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Zusammenfassung

Die Symptome der krankhaften Erregung, die von der sekundären Funktion ihren Ausgang nimmt, sind entweder krankhafte Vorstellungen oder es sind Empfindungen, Affekte und Willensäußerungen, die auf krankhaften Vorstellungen beruhen. Es ist verständlich, daß derartige Symptome nur auftreten können, wenn ein konstitutionelles Ueberwiegen der sekundären Funktion vorhanden ist, wenn also Hyperfunktion von S besteht. Es handelt sich hier um die gewöhnlich als „psychogen“ bezeichneten Symptome. Gegen diesen Ausdruck ist von unserem Standpunkt vor allem der Einwand zu erheben, daß auch die primären Reaktionen Aeußerungen der psychischen Kraft, psychogen, sind. Die hier gemeinten Symptome unterscheiden sich von den primären Reaktionen durch ihre Entstehungsweise. Da sie nur bei Hyperfunktion von S, also bei hysterischer Konstitution vorkommen können, scheint es zweckmäßiger, sie als hysterisch zu bezeichnen und damit in Gegensatz zu den primären Symptomen zu setzen. Die primären Halluzinationen, Affekte und Willensäußerungen können reproduzierte Elemente enthalten, die primäre Wahnidee in unserem Sinne muß sogar überwiegend Aeußerung der sekundären Funktion sein, sie sind aber nie hysterisch. Sie beruhen nicht auf Vorstellungen, sondern auf präsentativem Erleben. Indem wir „hysterisch” im Sinne von „psychogen“ gebrauchen, tragen wir der oben begründeten Erweiterung dieses Begriffes Rechnung.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Harry Marcuse
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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