Die Gespinstfasern

  • Paul Heermann

Zusammenfassung

Die in der Textilindustrie verwendeten Gespinstfasern (im weiteren Sinne) sind entweder natürlichen oder künstlichen Ursprungs. Erstere zerfallen in pflanzliche, tierische und mineralische Fasern; zu den Kunstfasern gehören vor allem die Kunstseiden; die Kunstwolle kann nur in beschränktem Sinne zu diesen gerechnet werden.

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Literatur

  1. 1).
    Unter den Asbesten unterscheidet man den Hornblenden-Asbest, der für die Textilindustrie nicht in Frage kommt und den Serpentin-Asbest. Von letzterem sind die wichtigsten Sorten der Kanadische und der Sibirische Asbest. Diese Asbeste werden als Packungen, Isolationsmassen, feuerfeste Gewebe u. ä. in beschränktem Maße für die Zwecke der Textilindustrie, meist in Mischung mit Baumwolle u. a., gebraucht. In der Veredelung spielen die Asbeste keine nennenswerte Rolle.Google Scholar
  2. 1).
    Nach der neueren Vakuumdestillationsmethode von A. Pictet, wobei aus Polyosen das Lävoglucosan hervorgeht (für das Pictet und Sarasin dieselbe Konstitutionsformel wahrscheinlich machen wie Green sie für die Zellulose annimmt), hat die Greensche Zelluloseformel an Wahrscheinlichkeit erheblich gewonnen.Google Scholar
  3. 2).
    K. Gebhard: Chemiker-Zeitung 1913. S. 601ff.Google Scholar
  4. 3).
    Näheres s. W. Ostwald, Grundriß der Kolloidchemie.Google Scholar
  5. 1).
    Abteilung: Phanerogamen (oder Spermaphyten); Gruppe: Angiospermen; Klasse: Dikotylen; Unterklasse: Choripetalae; Ordnung: Columniferae ; Familie: Malvaceen; Gattung: Gossypium.Google Scholar
  6. 1).
    Die kürzeren Fäserchen, die die Samenschale wie mit einem Vlies überziehen, auch „Nepo” genannt, hat man in jüngerer Zeit durch einen sinnreichen mechanischen Prozeß abzuscheiden gelernt. Diese Fäserchen scheinen mit der Baumwollfaser identisch zu sein; in Deutschland nennt man sie auch „Virgo-Fasern”.Google Scholar
  7. 1).
    Unreife und tote Baumwolle wurden früher als identisch betrachtet. Nach A. Herzog sind diese Haare im optischen und technischen Verhalten zwar sehr ähnlich, aber nicht identisch. Die toten Haare stellen entartete Haare dar und unterscheiden sich beispielsweise durch Schrägstreifungen, die bei unreifer Baumwolle nicht vorkommen. Infoge des hohen Eiweißgehaltes färbt sich die unreife Baumwolle durch substantive Farbstoffe stärker an als die reife. Die Wandungen der unreifen und toten Haare sind, wie aus dem mikroskopischen Bilde hervorgeht, fast völlig ungefärbt.Google Scholar
  8. 1).
    Zeitschr. f. angew. Chemie 1912, S. 396, 1913, S. 24 ff.Google Scholar
  9. 1).
    Wie Baumwolle (s. d.) bis zur Unterklasse: Choripetalae; dann Ordnung: Gruinales; Familie: Linaceen; Gattung: Linum; Art: Linum usitatissimum.Google Scholar
  10. 1).
    Näheres s. A. Weiss, Textil-Technik und Textil-Handel.Google Scholar
  11. 1).
    Wie Baumwolle bis zur Klasse: Dikotylen; dann Unterklasse: Apetalae; Ordnung: Urticinae; Familie: Urticaceen; Gattung: Cannabis; Art: Cannabis sativa.Google Scholar
  12. 1).
    Wie Baumwolle (s. d.) bis zur Ordnung: Columniferae; dann Familie: Tilia-ceen; Gattung: Corchorus; Art: Corchorus capsularis und C. olitorius.Google Scholar
  13. 1).
    Kreis : Wirbeltiere ; Klasse : Säugetiere ; Ordnung : Artiodaktyla; Unterordnung : Artiodaktyla ruminantia (Wiederkäuer); Familie: Cavicornia (Horntiere); Unter-familie: Ovina (Schafe und Ziegen); Gattung: Ovis (Schaf).Google Scholar
  14. 1).
    Nach diesen Eigenschaften bezeichnet man auch als Merinowollen die kürzeren und stärker gekräuselten Wollen, als Cheviotwollen die längeren, ungekräuselten, glänzenden und weichen Wollen. Letztere kommen den Kreuzungsoder Crossbredwollen nahe (s. w. u.).Google Scholar
  15. 1).
    S. a. René Haas, Elsässisches Textilblatt 1912, S. 534, 589, 678ff.Google Scholar
  16. 1).
    Man hat vorgeschlagen, die Wollen auch nach dem Aschengehalt zu beurteilen und einen Höchstaschengehalt von 3,5 % für gute Schurwollen u. dgl. anzunehmen. Höherer Mineralgehalt läßt auf Vorhandensein von mit Chemikalien gewonnenen Gerberwollen usw. schließen.Google Scholar
  17. 2).
    In Lohnwollwäschereien werden die Waschwässer vielfach auf Lanolin usw. verarbeitet. Die Tuchfabriken, die ihre Wolle selbst waschen, lassen die fetthaltigen Waschwässer fast immer unausgenutzt laufen. Gewaschene Wollen sind nicht ganz fettfrei, sondern enthalten vielfach noch erhebliche Fettmengen. Kapwollen, die sich schlecht waschen und entfetten lassen, enthalten meist noch 1–2 % und mehr Fett.Google Scholar
  18. 1).
    Kreis: Arthropoden oder Gliederfüßler; Klasse: Hexapoden oder Insekten; Ordnung: Lepidoptera oder Schuppenflügler; Unterordnung 1. Grades: Heterocera oder Nachtschmetterlinge; Unterordnung 2. Grades: Nocturna; Familie: Bom-byciden; Gattung: Bombyx; Art oder Spezies: Bombyx mori (mit verschiedenen Rassen, Unterarten oder Varietäten).Google Scholar
  19. 1).
    Die Kokons (ϰoϰϰέoν = Knäuel) sind im Mittel 3–3,5 cm lang und 1,75 bis 2,5 cm breit und von sehr schwankendem Gewicht. Von italienischen und japanischen Kokons gehen 1400–2000 auf 1 kg. Im übrigen gehen von 240 (Bengalen) bis zu 7000 Stück (China, Indien) auf 1 kg. Die Kokons enthalten etwa 14,3 % Seide, 85 % Puppe und Wasser und 0,7 % äußeres Fadengewirr.Google Scholar
  20. 1).
    Die Bezeichnungen 9/11, 11/13 oder 9/11, 11/13 usw. besagen, daß der Faden zwischen 9 und 11, bzw. 11 und 13 den. usw. schwankt, geben also die zulässigen Grenzwerte an.Google Scholar
  21. 1).
    In Anbetracht des schwankenden Feuchtigkeitsgehaltes der Seide und ihres hohen Preises wird sämtliche in den Handel gebrachte Seide in besonderen Anstalten, den sogenannten „Konditionierungsanstalten”, auf Feuchtigkeit untersucht, „konditioniert” und danach berechnet. Als zulässig gilt ein Feuchtigkeitszuschlag von 11 % zu 100 Teilen absolut trockener Seide. Der hierüber hinausgehende Wassergehalt kommt nicht zur Bezahlung (Näheres s. Heer mann, Mechanisch- und Physikalisch-Technische Textil-Untersuchungen, Julius Springer, 1912).Google Scholar
  22. 1).
    Bei feinstem Glanzstoff (Kupferoxydammoniakseide nach dem Streckspinnverfahren hergestellt) ist von A. Herzog und Massot 9,5 bzw. 9,9 μ geringste Dicke beobachtet worden.Google Scholar
  23. 1).
    Mém. pour servir à l’histoire des insectes, I, S. 154.Google Scholar
  24. 2).
    Früher auch nach sonstigen Herstellungsorten benannt: Bobingen, Kelsterbach, Tubize, Spreitenbach, Glattbrugg, Wolston, Sarvar, Obourg, Pilnickau, Beaulieu, Pavia, Tomaschow, Jülich.Google Scholar
  25. 3).
    Näheres s. C. Haeussermann, Die Nitrozellulosen, ihre Bildungsweisen, Eigenschaften und Zusammensetzung.Google Scholar
  26. 1).
    Infolge unzweckmäßiger Nitrierung oder Nachbehandlung der Faser kann nach Heermann Schwefelsäure in der Kunstseide latent gebunden bleiben und zu späteren Zersetzungen und dem Zerfall, dem sogenannten „Säurefraß” der Nitroseide Anlaß geben.Google Scholar
  27. 1).
    Früher auch nach den Herstellungsorten benannt: Elberfeld, Oberbruch, Aachen, Niedermorschweiler, Givet, Izieux, St. Pölten, Petersdorf i. R., Flint (Wales), Celluio Silk (Great Yarmouth).Google Scholar
  28. 2).
    Früher auch nach den Herstellungsorten benannt: Sydowsaue, Pirna a. E., Emmenbrügge, Arques-la-Bataille, Ruysbroeck, Alost, Coventry; zu erwähnen sind noch die italienische Fabrik bei Mailand, die spanische bei Barcelona und die nordamerikanischen in Lansdowne und Chester.Google Scholar
  29. 1).
    Nach Süvern, 4. Auflage von „Die künstliche Seide”.Google Scholar
  30. 1).
    So betrugen nach Literaturangaben vor dem Kriege die Kosten für 1001 Alkohol in Deutschland 48 Mark, in Belgien und Österreich 25—26 Mark, für Äther in Deutschland 85 Mark, in Belgien und Österreich 52–55 Mark.Google Scholar
  31. 1).
    Nachstehende Angaben sind in Anbetracht des ständigen Wechsels in der Fabrikation usw. mit Vorbehalt aufzunehmen.Google Scholar
  32. 2).
    Nach Becker, a. a. O., S. 347.Google Scholar
  33. 3).
    S. u. a. W. Heinke und E. Rasser, Handbuch der Papier-Textil-Industrie, 1919.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Paul Heermann
    • 1
  1. 1.Textil-Abteilung am Staatlichen Materialprüfungsamt in Berlin-DahlemDeutschland

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