Reorganisation der preußischen Wehrverfassung

Veränderungen und Fortschritte im Heerwesen
  • Franz Otto

Zusammenfassung

Das sechste Jahrzehnt hatte trotz der stürmischen Bewegungen, von denen es erfüllt war, dennoch friedlich geschlossen. Aber noch immer hing schweres Gewölk am politischen Horizont: die „deutsche Frage“ harrte noch ihrer Lösung, und durch den Krieg gegen Rußland, welchen die Westmächte, Großbritannien und Frankreich, im Bunde mit dem aufstrebenden Italien glücklich zu Ende geführt hatten, waren nur zeitweilig dem Übermut des alten „rechtgläubigen“ Erbfeindes des „ungläubigen“ Gebieters am Bosporus Schranken gesetzt worden. Der stolze Zar Nikolaus hatte den für Rußland ungünstigen Ausgang des Krimkrieges nicht überlebt — das Herz war ihm drüber gebrochen, daß seine Heere nicht in Konstantinopel eingezogen waren, nach dessen Besitz den Russen gemäß ehrwürdigen Überlieferungen seit Jahrhunderten gelüstete. Sein Nach-folger, der menschenfreundliche Alexander II., suchte die von seinen Unter-thanen gebrachten schweren Opser einigermaßen vergessen zu machen und die in seinem weiten Reiche herrschende Ausregung zu beschwichtigen, indem er den auf den niederen Volksschichten lastenden Druck linderte, die Leibeigenschaft aufhob und noch andre Reformen ins Werk setzte.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Franz Otto

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