Zusammenfassung

Zwanzig Millionen Meilen haben wir auf den Wellen des Lichtmeeres durchflogen, vierhundertmal haben wir die Strecke, die den Mond von unserer Erde trennte durchmessen, und vor uns schwebt nun der strahlende Riesenball der Sonne. Aber wer hat es gewagt, einen irdischen Maßstab zu legen an diese ungeheure Wegstrecke, durch die uns wohl der Lichtstrahl in S1/2 Minuten tragen konnte, die aber zu durcheilen schon der Schall 14 Jahre brauchen würde? So fragen wir verwundert, und in der Tat ist es noch nicht gar zu lange her, daß man eine genaue Kenntnis von dieser Entfernung hat. Pythagoras hielt noch den Abstand der Sonne und der Erde für nicht größer als etwa 16–18000 Meilen, und selbst die größten Astronomen des Altertums, Aristarch von Samos, Hipparch und Ptolemäus, wagten, troß der scharssinnigen Messungs-methode des erstern, die Sonne nicht auf mehr als 1146 Halbmesser der Erde zu entfernen. Kepler glaubte diese Schäßung des Sonnenabstandes verdreifachen zu müssen, aber ohne doh einen eigentlichen Grund für seine Annahme zu haben. Im Iahre 1769 wurde das erste sichere Resultat gewonnen. Dies Resultat, das wir einem der wichtigsten und seltensten Ereignisse des Himmels und den vereinten Anstrengungen aller Nationen Europas verdanken, seßte die mittlere Entfernung der Sonne auf 23 984 Erdhalbmesser oder 20 682 329 geogr.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Otto Ule

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