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Rudolf von Habsburg und die Bäckersfrau

  • L. Mittenzwey

Zusammenfassung

Rudolf von Habsburg ging meistens sehr unansehnlich gekleidet und hatte deshalb manches. Er verzieh aber gern die Beleidigungen, die ihm unter solchen Umständen nur zu leicht widerfuhren. Einst war sein Hoslager vor Mainz, als plößlich Kälte eintrat, die dem alten Manne von siebenzig Jahren sehr beschwerlich fiel. Da ging er ganz allein in die Stadt und sah in einem Bäckerhause sinen Haufen glühende Kohlen, der eben aus dem Dien gezogen war. Um sich an diesen Kohlen zu erwärmen, tritt er treuherzig ein, aber die Bäckersfrau fährt ihn mit groben Worten an und will ihn fortjagen. „Seid nicht so zornig, liebe Frau,“ sagte Kudolf mit sanfter Stimme, „ich bin ein guter, alter Landsknecht, hab’ nicht viel und muß es mitnhmen, so gut mirs kommt.“ — „Ei, was,“ keifte das Weib, „troll Dich zu Deinem Bettelkönig. Es gischieht Euch allen recht. Jhr saugt ja doch nur das Land aus und nehmet den armen Leuten die Nahrung.“  — „Was hat Guch denn der arme König gethan, daß Jhr ihm so gram seid ?“ — „Was,“ schrie das Würfern zur Kast mit seinem großen Troß? Und nun sag’ ich Dir, mach, daß Du fortkommft, ober —“.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1898

Authors and Affiliations

  • L. Mittenzwey

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