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Der Begriff des Willens

  • Berthold v. Kern

Zusammenfassung

Vor allem bedarf der Begriff des Willens selber einer entscheidenden Kritik; denn Mißbrauch genug ist gerade mit diesem Begriff getrieben worden. Aristoteles hat die Zweiteilung unseres Geisteslebens in Erkennen und Wollen geschaffen. Spinoza dagegen sagte: voluntas et intellectus unum et idem sunt. Zwischen diesen beiden Gegensätzen bewegen sich die Auffassungen auch heute noch. Die äußerste Auffassung auf der einen Seite sieht den Willen als einfache und ursprüngliche Tatsache des Bewußtseinslebens an, als dessen innersten Kern, als das führende, alles Denken und Handeln beherrschende Element des Lebens, ja darüber hinaus als das allein wahre Wesen alles Weltgeschehens. Etwas abseits von diesem metaphysischen Willensbegriff steht eine mehr empirisch gerichtete Auffassung, die neben dem Willen das Denken als gleichberechtigten Inhalt des Geisteslebens gelten läßt; sie löst sich aber doch von jenem metaphysischen Willensbegriff noch nicht ohne weiteres los, sondern spricht dem Willen immerhin die Entscheidung über die Entschließungen, die Auswahl unter den wettstreitenden Beweggründen zu.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

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  • Berthold v. Kern

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