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Allgemeine Grundgesetze über Magnetismus und Elektrizität

  • Gustav Benischke

Zusammenfassung

Magnetismus und Elektrizität sind uns ihrem eigentlichen Wesen nach unbekannt, und zwar auch dann noch, wenn wir sie als schwingende Bewegungen des sogenannten Äthers betrachten, oder gemäß den ältesten und jüngsten Hypothesen als einen wirklichen Stoff mit Gleichgewichts- und Bewegungszuständen. Bekannt sind und werden uns nur die Wirkungen des Magnetismus und der Elektrizität, und diese sind wir auch imstande durch Versuche zu verfolgen und rechnerisch zu bestimmen.

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Referenzen

  1. 1).
    Die absolute Krafteinheit (das Dyn) ist angenähert gleich dem Gewichte eines Milligramms (§ 296).Google Scholar
  2. 1).
    Die Kraftlinien sind also nur gedachte oder gezeichnete Richtungen, nicht etwa Fäden, die an der Masse befestigt sind. Infolgedessen sind Untersuchungen darüber, ob sich die Kraftlinien mitdrehen oder nicht, wenn man die Masse (Magnet) dreht, von vornherein aussichtslos, indem dabei schon die Vorstellung unterlegt wird, als seien die Kraftlinien wirkliche Fäden. Die fortschreitende Bewegung eines Magnetes oder eines Ankers bewirkt natürlich eine fortschreitende Änderung des Feldes; mehr kann darüber nicht ausgesagt werden, ohne daß man weitergehende willkürliche Vorstellungen hinzutut. Aber es ist sehr anschaulich und für die Darstellung der physikalischen Gesetze sehr nützlich, sich die Kraftlinien in bildlicher Weise als Fäden vorzustellen, die sich mitdrehen, wenn ein Magnet um seine Achse gedreht wird. Vgl. § 127.Google Scholar
  3. 2).
    Die Fixierung der Eisenfeilspäne auf dein Papier geschieht am besten dadurch, daß man mit einem Zerstäuber eine Lösung von Schellack in Alkohol darauf bläst.. In unmittelbarer Nähe der Pole finden sich blanke Stellen; dort ist die Kraft so stark, daß die Eisenfeilspäne von dem Pol an sich gerissen werden.Google Scholar
  4. 1).
    Dieses und das in Abb. 49 abgebildete elektrische Feld wurde von Seddig (Physik. Zeitschr. 5, 1904, S. 403) dadurch erhalten, daß Glyzin-Pulver in reinstes Terpentinöl geschüttet und diese Suspension in eine flache Schale gegossen wurde, in die zwei kleine Kugeln tauchten, die mit einer Elektrisiermaschine verbunden warenGoogle Scholar
  5. 1).
    Das ist nur eine bildliche Ausdrucksweise. Vgl. Anmerk. auf S. 4.Google Scholar
  6. 1).
    Demnach kann man einer Kraftlinie einen entsprechenden Querschnitt bzw. einen prismatischen oder röhrenförmigen Raum zuerkennen. Daher wird zuweilen von „Kraftröhren“ gesprochen. Ein Vorteil ergabt sich dabei aber nicht.Google Scholar
  7. 2).
    Hierin liegt der, Grund, warum in den folgenden Gesetzen mehrmals der Faktor jc auftritt. Man könnte ihn beseitigen, wenn man im Coulombsehen Gesetz (§2) den Faktor c nicht gleich 1 sondern gleich (math) setzen würde.Google Scholar
  8. *).
    Es ist ohne weiteres klar, daß die Kraftlinienmenge, die durch eine diese Kugel umhüllende aber sonst beliebig gestaltete Fläche hindurchtritt, auch gleich 4 πm ist. Das gilt auch dann noch, wenn sich innerhalb der geschlossenen Fläche mehrere Massen von gleicher oder entgegengesetzter Polarität befinden (Satz von Gauß). Befinden sich z. B. innerhalb der geschlossenen Fläche die Massen + m 1 und - m 2, so ist die Kraftlinienmenge, die durch diese Fläche hindurchtritt, gleich 4 π (m 1 - m 2), während 4πm 2 Kraftlinien innerhalb dieser Fläche von der Masse m 2 zur Masse m 1 verlaufen. Bringt man die Masse m 2 aus dieser Fläche heraus, so werden auch die 4πm 2 Kraftlinien herausgenommen, so daß dann die Gesamtzahl der hindurchtretenden Kraftlinien wieder gleich 4πm 1 ist.Google Scholar
  9. 1).
    In den Fachzeitschriften ist öfter die Frage aufgeworfen worden, ob Kraftlinien sich kreuzen können. Kraftlinien eines wirklichen, d. h. resultierenden Feldes können sich nicht kreuzen, weil sie gemäß §4 nichts anderes sind als Kraftrichtungen. Könnten sich solche kreuzen, so würde das nichts anderes bedeuten, als daß die Kraft an der Kreuzungsstelle zweideutig ist; denn eine an diese Stelle gebrachte Probemasse könnte die eine oder die andere Richtung einschlagen. Das ist unmöglich, sondern es kann an jeder Stelle nur eine bestimmte Kraftrichtung geben. Dagegen können sich Kraftlinien komponentaler Felder beliebig kreuzen, und umgekehrt kann eine Kraftlinie an jeder beliebigen Stelle in zwei oder mehrere Komponenten und daher das ganze Feld in zwei oder mehrere komponentale Felder zerlegt werden. Die Zusammensetzung oder Zerlegung von Feldern kann aber nur dann nach dem Kräfteparallelogramm wie in Abb. 10 erfolgen, wenn die Kraftlinierimenge von der elektrisierenden bzw. magnetisierenden Kraft unabhängig, d. h. die Dielektrizitätskonstante bzw. magnetische Durchlässigkeit konstant ist. Bei Eisen ist das nicht der Fall (§91), so daß die Zusammensetzung und Zerlegung eines magnetischen Feldes im Eisen sehr verwickelt und der rechnerischen oder geometrischen Lösung unzugänglich ist (vgl. § 113).Google Scholar
  10. 1).
    Der magnetische Nordpol besitzt negativen Magnetismus, da sich ihm das positive Ende einer Magnetnadel zuwendet.Google Scholar
  11. 1).
    Es ist zu beachten, daß U nur den Arbeitswert zwischen den Massen m und 1 darstellt, also nicht die Dimension einer Arbeit hat, sondern erst nach Multiplikation mit einer Masse die Dimension einer Arbeit erhält, ebenso wie die Feldstärke erst nach Multiplikation mit einer Masse die Dimension einer Kraft erhält (vgl. §297).Google Scholar
  12. 1).
    Kraftfelder, deren Niveauflächen parallele Ebenen mit verschiedenen gegenseitigen Abständen bilden, sind demnach physikalisch unmöglich. Niveauflächen, deren aufeinanderfolgende Abstände verschieden sind, können niemals Ebenen, sondern nur krumme Flächen sein.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1920

Authors and Affiliations

  • Gustav Benischke

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