Spezielle Echo-Encephalographie

  • Wolfgang Schiefer
  • Ekkehard Kazner

Zusammenfassung

Für die Beurteilung von Echo-Encephalogrammen ist es erforderlich, das Normalbild in allen Altersstufen zu kennen. Die Auswertung des Kathodenstrahlbildes gestaltet sich bei einem Säugling oder Kleinkind oft wesentlich schwieriger als beim Erwachsenen. Die Dicke der Schädeldecke im Schläfenbereich (hierunter verstehen wir Kopfschwarte, Temporalmuskel und Knochen; Feuerlein spricht von Kopfwanddicke) beträgt beim Neugeborenen nach eigenen Messungen etwa 4 mm. Sie steigt im Laufe der ersten Lebensmonate und -jahre stetig an und erreicht beim 14jähr. Jugendlichen mit durchschnittlich 10 mm praktisch die gleichen Werte wie bei den meisten Erwachsenen (s. Abb. 34). Die Kopfwanddicke ist also im Säuglings-und frühen Kindesalter wesentlich geringer. Vom ultraschallphysikalischen Standpunkt aus kommt aber der Dicke des Schädelknochens, wie bereits an anderer Stelle ausführlich besprochen, die entscheidende Rolle zu. Diese überschreitet bei Säuglingen und Kleinkindern im Bereich der Temporalschuppe selten einen Wert von 1,0 bis 1,5 mm, während wir bei Erwachsenen in Obereinstimmung mit White et al. (1965) hier Knochendicken von 2,5 bis etwa 5 mm gefunden haben. Die von Dilling und Feuerlein (1967) an Leichenschädeln im Temporoparietalbereich gemessenen Werte liegen deutlich höher. Bei der zweimaligen Passage des Ultraschalls durch den kindlichen Schädelknochen wird also wesentlich weniger Energie absorbiert, und es erscheinen hierdurch erheblich mehr Reflexionen auf dem Bildschirm. Allerdings sind viele dieser Kathodenstrahlauslenkungen so variabel, daß schon bei geringfügiger Positions-oder Richtungsänderung des Prüfkopfes diese Echos verschwinden und neue Reflexionen aufschießen. Es entsteht so ein oft sehr verwirrendes Bild, das auf den ersten Blick keine Interpretation zuzulassen scheint. Bei Kindern sind jedoch die gleichen konstanten Echozacken vorhanden wie beim Erwachsenen, die zur Diagnostik intrakranieller Erkrankungen mit Erfolg herangezogen werden können.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Schiefer
    • 1
  • Ekkehard Kazner
    • 1
  1. 1.Neurochirurgischen KlinikUniversität Erlangen-NürnbergErlangenDeutschland

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