Variationen der Lumbosakralgrenze und Bandscheibenvorfall. Beziehung zum Scalenussyndrom

  • Heinz Junge

Zusammenfassung

Über die klinische Bedeutung lumbosakraler Variationen ist eine kaum zu übersehende Literatur vorhanden, die Region des fünften Lendenwirbels gehört zu den unruhigsten des Körpers. Zuerst ist in der ausländischen Literatur die ursächliche Rolle der Sakralisation bzw. Lumbalisation bei der Entstehung von Kreuzschmerzen weitgehend anerkannt worden (Goldwaith, Calvé, Nove-Josserand), in der deutschen sind aber sehr bald kritische Ansichten laut geworden (Liek, Schiiller u. a.). Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, daß gewisse, wenn auch nicht unbedingte Zusammenhänge bestehen. Allerdings kommt das nur für gewisse Formen in Frage. Die großen Abweichungen in den Häufigkeitsangaben von wenigen Prozenten bis zu 60 % beruht vor allem auf der Verschiedenheit der Definition, ob beispielsweise ein vergrößerter Querfortsatz schon als Variation zu bezeichnen ist. Aber auch bei kritischer Auswertung ist es auffallend, daß während im gesamten Material von Normalpersonen die Häufigkeit der Übergangswirbel mit 4 bis 6% angegeben wird (Heise, Hirsch, Meyer-Borstet), bei klinischen Patienten Prozentsätze von 25 bis 50% beobachtet werden (Léri, Ingebrigtsen). Im Material der Kieler Klinik finden sich nach einer Dissertation von Göpel etwa 28% bei Patienten mit Rückenschmerzen gegenüber 10% bei urologischen. Mit Junghanns sind wir der Ansicht, daß man allgemein nur von Übergangs wirbeln, von numerischer Variation sprechen sollte und es nicht zulässig ist, aus dem Röntgenbild nur eines Wirbelsäulenabschnittes eine Lumbalisation bzw. Sakralisation zu diagnostizieren. Wir verweisen hier auf die grundlegenden Zwillings -Untersuchungen von Kühne. Die Gesamtbetrachtung der WS. zeigt, daß es sich um korrespondierende Verschiebungen der Abschnittsgrenzen nach kranial oder kaudal handelt. Kranial versschiebung bedeutet in diesem Sinne eine Sakralisation des fünften Lendenwirbels, kurze 12. Rippe, vergrößerten Querfortsatz D 7 oder Halsrippe. Entsprechend besteht bei Kaudalverschiebung Lumbalisation, massige 12. Rippe bzw. Lendenrippe, hängende, schmächtige erste Rippe.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1950

Authors and Affiliations

  • Heinz Junge
    • 1
  1. 1.KielDeutschland

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