Enttäuschungen, Krise, Kritik und Reformvorschläge, wie sie sich in den Erinnerungen eines Münchener Arztes an die 20. Tagung in Mainz 1842 widerspiegeln

  • Kleines Quellenbuch

Zusammenfassung

Die zwanzigste Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wurde heute vormittags um zehn Uhr in dem festlich geschmückten, ehemaligen Akademie-Saale des neu hergerichteten nordwestlichen Flügels des fürstlichen Schlosses mit einer Rede des ersten Geschäftsführers, Medicinal-Rathes Gröser, eröffnet. Der große Saal war gedrängt voll, und wie gewöhnlich, nicht blos von Collegen, sondern auch von vornehmen und nicht vornehmen Herren, welche es sich zur Ehre rechnen, einer solchen erlauchten Versammlung beiwohnen zu können. Die Galerie sah man fast leer, blos wenige Damen. Der Inhalt der Rede hatte natürlich eine Bewillkommnung, dann das Geschichtliche der Stadt Mainz, was in Beziehung mit der wissenschaftlichen Versammlung stand, endlich Jenes zum Gegenstande, was man in Mainz zu erwarten habe. Die Rede, gut verfaßt, hörte sich eindrucksvoll an, da der Vortrager ein schönes Organ besitzt, und außerdem durch seine edle Greisengestalt eine würdevolle Erscheinung repräsentirt. Nachdem er die Versammlung als eröffnet erklärt hatte, begrüßte dieselbe der zweite Geschäftsführer, als Direktor der naturforschenden Gesellschaft im Namen letzterer, las dann die Statuten der Gesellschaft deutscher Aerzte und Naturforscher mit dem Hinzufügen vor, daß in der neunzehnten Versammlung dieser zu Braunschweig eine Revision der Statuten als zu lösende Aufgabe für die zwanzigste Versammlung beschlossen worden sei, zu welchem Zwecke eine von der Versammlung ernannte Commission zusammentreten, jenen Beschluß und die bereits schon eingegangenen Bemerkungen prüfen und das Ergebniß in der zweiten allgemeinen Versammlung der Gesellschaft vortragen möge. Der Vorschlag, die anwesenden Geschäftsführer früherer Versammlungen zu dieser Commission als Mitglieder zu bezeichnen, fand keinen Widerspruch, in Folge dessen Prof. Leuckard von Freiburg, Prof. Gmelin von Heidelberg, Dr. Kretzschmar von Frankfurt, Obermedicinal-Rath Jäger von Stuttgart, Dr. Mansfeld von Braunschweig, Hofrath v. Martius von München, Prof. d’Outrepont vonWürzburg, Oberbergrath Nöggerrath von Bonn bestimmt und eingeladen wurden, sich mit den jetzigen Geschäftsführern weiter zu benehmen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1958

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