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Die Bedeutung der Angiographie für die Diagnose der cerebralen Thrombophlebitis

  • H. Krayenbühl
Chapter

Zusammenfassung

Die cerebrale Thrombophlebitis ist nach unseren Erfahrungen der letzten Jahre eine nicht allzu seltene, schwere Erkrankung des Zentralnervensystems, welche in differentialdiagnostischer Beziehung für den Hirnchirurgen recht bedeutsam ist, hauptsächlich im Hinblick auf die Abklärung gegenüber dem Gehirnabszeß. Obwohl die Trias: Kopfschmerzen, besonders einseitig, epileptiforme Anfälle und progressive Hemiparese für das Vorliegen einer cerebralen Thrombophlebitis außerordentlich charakteristisch ist, wird die Diagnose im allgemeinen äußerst selten gestellt. Dies ist bemerkenswert, bestehen doch schon seit Jahren ausgezeichnete klinische Studien, besonders namhafter englischer Neurologen, wie Charles Symonds und Purdon Martin, welche die Diagnostik weitgehend geklärt haben. Aber auch im deutschen Schrifttum hat v. Hösslin bereits 1904 die charakteristische Form der Thrombophlebitis im Puerperium beschrieben, ohne jedoch einen besonderen Anklang gefunden zu haben. Es ist das Verdienst von Symonds, auf die Form des otitischen Hydrocephalus als Folgeerscheinung cerebraler venöser Thrombosen bei Mittelohreiterung hingewiesen zu haben, und gelegentlich sind Mitteilungen in der neurochirurgischen Literatur über Operationsbefunde bei Thrombophlebitis erfolgt, wie von Davis und Guillaume. Sehr wahrscheinlich konnten auch Sie gelegentlich einen Operationsbefund erheben, wie er für eine Thrombophlebitis charakteristisch ist, nämlich hochgradiges, mehr oder weniger umschriebenes Odem eines Hirnbezirkes, punktförmige Blutungen in umschriebenen Rindenbezirken mit dunklen, auf Palpation sich derb anfühlenden Venen, welche von einem feinen gelblichen Saum im Sinn einer Begleitmeningitis umgeben sind. Hinzu kommt nicht allzu selten eine mehr oder weniger massive, subkortikale Blutung im Sinn einer Stauungsblutung.

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© Springer-Verlag Wien 1955

Authors and Affiliations

  • H. Krayenbühl
    • 1
  1. 1.Neurochirurgischen UniversitätsklinikZürichSchweiz

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