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Die Lebensdauer transfundierter, mit Na2Cr51O4 markierter Erythrocyten bei verschiedenen Formen von Anämie

  • O. Gsell
  • P. Miescher
  • M. Allgöwer
  • L. Holländer

Zusammenfassung

Die bisher zugänglichen Methoden zum Studium der Lebensdauer transfundierter Erythrocyten waren zu umständlich um auf breiter Basis angewandt werden zu können. Mit der Entwicklung der Isotopen-Forschung hat sich nun das Cr51 zum Etikettieren der Erythrocyten für Routine-Untersuchungen mit Erfolg eingebürgert. 1950 zeigten Gray und Sterling erstmals die hohe Affinität von Na2CrO4 zum Hämoglobin mit Hilfe des radioaktiven Isotopes Cr51. Die Autoren glaubten allerdings, daß sich diese Methode der Erythrocyten-Markierung nicht für in vivo-Versuche eigne, da die damit gemessene Lebensdauer transfundierter Erythrocyten kürzer schien wie mit den anderen, bewährten Methoden.·1953 bestimmten trotzdem Necheless und Mitarbeiter mit Hilfe dieser Technik die Lebendauer der roten Blutkörperchen beim Menschen. Das Resultat ihrer Versuche zeigte eine geringe Streuungsbreite des normalen Kurvenverlaufes bei relativ einfacher Technik. Die Autoren kamen deshalb zum Schluß, daß sich diese Methode vorzüglich für klinische Zwecke eigne. Als Maß der Lebensdauer schlugen sie die sog. „scheinbare Halbwertszeit“ vor. Diese ist kürzer als die tatsächliche Halbwertszeit, wahrscheinlich infolge eines geringgradigen Verlustes von Na2Cr04 von den Erythrocyten. In ein Koordinatensystem eingetragen folgt die Abnahme der Radioaktivität einem leicht kurvenmäßigen Verlauf. Dieser setzt sich nach MoLLIsoN aus einem exponentiellen und einem linearen Abfall-Prozeß zusammen Ersterer ist wahrscheinlich durch Cr51-Verlust bedingt, letzterer durch den Zelltod der Erythrocyten. Während die effektive Halbwertszeit der Lebensdauer menschlicher Erythrocyten etwa 58 Tage beträgt, mißt die mit Cr51 bestimmte Halbwertszeit nur etwa die Hälfte davon. Klinisch von Interesse sind aber weniger absolute Werte als die Angabe, ob die Lebensdauer der roten Blutkörperchen verkürzt oder normal lang ist. Da der Streuungsbereich der mit Cr51 bestimmten Lebensdauer klein ist, genügt es für klinische Zwecke, die „scheinbare Halbwertszeit“ zu bestimmen. Das hat überdies den Vorteil, daß der Versuch nach spätestens 5 Wochen abgeschlossen werden kann.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1956

Authors and Affiliations

  • O. Gsell
    • 1
  • P. Miescher
    • 1
  • M. Allgöwer
    • 1
  • L. Holländer
    • 1
  1. 1.BaselSchweiz

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