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Staatliche Mütterfürsorge und der Krieg

  • Alfons Fischer

Der uns von einer Welt von Feinden aufgezwungene Krieg wird, wie bereits wiederholt von maßgebenden Stellen aus geäußert wurde, zu einer Neuorientierung auch in der inneren Politik führen. Welches Ergebnis die zu erwartende Neugestaltung zeitigen wird, läßt sich heute noch nicht ahnen. Aber mit Bestimmtheit kann schon jetzt behauptet werden, daß alle innerpolitischen Bestrebungen von nationaler und sozialer Gesinnung ihren Ausgang nehmen müssen. Das Deutsche Reich, das ringsum von Feinden bedroht ist, braucht für seine Verteidigung ein zahlreiches Heer. Eine nach vielen Millionen zählende Schar kriegstüchtiger Männer kann aber nur aus einer großen und gesunden Bevölkerung hervorgehen. Soll unser Vaterland hinreichend beschützt sein, so muß durch soziale Maßnahmen für eine große und gesunde Bevölkerung gesorgt werden. Denn es ist zuverlässig festgestellt worden, daß Quantität und Qualität eines Volkes wesentlich von den sozialen Zuständen beeinflußt werden. Wer wollte leugnen, daß vor dem Kriege bei uns manche Mißstände auf sozialem und hygienischem Gebiet obwalteten?

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Literatur

  1. 1).
    Siehe Alf. Fischer: „Die Muttersehaftsversicherung in den europäischen Ländern,“ 2. Auflage. Gautzsch bei Leipzig, 1911.Google Scholar
  2. 1).
    Als erste unter den deutschen Frauen trat im Jahre 1897 Lily Braun für die Mutterschafts Versicherung literarisch ein. (Siehe Archiv f. soziale Politik und Gesetzgebung, Bd. XI.)Google Scholar
  3. 1).
    „Verzeichnis der im Großherzogtum Baden bestehenden Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen.“ Nach dem Stande vom 1. I. 1914 aufgestellt vom Großh. Statistischen Landesamt; Karlsruhe, 1914.Google Scholar
  4. 1).
    Anmerkung bei der Korrektur: Einen sehr beachtenswerten Vorschlag zum Zwecke eines umfassenden Ausbaues der staatlichen Mütterfür sorge veröffentlichte soeben der frühere Kabinettsrat der Kaiserin Dr. jur. Dr. med. h. c. von Behr-Pinnow. Er tritt dafür ein, daß die in Betracht kommenden 5–6 Millionen verheirateten Frauen dem Versicherungszwang unterworfen werden sollen; die jährlichen Ausgaben für die von ihm als erforderlich erachteten Wochenbettunterstützungen schätzt er auf 93,7 Millionen Mark. Siehe Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie, Bd. XI, Heft 3.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1915

Authors and Affiliations

  • Alfons Fischer
    • 1
  1. 1.KarlsruheDeutschland

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