Die Leichenöffnung

  • Herwig Hamperl

Zusammenfassung

In jedem Obduzenten sollte, wenn er an den Sektionstisch herantritt, das Gefühl wach werden, daß er im Begriffe steht, eine ernste, um nicht zu sagen feierliche Handlung vorzunehmen. Ist doch die Auskunft, die uns die Toten über ihre Leiden geben sollen, der letzte Dienst, den ihr Körper uns, den Lebenden, erweist. Es ist, als sprächen sie mit den Worten Michelangelos1 zu uns:

„Menschen waren wir ja auch,

Froh und traurig so wie ihr,

Und nun sind wir leblos hier,

Sind nur Erde wie ihr sehet.

Alles endet, was entstehet,

Alles, alles rings vergehet.“

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Referenzen

  1. 1.
    Siehe Hugo Wolf: Gedichte von Michelangelo Nr.2.Google Scholar
  2. 1.
    Ein Wort zu dieser und den folgenden Zeichnungen: Der Augenblick, in dem der angehende Obduzent hilfesuchend umherblickt, ist dann gekommen, wenn er einen Schnitt in ein Organ legen soll. Deshalb sind auf den Zeichnungen die Organe nicht nach, sondern vor dem Einschneiden dargestellt, und es ist dabei angegeben, in welcher Ebene eingeschnitten werden soll (einfache schwarze Linie) oder wo ein Schnitt beginnt (⊢) und wo er endet (→). Meiner früheren Assistentin, Frau Dr. E. Kern bin ich für die Herstellung der Zeichnungen zu großem Dank verpflichtet.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1962

Authors and Affiliations

  • Herwig Hamperl
    • 1
  1. 1.Pathologischen InstitutesUniversität BonnDeutschland

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