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Grundsätzliche Vorbemerkungen über Massenverschiebungen im Schädelinnenraum

  • R. Kautzky
  • K. J. Zülch

Zusammenfassung

Der mit Dura ausgekleidete Hirnschädel stellt beim Erwachsenen einen starrwandigen und „wasserdichten“ Raum dar. Er besitzt nur eine Öffnung für den Austritt von Liquor — und in beschränktem Maße auch von Hirnmassen —: das Foramen occipitale magnum. Der Innenraum des Schädels kann beim Erwachsenen nicht vergrößert werden. Sein Inhalt — Hirn, Blut, Liquor — ist unkomprimierbar. Trotzdem gibt es eine große Zahl von intrakranialen Erkrankungen, die entweder mit einer Substanzzunahme einhergehen — man bezeichnet sie als raumfordernde Prozesse — oder zu einem Substanzverlust führen und daher Schrumpfungsprozesse (atrophische Prozesse) genannt werden. Diese pathologischen Vorgänge am Hirn mit Volumenzunahme oder -abnahme sind nur dadurch möglich, daß der örtlich begrenzte Zuwachs oder Verlust an Substanz von den anderen Bestandteilen des intrakranialen Raumes durch einen gegensinnigen Vorgang kompensiert wird (Abb. 1). Ein solcher Ausgleichsvorgang muß aber zwangsläufig zu Massenverschiebungen verschiedenster Art führen. Sie gehen so gut wie immer auch mit einer Formveränderung des Gehirns, seiner Gefäße und Liquorräume einher. Diese folgen sämtlich bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Sie lassen sich durch die röntgenologischen Kontrastmittelmethoden sichtbar machen und erlauben so Schlüsse auf den krankhaften Prozeß, der die Massenverschiebungen hervorruft. Es ist deshalb erforderlich, vor der Schilderung der Icontrastmittelverfahren die Grundregeln der intrakranialen Massenverschiebungen zu betrachten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • R. Kautzky
    • 1
  • K. J. Zülch
    • 2
  1. 1.Neurochirurgischen AbteilungNeurologischen UniversitätsklinikHamburg-EppendorfDeutschland
  2. 2.Abteilung für Allgemeine NeurologieMax-Planck-Institut für HirnforschungKöln-LindenthalDeutschland

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