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Die Autobahnen

  • Karl H. Brunner

Zusammenfassung

Durch die Pionierarbeit, die auf diesem Gebiete in den Vereinigten Staaten, in Deutschland, Holland und Italien geleistet wurde, ist die Technik der Autobahnen als vollkommen ausgereift anzusehen. Und wiewohl man heute bereits verschiedene Typen von Überland-Schnellverkehrsstraßen unterscheidet, können als ihre wesentlichen gemeinsamen Merkmale zusammenfassend doch die folgenden hervorgehoben werden:
  1. 1.

    Ihre Bestimmung für ausschließlich motorisierten Verkehr;

     
  2. 2.

    gestreckter, sowohl in der Trasse wie im Längenprofil geschmeidiger Verlauf (größere Radien, keine scharfen Kurven, sanfte Übergänge bei verschiedenem Steigungsverhältnis);

     
  3. 3.

    Übersichtlichkeit (Umfahrung eng verbauter Orte, Vermeidung den Blick behindernder Objekte oder Bepflanzungen, Verbot von Reklametafeln);

     
  4. 4.

    Anbauverbot an beiden Seiten mit Trennung von anschließenden landwirtschaftlichen oder Siedlungsgebieten (Anlage begleitender Grünstreifen ohne direkte Ausfahrt von lokalen Quergassen oder Wegen, von Wirtschaftsparzellen oder Höfen); Beschränkung von Bauobjekten an der Autobahn auf Dienst- und Aufsichtsgebäude und auf die unter 12 bis 14 genannten Baulichkeiten;

     
  5. 5.

    getrennte Fahrbahnen für die beiden Richtungen mit je zwei oder mehr Spuren, mit tunlichst wirksamer Trennung (mittlerer Grünstreifen mit Strauchwerk, das ein gegenseitiges Blenden durch die Scheinwerfer hindert); reichlich angeordnete seitliche Abstellstreifen für parkende Fahrzeuge; weiters, wo überhaupt nötig und zulässig, besondere Bankette für Radfahrer, von den Fahrbahnen durch Rasenstreifen getrennt;

     
  6. 6.

    Erweiterung der Fahrbahnen an den Kurven in bergiger Gegend, bei entsprechend reduzierter Neigung;

     
  7. 7.

    Verteilung der Anschlußstellen an das übrige Straßennetz nach den Erfordernissen der Landesplanung;

     
  8. 8.

    planfreie Lösung der Straßengabelungen, Abzweigungen und Kreuzungen (in Ausnahmsfällen ersetzt durch den Kreisverkehr);

     
  9. 9.

    Vorsorgen für leichte Orientierung, angepaßt an die Fahrgeschwindigkeit (weithin lesbare Warnungs- und Hinweistafeln und sonstige Verkehrszeichen, Wegweiser und Ortstafeln);

     
  10. 10.

    Anpassung an die Gegebenheiten der Natur und landschaftliche Gestaltung des durch die Autobahn angeschnittenen Geländes;

     
  11. 11.

    entsprechende Einbindung der Autobahn bzw. ihrer Zubringerstraßen in das städtische Verkehrsstraßennetz;

     
  12. 12.

    Ausstattung der Strecken mit den erforderlichen Tankstellen und Autobedienungs-Stationen mit Wagenparkflächen, hinreichend abgerückt von der Autobahn;

     
  13. 13.

    Vorsorgen für Verkehrsaufsicht und erste Hilfe;

     

Die allgemeine Verkehrsaufsicht und die Vorkehrungen für rasche Hilfe bei ernsteren Pannen oder Unfällen sind auf Autobahnen von erhöhter Bedeutung. In dieser Hinsicht sind in Deutschland die „Autowachen“ in vorbildlicher und wirksamer Weise tätig.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1955

Authors and Affiliations

  • Karl H. Brunner
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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