Kerker galt, und andere. Natürlich wirkte jeder derartige Fall niederschmetternd auf uns.“ Deutsch: S. 260.Google Scholar
  324. 5.
    Das Beispiel eines klassischen Ausbruchs war die Flucht de Latudes und Allègres aus der Bastille (26. Febr. 1756), siehe die Denkschrift de Latudes. Linguet: S. 313–330.Google Scholar
  325. 6.
    Belbenoit: S. 39. „Ich bin sechszehn Jahre hier, sagte der Direktor, und ich kenne euren Sinn besser als ihr selbst. Daß eine Anzahl von euch in zwei Wochen im Dschungel sein werden, weiß ich; ich weiß auch, daß sie bald zurück sein werden und ich werde sie in ihrer Zelle oder im Krankenhaus sehen, die ausgenommen, deren Skelette, von Ameisen weiß gefressen, unter irgendeinem Baum liegen“.Google Scholar
  326. 1.
    Leichte Zäune, so sagt man, sind nur dazu da, unerwünschte Besucher fernzuhalten. Chessman, S. 230.Google Scholar
  327. 2.
    Clark, Charles L.: Lockstep and corridor, S. 33. Cincinnati 1927.Google Scholar
  328. 3.
    “he escaped on the square.“Google Scholar
  329. 4.
    Chessman beschreibt die moderne Anstalt Chino in Californien. Es ist nicht die Zwangsgewalt eines bewaffneten Wärters, sondern das eigene Gefühl der Verantwortlichkeit, das ihn vom Weglaufen abhält (S. 230). Trotzdem entflieht er. Als halbe Entschuldigung hören wir, daß man leicht abhauen kann, die Schwierigkeiten beginnen immer erst, wenn die Flucht gelungen ist (S. 232).Google Scholar
  330. 5.
    Es sind 4 Bände erschienen, die alle Entlassungsmodalitäten behandeln, dazu ein Band über Gefängniswesen.Google Scholar
  331. 6.
    Attorney General’s Survey of release procedures, Bd. V, S. 96. Washington 1939.Google Scholar
  332. 1.
    Kritische Beobachtungen zu einem unzulänglichen Parolesystem teilt Martin, S. 112 mit. Siehe meine Untersuchung: Degrees of parole violation and graded remedial measures in Amer. J. of criminal law and criminology, Bd. 33, S. 363–371, 1943.Google Scholar
  333. 2.
    Zum Beispiel Smith, Edward H.: You can escape, New York 1929. Die berühmtesten Entweichungen führen über die Krankenabteilung.CrossRefGoogle Scholar
  334. 3.
    Lamson: S. 74.Google Scholar
  335. 4.
    Belbenoit: S. 66, 67.Google Scholar
  336. 1.
    Es war das berühmte Pferd Barbar, das auch zur Flucht nach einem Attentate diente. Deutsch: S. 247.Google Scholar
  337. 2.
    Kropotkin, P.: Memoirs of a revolutionary, a. a. O. S. 374ff.Google Scholar
  338. 3.
    Dostojewski: S. 389. „So viel gilt der Erfolg unter Menschen“, sagt Dostojewski bekümmert (S. 390). Das ganze Kapitel: Die Flucht (S. 374ff.) ist psychologisch außerordentlich fein und lehrreich. Von einem heimwehkranken polnischen Soldaten wird gesagt (S. 380), daß sich sein Heimweh in „dumpfen, heimlichen, ewigen Haß verwandelt hatte“.Google Scholar
  339. 4.
    Im Grunde sind sie von sich selbst enttäuscht.Google Scholar
  340. 5.
    RGStr. 57, 75.Google Scholar
  341. 6.
    RGStr. 54, 90.Google Scholar
  342. 1.
    RGStr. 54, 301.Google Scholar
  343. 2.
    Hans Welzel verwendet den Oberbegriff: Haftbruch dogmatisch mit gutem Recht für die ganze Deliktseinheit (Das deutsche Strafrecht, S. 366–368, Berlin 1954). Wonach wir suchen, ist eine kriminalwissenschaftliche Einteilung, die das künftige Strafgesetz nicht ganz übersehen wird.Google Scholar
  344. 3.
    Fuchs: S. 189.Google Scholar
  345. 1.
    „Offen gestehen muß ich, daß ich während unserer täglichen Spaziergänge . .. öfters ganz plötzlich von Fluchtdrang befallen wurde, und es bedurfte meiner ganzen Willenskraft, mich immer wieder von demselben zu befreien.“ Auer: S. 74.Google Scholar
  346. 2.
    Spenser: S. 288ff.Google Scholar
  347. 3.
    Berkman (S. 383), der sogar eine Planskizze bringt.Google Scholar
  348. 4.
    Barnes und Teeters: S. 608. Es stellte sich heraus, daß die ganze Anstalt von Tunneln durchzogen war. — Gefangene des Staates Michigan krochen im Dezember 1953 durch Abwässerkanäle, durchschnitten die Gitter mit einem Azetylenbrenner und erreichten die Außenseite. Chicago Sunday Tribune vom 20. Dezember 1953.Google Scholar
  349. 5.
    Associated Press, 26. Dezember 1949.Google Scholar
  350. 6.
    Lamson: S. 84.Google Scholar
  351. 7.
    Lawes: Life and death, S. 76ff. — Lawes (S. 76) erzählt, daß ein Gefangener in seinem Versteck im Anstaltsbezirk starb und daß sein Skelett 10 Jahre später zufällig gefunden wurde. War es gerade dieser Gefangene und war Hungertod die einzige denkbare Todesursache?Google Scholar
  352. 1.
    Ebenda S. 77, siehe dort die Photographie.Google Scholar
  353. 2.
    Johnston (S. 208) weist auf den dichten Nebel hin, der die Sicht der Wärter und der Flüchtlinge hinderte. Dieser Nebel konnte auch die Flucht erklären.Google Scholar
  354. 3.
    Ein Gefangener hatte Gummienten hergestellt, eine Art Taucherhelm und eine Luftverbindung mit den Enten. Er konnte also unter Wasser atmen und die Enten erregten nicht den Argwohn der suchenden Beamten. Lawes: a. a. O. S. 77.Google Scholar
  355. 4.
    1950 wurde der Versuch gemacht, den Gouverneur Williams bei einer Besichtigung der Anstalt Marquette zu ergreifen. Saturday Evening Post, 1953 vom 13. Juni, S. 134.Google Scholar
  356. 5.
    Black, Jack: S. 360ff.Google Scholar
  357. 1.
    Report oft he Governor’s Special committee to investigate the State Penitentiary, S. 14. Denver 1929.Google Scholar
  358. 2.
    “I am going to kill every God Damn of them.” Report of the Governor’s Special Committee, S. 14.Google Scholar
  359. 3.
    . . .“the demand was not favorably regarded.” Ebenda S. 14.Google Scholar
  360. 4.
    Saturday Evening Post, 13. Juni 1953, S. 134.Google Scholar
  361. 1.
    Black: S. 357.Google Scholar
  362. 2.
    Dostojewski: S. 342.Google Scholar
  363. 3.
    In den Vereinigten Staaten erschien Berkman (S. 300) der Winter besonders bedrückend. Die Fenster waren geschlossen, die Luft schlecht, zu trocken durch die Zentralheizung. Die Arbeit war schwerer, die Strafen strenger. Die Beamten waren gelangweilt, die Gefangenen mürrisch und unzufrieden. Es ist eine Unterströmung der Bevolte da. „Die Gefangenen sind zornig, werden immer zänkischer und werden desperat mit blinder, krampfartiger Widerspenstigkeit.“Google Scholar
  364. 4.
    Dostojewski: S. 344.Google Scholar
  365. 1.
    Wilson: S. 140ff.Google Scholar
  366. 2.
    Jeder Zellblock soll ein Komitee wählen, das über die Tragbarkeit der Mädchenbilder zu entscheiden hat./Die Sträflinge haben ein Ultimatum erwartet, erhalten aber Abendbrot wie gewöhnlieh. Sie werden „gebeten“, nicht beordert, am nächsten Tag die Arbeit wieder aufzunehmen. „Die Spannung ließ sofort nach. Die Leute reparierten die Maschinen, die sie beschädigt hatten. In den nächsten Monaten war die Produktion so hoch wie noch nie. Wilson : S. 144, 145. — Kein Anstaltsleiter würde so rigoros in der Auswahl der unbekleideten Mädchenbilder gewesen sein, wie es die Zensoren der Sträflingsausschüsse waren.Google Scholar
  367. 1.
    Spenser: S. 290–292. Die Alarmglocke der Anstalt war so lange nicht benutzt worden, daß sie abbrach, als sie zum ersten Male wieder gezogen wurde. Gefährliche Sümpfe liegen um die Anstalt.Google Scholar
  368. 2.
    Beschäftigungslos ist der Gefangene nicht nur im „Loch“, sondern auf der etwas leichteren Stufe der Absonderungszelle. Saturday Evening Post, John Bartlow Martin, The riot at Jackson Prison, 13. Juni 1953, S. 43.Google Scholar
  369. 3.
    Report of the Governor’s special committee, S. 40.Google Scholar
  370. 4.
    Attorney General’s Survey Bd. V, S. 53.Google Scholar
  371. 1.
    The limits of penal treatment. J. of Crim Law 1941, S. 403.Google Scholar
  372. 2.
    Bates: S. 158 und 82. Von der Anstalt in Kentucky sagt Bates (S. 81), daß sie für 1000 Insassen gebaut wurde und jetzt 3000 Mann beherbergt, von denen 2000 dauernd untätig sind.Google Scholar
  373. 3.
    Report, S. 30.Google Scholar
  374. 4.
    Saturday Evening Post vom 6. Juni 1953, S. 19.Google Scholar
  375. 5.
    Ebenda S. 46ff.Google Scholar
  376. 6.
    Martin: My life in crime, S. 137.Google Scholar
  377. 1.
    Report, S. 45.Google Scholar
  378. 2.
    Bates: S. 80.Google Scholar
  379. 3.
    Morton, James: I was King of the thieves, Saturday Evening Post vom 19. August 1950, S. 128. Vgl. damit die Empfindungen der beim Bombenangriff eingeschlossenen Gefangenen. Berbig: S. 285; Eggerath: S. 155, 156.Google Scholar
  380. 4.
    Johnston: S. 202.Google Scholar
  381. 1.
    In der Verwirrung und dem Durcheinander der Schlußphase wurde ein Abkommen mit den Gefangenen getroffen und ein Psychologe hielt folgende Ansprache : „Hier ist der stellvertretende Direktor Fox. Ihr habt durch den Rundfunk gehört, daß die Jungens in Block XV (wo die Meuterei ausgebrochen war) gesiegt haben; sie haben jede einzelne ihrer Forderungen erreicht. . . . Gemäß dem Abkommen werden die Jungens vom Block XV um 4 Uhr in den Eßsaal einmarschieren. Keine Staatspolizei wird zu sehen sein. Mit Ward’s (des Rädelsführers) Erlaubnis werden Anstaltsbeamte während der Vorgänge Posto fassen. Photographen und Zeitungsleute werden auf dem Dach Platz nehmen. Earl Ward ist der oberste Führer. Ihm und den anderen Jungs muß man zu der Geschicklichkeit gratulieren, mit der sie verhandelt haben. Sie werden ihr Wort halten. Ich werde mein Wort halten. Vielleicht hat heute eine neue Ära guter und gesunder Beziehungen zwischen Insassen und Verwaltung in amerikanischen Gefängnissen begonnen. Sie haben eine gute Leistung vollbracht. Ich beglückwünsche Euch, Männer in Block XV.“ Saturday Evening Post, 27. Juni 1953, S. 148. — Es dauerte nicht lange, daß Fox entlassen wurde. Man hielt die Rede für ungerechtfertigt und „nicht leicht erklärlich.“Google Scholar
  382. 2.
    Er hatte sich als „Arzt“ herumgetrieben und erzählte dem Psychologen, daß er einen Wärter erschlagen habe, was offenbar erdichtet war. Saturday Evening Post, 13. Juni 1953, S. 134.Google Scholar
  383. 3.
    Black: S. 359. Bei diesem Ausbruch nahmen Sträflinge, nur mit Messern bewaffnet, einen Wachtturm, auf dem ein Maschinengewehr stand. Ebenda S. 361.Google Scholar
  384. 4.
    Lamson: S. 81 und 82.Google Scholar
  385. 1.
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Hans von Hentig
    • 1
  1. 1.Universität BonnDeutschland

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