Zusammenfassung

Im vorigen Jahre habe ich von einer Stoffwechseluntersuchung an mehreren Knaben des Schulalters berichtet, bei der es mir besonders darauf ankam, das Verhalten einiger Aschebestandteile kennen zu lernen. Auf diesem Gebiete, das fast noch gar nicht erforscht ist, sollte jener Versuch zunächst nur eine Orientierung geben und erst bei der Bearbeitung der Sache selbst, so hoffte ich. sollten sich die Wege zeigen, auf denen man weiter würde vordringen können.

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Literatur

  1. 1).
    Jahrb. f. Kinderheilk. 76, Ergänzungsheft. 1912.Google Scholar
  2. 1).
    Mittelmaße von den 12 Versuchstagen.Google Scholar
  3. 2).
    Lehrbuch I, S. 7–9. 1903.Google Scholar
  4. 3).
    Cit. nach Heubner, Lehrbuch.Google Scholar
  5. 1).
    Jahrb. f. Kinderheilk. 53. 1901.Google Scholar
  6. 2).
    Jahrb. f. Kinderheilk. 57. 1903.Google Scholar
  7. 1).
    Ich habe nur die Hälfte dessen, was gegessen wurde, zur Analyse abgewogen, weil sonst zu große Massen zu verarbeiten gewesen wären. Noch kleinere Bruchteile zu nehmen, z. B. 1/10, wie man es wohl beim Urin tat, schien mir nicht ratsam. Es handelte sich meistens um feste und breiige Substanzen, die doch nicht so gleichmäßig teilbar sind, wie Flüssigkeiten.Google Scholar
  8. 1).
    Der Raumersparnis halber ist nur der von Engling angeführt. Der von Burzlaff weicht nur wenig und auch nur in der Menge der Semmel, der Butter und des Wassers davon ab. Alles andere ist gleich.Google Scholar
  9. 2).
    Die erste Periode von 6 Tagen, in der die Märsche gemacht wurden, ist immer mit „M“ bezeichnet, die zweite ßtägige Periode, in der die Knaben keine besonderen Marschleistungen zu verrichten hatten, mit „R“ (Ruhe).Google Scholar
  10. 1).
    Um aus diesen Zahlen den mit dem Schweiß ausgeschiedenen Stickstoff des ganzen Körpers zu finden, habe ich die Beobachtungen Cramers (Archiv für Hygiene 10. 1890) über die Schweißsecretion benutzt. Danach muß der Hemdschweiß mit 3,07 multipliziert werden, um den des Körpers exklussive Kopf zu finden. Für den Kopf habe ich noch soviel, wie einem Fuß oder einer Hand entspricht (0,4 des Handschweißes) hinzugefügt, also sicher eher zu wenig, als zuviel. Die Zahlen sind in der Bilanztabelle angeführt.Google Scholar
  11. 1).
    Unter Energiequotienten ist, wie Heubner angegeben hat, die pro Kilogramm Körper täglich aufgenommene Menge von großen Calorien zu verstehen.Google Scholar
  12. 2).
    Man könnte mir hier einwenden, daß ja der Junge, wie oben beschrieben worden ist, im Frühjahr des Versuchsjahres, also zur Zeit der Stoffwechseluntersuchung, überhaupt nicht deutlich an Gewicht zugenommen hat. Aber er ist doch gewachsen und länger geworden, und mit den Knochen müssen Muskeln, Sehnen und Bänder zunehmen, auch die Haut. Wie sich die inneren Organe dabei verhalten, wissen wir nicht. Sicher kann aber aus dem zeitweiligen Ausbleiben einer Gewichtszunahme, wie häufig im Frühjahr, nicht geschlossen werden, daß in dieser Zeit keine Eiweißmehrung im Körper eintrete. Der Gewichtsstillstand kann ebensogut durch Verringerung des Fettbestandes bedingt sein.Google Scholar
  13. 1).
    Es ist dabei eins zu beachten. Die theoretischen Berechnungen können nicht von der Länge, sondern müssen von der Masse des Körpers ausgehen, nehmen also auch für das spätere Kindesalter nicht das Längenwachstum, sondern den Massenanwuchs zum Ausgangspunkt. Dieser geht aber oft in den einzelnen Jahreszeiten nicht gleichmäßig vor sich und es ist, wenn man ein Kind nicht das ganze Jahr, sondern nur einige Monate lang beobachtet hat, nicht erlaubt, von dieser beobachteten Massenzunahme allein auf die endgültige des ganzen Lebensjahres zu schließen. Vielmehr muß man versuchen, sich aus dem Entwicklungsstatus und aus dem beobachteten Längen- und Massenwachstum zusammen ein Bild von der jährlichen Entwicklung des betreffenden Kindes zu machen, und die nach den Statistiken durchschnittliche Massenzunahme dann zum Ausgangspunkt für die Berechnung nehmen. Stimmt dann, wie in unserem Falle, die beobachtete Gewichtszunahme gut zu dem Gesamtbild, so sind wir unserer Sache um so sicherer. Es braucht eben in kleineren Zeiträumen nicht ein bestimmter Prozentsatz der Massenzunahme von der Massenzunahme des Skeletts gebildet zu werden, und der Anteil des wachsenden Skeletts an der Gewichtszunahme wird verschieden sein zu verschiedenen Zeiten.Google Scholar
  14. 1).
    Hier könnte jemand sagen: Der Junge ist vielleicht wirklich in dieser Zeit stärker gewachsen, er hat vielleicht durch die starke Bewegung in reiner Luft und freier Natur bei fröhlicher Stimmung einen mächtigen Anreiz zu einer Beschleunigung des Wachstums bekommen. In der Tat hat Roeder (Boeder und Wie-necke, Jugendwanderung und Jugendkraft, Berlin 1912) beobachtet, daß Berliner Schüler im Präpubertätsalter schon durch 6 tägige Wanderungen den Anstoß zu einer besonders beschleunigten Längen- und Gewichtszunahme bekamen, wie durch Kontrolle an Nichtwanderern festgestellt wurde. Hier handelte es sich aber um Großstadtkinder, von denen sicher wenigstens die meisten unter Bedingungen gelebt hatten, die für die Entfaltung ihres ursprünglichen Wachstumstriebes nichts die optimalen waren. Unsere Jungen jedoch lebten schon monatelang in der Anstalt mit ihrem weiten Park, bei reichlicher Ernährung, außerhalb des Weichbildes der Stadt. Es ist aber fraglich, ob dann, wenn vorher keine Hemmungen da waren, durch die genannten günstigen Momente eine Anregung zu einer zeitweiligen Beschleunigung des Wachstums möglich ist. Rubner sagt (Das Problem der Lebensdauer usw., S. 81): „Es gibt kein Mittel, die Wachstumseigentümlichkeiten zu verändern, jedenfalls kann die Ernährung nichts anderes erzielen, als dem individuellen Wachstumstrieb freie Bahn zu lassen.“ Man muß daran festhalten, daß unter physiologischen Bedingungen, das Endresultat des Wachstums nach oben hin nicht verändert werden kann. Denkbar wäre nur, da auch normalerweise Perioden verschiedener Intensität des Wachstums schon innerhalb eines Jahres vorkommen, daß durch besonders günstige äußere Momente, durch besondere Anregung, eine geringfügige Einwirkung auf diese Periodizität hervorgerufen., vielleicht einmal ein etwas früheres Eintreten einer Periode stärkeren Wachstums erreicht werden könne, auch wenn die Verhältnisse, unter denen das Kind bis dahin lebte, gut waren.Google Scholar
  15. 1).
    Vgl. Rubner, Sitzungsber. d. K. Preuß. Akad. d. Wissensch. 30. 1911.Google Scholar
  16. 1).
    Die Frage, die hier jemand auf werf en könnte, ob die Kalkassimilation ohne weiteres als Ausdruck des Knochenwachstums angesehen werden darf, kann man wohl bejahen. Wenn vorher kein Kalkmangel dagewesen ist, wenn physiologische Bedingungen vorhegen, und wenn es sich um gesunde, jugendliche Knaben handelt, so kann man sich nicht gut vorstellen, daß eine starke Kalkanziehung des Knochengewebes vorkommt ohne Wachstum. Abgesehen natürlich von der Kalkassimilation zum Ersatz der Abnutzungsquote, die auch beim ausgewachsenen Knaben vorhanden sein muß.Google Scholar
  17. 2).
    H. Aron, Weitere Untersuchung über die Beeinflussung des Wachstums durch die Ernährung. Verhandl. d. Gesellsch. f. Kinderheilk. in Münster, 1912. Nach dem Referat in der Monatsschr. f. Kinderheilk. 11. 1912.Google Scholar
  18. 1).
    Lehrbuch I, S. 10. 1903.Google Scholar
  19. 2).
    Unter Kalkbedarf ist hier derjenige der Gewebe zu verstehen, nicht der in der Nahrung. Die Menge des Nahrungskalkes muß nach unseren bisherigen Kenntnissen 2–3 mal größer sein.Google Scholar
  20. 1).
    Nach Zuntz und Schumburg, Studien zu einer Physiologie des Marsches. Berlin 1901.Google Scholar
  21. 2).
    Da die kleineren Kalkretentionszahlen in den Ruheperioden hauptsächlich durch die größeren Werte für die Kotkalkausscheidung bedingt werden, und diese wieder durch die größere Menge des Trockenkotes selbst, könnte jemand meinen, daß diese Kotkalkausscheidung die primäre Ursache der verminderten Retention sei. Dann müßte man freilich annehmen, daß für die Kotbildung ein bestimmter Prozentgehalt an Kalk im Minimum notwendig ist, und daß im Versuch dieser niedrigste notwendige Prozentgehalt erreicht wurde. Eine solche aktive Entziehung von Kalk durch den Kot bei starkem Kalkbedürfnis der Gewebe ist, normale Beschaffenheit des Kotes, wie sie hier vorlag, vorausgesetzt, schon sehr unwahrscheinlich. Auch wäre dann nicht verständlich, warum die hier an sich schon hohe absolute Kalkausscheidung durch den Urin (Abweichung von den Befunden in meinem früheren Versuch!), in der zweiten Periode nicht nur ebenso groß (Engling), sondern sogar vermehrt (Burzlaff) gegenüber der ersten war.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Dr. O. Herbst
    • 1
  1. 1.Großn Friedrichs-Waisenhause der Stadt Berlin in Berlin-RummelsburgDeutschland

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