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Leuchtdauer und Polarisation der Fluoreszenzstrahlung von Gasen und der Einfluß magnetischer Felder

  • Peter Pringsheim

Zusammenfassung

Nach der klassischen Theorie wird der durch ein quasielastisch gebundenes Elektron dargestellte Resonator, indem er auf irgendeine Weise, etwa durch Absorption von Strahlung seiner Eigenfrequenz, zum Schwingen gebracht wird, seinerseits Strahlung der gleichen Frequenz aussenden, solange der Schwingungsvorgang fortdauert. D. h. auch nach Aussetzen des Erregungsprozesses wird die Emission noch so lange anhalten, bis die Amplitude des Resonators infolge seiner Energieabgabe durch die Strahlung wieder unendlich klein geworden ist — falls nicht noch anderweitige Kräfte eine raschere Dämpfung verursachen. Nach Drude berechnet sich diese Abklingungszeit bei bloßer Strahlungsdämpfung für die Wellenlängen des sichtbaren Spektralgebietes von der Größenordnung 10-8 sec.; der Verlauf der Abklingungskurve ist exponentiell. Wenn wie bei der optischen Erregung von Resonanzstrahlung eine große Zahl von Resonatoren gleichzeitig in Schwingungszustand versetzt wird, so wird in diesen allen der Vorgang parallel ablaufen, der Abklingungsprozeß im ganzen Gasvolumen ist nur eine vielfache gleichzeitige Wiederholung des einzelnen Elementarprozesses.

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Literatur

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    Die dafür vorliegenden Intensitätsschätzungen durch photographische Aufnahmen besitzen freilich nur qualitativen Wert.Google Scholar
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    Nicht berücksichtigt ist z. B. bei der Auswertung der molekularen Fluoreszenzhelligkeit die Schwächung durch Selbstabsorption im Dampf, die bei großen Dampfdichten sehr beträchtlich sein kann.Google Scholar
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    Ebenso auch für das Vorhandensein der auf Seite 56 erwähnten Absorptionsbanden im unerregten Hg-Dampf; diese müßte man etwa stets, wenn auch in kleiner Zahl existierenden Hg2-Molekülen zuschreiben; und solche nicht erst durch die Erregung mit der Resonanzfrequenz entstehende Moleküle könnten dann auch durch die Linien des Al-Funkens usw. zur Fluoreszenz gebracht werden Doch enthalten derartige Vermutungen vorläufig noch allzuviel Hypothetisches.Google Scholar
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    K′ ist Kaliumdampf, der oberhalb 300° überhitzt ist; in den anderen Fällen immer Sättigung.Google Scholar
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    Auf Grund des Umstandes, daß bei Verwendung dieser Versuchsanordnung durch weitere Erhöhung der magnetischen Feldstärke die Absorption und Reemission in der zweiten Resonanzlampe wieder vermehrt wird, gelingt es, die Dublettnatur der Hg-Linie 2536,7 nachzuweisen.Google Scholar
  8. 1).
    Bei 20000 Gauß ist die Verschiebung der Linien sicher unter 0,01 Å, also direkt nicht nachweisbar.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Peter Pringsheim

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