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Stand der Selbstverwaltungsgebilde

  • Otto Goebel
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Zusammenfassung

Mancher Fachmann würde an dieser Stelle eine nach Branchen gegliederte Darstellung der Selbstverwaltungsgebilde vorziehen. Aber dabei würde die Gliederung nach den Betätigungsrichtungen (wissenschaftliche, wirtschaftliche, Berufs-, Standes-, Klassen- usw. Ziele) bis zur Unkenntlichkeit überwuchert werden. Es soll daher die Gliederung nach Betätigungsrichtungen gewählt werden, wie sie für die meisten Fachgruppen entsprechend wiederkehrt. Die Selbstverwaltungsorganisationen, an denen ein einzelnes Fachgebiet beteiligt ist, sind dabei freilich auf verschiedene Stellen des Buches verteilt, sie lassen sich aber an Hand des Stichwortverzeichnisses unschwer auffinden. Vom Fachmann sollte übrigens auch vorausgesetzt werden, daß er den Organisationsstand auf seinem engeren Fachgebiete kennt, er soll ihn mit Hilfe der hier gewählten Gliederung als einen Teil des Ganzen erkennen und er soll die Organisationsformen auf seinem Gebiet gegenüber denen anderer Fachgruppen abwägen. Soweit möglich, ist innerhalb der einzelnen Betätigungsgebiete eine fachliche Unterteilung beibehalten worden.

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Notes

Literatur

  1. 1).
    Alle diese Vereine verfolgen das Ziel der Pflege ihres Fachs durch Sammlung der Berufsgenossen ohne Rücksicht auf deren Verschiedenheit nach Klasse, Rang, Arbeitgeber- oder Arbeitnehmereigenschaft. Die Sammlung der Berufsgenossen unter Betonung des gemeinsamen statt des trennenden ist ihr letzter Sinn und Zweck. Nach dieser Richtung unterscheiden sie sich von den gewissermaßen unpersönlichen wissenschaftlichen Vereinen, wie dem Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes und ähnlichen/die weiter unten (vgl. S. 86 ff.) besprochen werden sollen. Es kommt natürlich auch vor, daß in Berufsvereinen Interessen von Unternehmungen eine Rolle spielen. Das ist z. B. der Fall beim Deutschen Verein von Gas- und Wasserfachmännern, ohne daß dadurch der Verein seinen Charakter als Berufsverein verlöre. Die Erklärung liegt in der Eigenart der vielfach gemeindlichen Unternehmungen der Gas- und Wasserwerke, die infolge ihrer jeweiligen örtlichen Monopolstellung eine besondere und ausgesprochene Kartellbildung nicht erforderlich machen. Dafür gewinnt der Erfahrungs- und Meinungsaustausch im Verein vielfach die Bedeutung kartellähnlicher Abmachungen.Google Scholar
  2. 1).
    Bis September 1920 war die Zahl der angeschlossenen Verbände auf 190 angewachsen.Google Scholar
  3. 1).
    Leibrock („Arbeitsgemeinschaft“, Leipzig 1920) definiert Arbeitsgemeinschaft als „die auf vertraglicher Grundlage beruhende lose Vereinigung von Unternehmerorganisationen (Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden) auf der einen Seite, sowie Arbeitnehmerverbänden auf der anderen Seite mit dem Ziele der gemeinschaftlichen paritätischen Beratung beruflicher Angelegenheiten“.Google Scholar
  4. 1).
    Leibrock („Arbeitsgemeinschaft“, Leipzig 1920) definiert Arbeitsgemeinschaft als „die auf vertraglicher Grundlage beruhende lose Vereinigung von Unternehmerorganisationen (Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden) auf der einen Seite, sowie Arbeitnehmerverbänden auf der anderen Seite mit dem Ziele der gemeinschaftlichen paritätischen Beratung beruflicher Angelegenheiten“.Google Scholar
  5. 1).
    Noch älter ist der Bismarcksche Gedanke des deutschen Volkswirtschaftsrats aus dem Jahre 1881.Google Scholar
  6. 2).
    Das Schaubild ist, mit freundlicher Erlaubnis, den „Volkswirtschaftlichen Blättern der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft“ Nr. 8 vom 21. Januar 1920 entnommen.Google Scholar
  7. 2).
    Man plante in den neuen Handelskammergesetzgebungen nach dem Entwurf von 1917, die Namen in „Handels- und Industriekammern“ oder (nach der Forderung des deutschen Handelstages) in „Industrie- und Handelskammern“ umzuwandeln, um die Tatsache der zahlenmäßigen Überlegenheit der Industrie zum Ausdruck zu bringen. Man wollte auch die letzten noch fehlenden Landesteile in die Kammerbezirke einbeziehen; die Bezirke sollte in Zukunft der Minister einteilen. Das Wahlrecht sollte auf Frauen ausgedehnt, überall Angestellten- und Kleinhandelsausschüsse errichtet werden, in welche auch Nichtkammermitglieder wählbar sein sollten. Die Reichsregierung beabsichtigte, im Zusammenhang mit, der Errichtung von Bezirkswirtschaftsräten auch reichsgesetzliche Vorschriften über die Handelskammern in Form eines Rahmengesetzes zu erlassen, um die bündesstaatliche Zuständigkeit in der Regelung des Kammerwesens einzuschränken.Google Scholar
  8. 1).
    Wenn durch Verordnung vom 8. Januar und 8. Februar 1919 „Arbeitskammern“ im Bergbau errichtet worden sind, so ist dabei nur der Name mit „Kammern“ gemeinsam. Es handelt sich in Wirklichkeit um Übergänge zu Betriebsräten.Google Scholar
  9. 1).
    Vgl. Hacker, „Die Beiräte für besondere Gebiete der Staatstätigkeit“. Hacker betont, daß Interessenvertretungen ähnlich den Handelskammern von Beiräten nicht immer scharf geschieden werden können. Er bezeichnet die Beiräte auch ab „indirekte. Interessenvertretungen“.Google Scholar
  10. 1).
    Die anfängliche völlige Unabhängigkeit der einmal berufenen Leitung hat man Anfang 1920 beim Seifensyndikat durch Hinzufügung eines freigewählten Beirats abmildern müssen.Google Scholar
  11. 1).
    Vgl. das Werk „Deutsche Forschungsstätten technischer Arbeit“, Verlag des Vereins Deutscher Ingenieure, 1919.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Otto Goebel
    • 1
  1. 1.Technischen Hochschule HannoverDeutschland

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