Das Entartungsproblem als Gipfelpunkt der sozialpathologischen Betrachtungsweise

  • Alfred Grotjahn

Zusammenfassung

Das Wort „Entartung“ in der hier gebrauchten Bedeutung ist natürlich wohl zu unterscheiden von der „Degeneration“, Entartung im eigentlich pathologisch-anatomischen oder klinischen Sinne, als Bezeichnung der degenerativen Veränderungen der Zellen, Gewebe und Organe des Menschen. Entartung in unserem Sinne setzt vielmehr stets eine Vielheit von blutsverwandten Menschen und die Beziehung von Vorfahren zu Nachkommen voraus.

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Literatur

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    Selbst ein so bedeutender Vererbungsbiologe wie W. Johannsen muß am Schluß seines Werkes (Elemente der exakten Erblichkeitslehre. 2. Aufl. Jena 1913. S. 681) bekennen: „Jedenfalls ist es lehrreich, aber fast entmutigend, zu sehen, wie eine so charakteristische Sache, als es die gynephore Vererbung von Abnormitäten ist, in ganz verschiedener Weise gedeutet wird, während wir dabei noch nicht ganz sicher sind, ob überhaupt ,Geschlechtsbestimmung’ zu den Vererbungserscheinungen gehört! Wahrlich, wenn irgendwo, ist in den menschlichen Populationen die Diagnose ,falsche’ oder ,echte’ Erblichkeit schwierig und trügerisch. Und dies ist doch die Basis, auf welcher die sogenannte Rassenhygiene operieren muß!“Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1915

Authors and Affiliations

  • Alfred Grotjahn
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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