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Vergleich der Diathermie mit Kaustik

  • Franz Nagelschmidt

Zusammenfassung

Nicht nur vor dem chirurgischen Eingriff, sondern auch vor dem Thermokauter bietet die Diathermie ganz bedeutsame Vorteile. Zunächst besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Schorf der beiden Methoden. Der Thermokauter mit seiner Temperatur von ca. 1500 Grad karbonisiert die Gewebe. Der Diathermieschorf entsteht bei 70–80° und ist weich. Verkohltes Gewebe ist ein sehr schlechter Wärmeleiter, und so verwehrt der karbonisierte Gewebsschorf der Paquelinwirkung das Vordringen in die Tiefe. Da der Paquelin lediglich durch Koncluktionswärme, die an sich normalen Gewebe schon kaum fortschreitet, wirkt (Levdenfrostsches Phänomen), so ist die ohnehin sehr begrenzte Tiefenwirkung durch clic Bildung des Oberflächenschorfs bereits weiter wesentlich gehemmt. Die Folge ist, daß wir, wenn wir größere Gewebsmengen mit clean Patinelin zerstören wollen, zunächst dazu eine lange Zeit benötigen, mnd daß wir bei der Untersuchung derartiger Schorfe stets in dem zum Teil hochgradig verkohlten Gewebe noch feuchte unkoagulierte Gewebsreste finden. Die weitere Folge hiervon ist, daß der Schorf des Parquelin infolge dieser unvollkommenen Koagulationswirkung die Neigung zu putridem Zerfall und somit zur sekundären Infektion zeigt. Der Diathermieschorf dagegen, der, falls er in richtiger Weise erzeugt wird, weich und leitend ist, gestattet eine unvergleichlich größere Tiefenwirkung, so daß es ein leichtes ist, in wenigen Sekunden eine Tiefenwirkung von 1–2 cm zu erzielen. Die Wirkung ist zudem, schichtweise betrachtet, eine vollkommen gleichmäßige, und es ist bei richtiger Technik gar keine Schwierigkeit, das in die diathermische Operation bezogene Gebiet in sehr kurzer Zeit vollständig durchzukoagulieren oder durchzusterilisieren. Die geringe Tiefenwirkung des Paquelin ¡ª und das ist ein sehr wesentlicher Unterschied hört fast lineär auf und erzeugt nur in allergeringstem Maße eine stimulierende Unterschicht, während wir bei Diatherimeoperationen stets die wesentlichen eliminatorischen Zwischenschichten zwischen Koagulationsgewebe und normalem Gewebe gewinnen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Franz Nagelschmidt
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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