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Der Begriff der Freiheit

  • Berthold v. Kern

Zusammenfassung

Kann nach alledem von einem selbständigen, den Intellekt etwa meisternden oder auch nur ihn verwertenden Willensvermögen keine Rede mehr sein und ist das Freiheitsproblem damit restlos in das intellektuelle Gebiet verlegt, so handelt es sich nur noch um die Frage: kann überhaupt und in welchem Sinne von Freiheit innerhalb unseres Geisteslebens gesprochen werden? Damit tritt in unserem Problem, dessen Kern ja noch geschlossen vor uns liegt, als zweiter Stein des Anstoßes der Begriff der Freiheit an die Spitze. Auch in der geschichtlichen Entwickelung übrigens ist viel weniger der Streit um den Willen als der Streit um die Freiheit das schwerwiegende Moment gewesen, welchem das eigentliche Interesse galt. War es in der klassischen Philosophie die Ethik, die gelegentlich zur Freiheitsfrage Anlaß gab, so wurde diese Frage geradezu zum zentralen Problem in der christlichen Religion, die zur Aufrechterhaltung der Verantwortlichkeit für die Sünde diese Freiheit vertreten mußte. Im modernen Zeitgeist reiht sich hieran auch die Rechtspflege an, die einer solchen Freiheit zu bedürfen glaubt, um die strafrechtliche Verantwortlichkeit zu sichern. Das Liberum arbitrium indifferentiae und der Buridan’sche Esel sind zu typischen Stichworten in diesem Freiheitsstreit geworden. Demgegenüber war der Wille meist nur das unheimliche Auskunftsmittel für metaphysische Bedürfnisse.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • Berthold v. Kern

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