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Der ärztliche Berufskreis

  • Jakob Spinner

Zusammenfassung

Die Umgrenzung des ärztlichen Berufes hat von jeher gewisse Schwierigkeiten an sich, einmal eine Abgrenzung gegen die Tätigkeit des medizinischen Hilfspersonals (Krankenpfleger, Wärter, Schwestern, Diakonissinnen usw.) und den Vertretern der niedern Medizin und Chirurgie (Chirurgen, Hühneraugenoperateure, Masseure usw.), dann aber auch gegen die arztähnlichen Berufe, wie Apotheker, Zahnärzte, Tierärzte und Hebammen.

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Referenzen

  1. 85).
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    Fall X. Ein Apothekerassistent wurde zu 20 M. Geldstrafe verurteilt, weil er einem Patienten auf subjektive Klagen hin eine Diagnose gestellt und den Betreffenden falsch — die Diagnose stimmte nicht — behandelte. Der nachher zugezogene Arzt erstattete Anzeige (Ph. Gh. I9I0, S. 61; Apoth.-Ztg. 1909, Nr. 78). Hier rollt sich gerade das Problem auf, ob nicht den Apothekern verboten werden sollte, speziell für geschlechtliche Krankheiten Mittel ohne Vorschrift auf bloßen Wunsch nach einem Mittel abzugeben; denn nach Erfahrung liegt gerade darin eine Gefährdung der allgemeinen Sicherheit und Gesundheit, daß Geschlechtskranke keine sachgemäße Hilfe erhalten oder nachsuchen. Gerade in diesem zitierten Fall hatte sich der Patient geschämt, sich von Anfang an dem Arzte anzuvertrauen. Wohl aber dem Apothekergehilfen! Vgl. auch Joachim und Korn, 1.c. S. 288. XL Betreffend Bestrafung medizinierender Apotheker vgl. unter „Kurpfuscherei“, ferner M. M. W. 1910, S. 55. Fall Weinert in Köln. Ferner Ph. Ch. 1910, S. 220. Ein Apotheker hatte einer Frau eine Lösung von 35 g Bromsalzen als Schlafmittel abgegeben. Diese trank die ganze Lösung und starb. Von der Anklage wegen fahrlässiger Tötung wurde er freigesprochen, dagegen aus § 367, 3 EStGB. verurteilt (Abgabe von Giften). Pharm. Ztg. 1910, Nr. 7. XII. Wegen Abgabe von Chloroform an eine ihm als zuverlässig bekannte Privatkrankenschwester, wurde ein Apotheker von der Kölner Strafkammer des Landgerichts verurteilt (§ 367, 3), nachdem er zuerst wegen fahrlässiger Tötung unter Anklage gestellt wurde. Die Krankenschwester hatte das Chloroform zum Selbstmord benutzt. Der Apotheker handelt unklug, ja fahrlässig, wenn er bei Magenbeschwerden oder Durchfall Baldrian, Wismut oder Opiate abgibt; denn er kann nicht wissen, ob nicht die Beschwerden auf lebensgefährdende Erkrankungen zurückzuführen sind: Ulcus ventriculi, Carcinoma, Dysenterie, Cholera oder Typhus. Nur dann, wenn der Patient auf irgendwelcher Basis selbst eine Diagnose angibt und ein bestimmtes Medikament verlangt, dann soll der Apotheker ihm ein solches im Rahmen seiner Befugnisse abgeben. Beispielsweise: Ich bekomme bei einem Ritte einen Anfall von Durchfall und verlange in einer Apotheke 20 Tropfen Tinct. Opii simpl. i. Wasser, dann handelt der Apotheker durchaus korrekt, wenn er mir dieses Quantum abgibt. Dagegen erscheint es als unstatthaft, einem Patienten, der etwas bestimmtes verlangt, etwas anderes, besseres an zu empfehlen und ihn zu dessen Abnahme zu veranlassen. XIII. Ein Apotheker hatte einem Patienten auf die Anfrage nach einer bestimmten Flechtensalbe eine andere angeraten, ohne selbst zu wissen, was sie enthielt. Idiosynkrasie des Patienten und Ekzem: die Salbe enthielt ein Hg-Prä-parat. Apotheker, die ein Ersatzpräparat an Stelle eines namengeschützten abgeben, sind strafbar. Entsch. des Reichsger. vom 21. Februar 1911. Auch DiehL 1. c. zieht gegen diese Mißstände zu Felde. (M. M. W. 1911, S. 549.)Google Scholar
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    XIV. So verurteilte ein Hamburger Gerichtshof einen Drogisten, der einer Frau statt Bittersalz (Natr. sulfuric.) ein gleiches Quantum Salpeter (Natr. nitric.) verabfolgte, wegen der dadurch hervorgerufenen geringen Beschädigung (Kratzen im Halse zu 50 M. Geldstrafe oder 10 Tagen Haft (Pharm. Ztg. 1910, Nr. 36, Ph. Ch. 1910, S. 632.) XV. Amschl., „Apothekervergehen“, berichtet in Groß. Archiv, Bd. XXI, von einem Apotheker, der statt Granatwurzelrindenextraktes Brechnußextrakt abgab und den Tod zweier Menschen verschuldete. Er wurde nach § 335 Österr. StGB, bestraft.Google Scholar
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    Vorausgesetzt, daß ein Arzt in Funktion tritt. Sonst ist aber auch die Hebamme selbständig.Google Scholar
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    XVII. „Garantiert schmerzloses Zahnziehen“ wird als unlauterer Wettbewerb aufgefaßt. Urteil des RGer. vom II. III. 1910. M. M. W. 1910, S. 726. XVIII. „Schmerzloses Zahnziehen“ ist unlauterer Wettbewerb. Reichsgericht, Entscheid, v. 13. Dez. 1910.Google Scholar
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    Lehrbuch für Hebammen v. Leopold und Zweifel, Leipzig 1902, S. 2.Google Scholar
  26. 110).
    XX. Einer Hebamme wurde das Prüfungszeugnis entzogen, da ihr fortgesetzter außerehelicher Geschlechtsverkehr nachgewiesen wurde, da eine Hebamme einen unbescholtenen Ruf in geschlechtlicher Beziehung haben müsse. Preuß. Oberverwalt.-Gerichts-Entscheid. v.II. Jan. 1912: vgl. Ebenmayer, 1. c. 1912, S. 2322.Google Scholar
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  28. 112).
    Sicherheits- und gesundheitspolizeiliche Art neben fiskalischen.Google Scholar
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    Korr.-Blatt I909, S. 2I4.Google Scholar
  30. 114).
    Eine scharfe Unterscheidung und Abgrenzung innerhalb der Heilberufe hat keinen praktischen Wert, da sie gekünstelt erschiene und mit der Wirklichkeit kollidieren müßte.Google Scholar
  31. 115).
    Der Johanniterorden oder Maltheserorden spaltet sich in verschiedene Zweige, deren einer evangelisch ist (Ballei Brandenburg). Letzter sowie das Großpriorat von Böhmen befassen sich ganz speziell mit der Krankenpflege.Google Scholar
  32. 116).
    Vgl. Storath, Habitueller Chloroformmißbrauch. D. M. W. 1910, S. 1363. Ferner den unter Apotheker zitierten Fall des Chloroformselbstmordes einer Privatkrankenschwester, vgl. S. 47. Fall XII.Google Scholar
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    Vgl. auch Mory, 1. c. S. 87/88.Google Scholar
  34. 118).
    XXIII. Ein drastisches Beispiel mangelnder Samariterhülfe erinnern wir uns in einem Samariterbuch von Dr. Bernhard, Samaden, gelesen zu haben: „Bei einer Gletschertour zerschnitt sich ein Bergführer die Armschlagader am Handgelenk und mußte, da weder er, noch irgendwer von der Karawane mit der ersten Hilfe durch Esmarchsche Ligatur bekannt war, auf dem Gletscher elend verbluten!“ Dieses klassische Beispiel illustriert nach unserer Ansicht am besten die Notwendigkeit der Samariterausbildung.Google Scholar
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    Privilegiertes Studententum, das eine Rechtsungleichheit bedeutet!Google Scholar
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    Peiper, l. c. S. 7. Fürst, 1.c. S. 52.Google Scholar
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    Peiper, 1. c. S. 8.Google Scholar
  40. 124).
    Auch der Umstand der Verantwortlichkeit ist hier in Berücksichtigung zu ziehen. Wenn ein Spezialist in einem Notfall angerufen wird (er soll als Hautspezialist oder Gynäkologe eine Tracheotomie machen), dann ist er für Fahrlässigkeit ganz gleich verantwortlich wie jeder gewöhnliche Arzt, von dem man diesen Kunsteingriff verlangen kann. Der Arzt, auch wenn er Spezialist ist, soll die allgemeine Praxis betreiben können, denn er ist verpflichtet, sich auch darin weiterzubilden. Vgl. unter J. E.Google Scholar
  41. 125).
    Von uns gesperrt.Google Scholar
  42. 126).
    Vgl. auch D. M. W. 1908, S. 115.Google Scholar
  43. 127).
    Gewerbeärzte werden mehr und mehr Arzte im Anstellungsverhältnis.Google Scholar
  44. 128).
    Die Homöopathie steht auf der Grenze zwischen Systorn-Spezialismus und Kurpfuscherei. Vgl. Kurpfuscherei.Google Scholar
  45. 129).
    M. M.W. 1908, S. 2469.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Jakob Spinner
    • 1
  1. 1.RüschlikonSchweiz

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