Die Eigenschaften der spannungsempfindlichen Organe des Tirrillreglers

  • Königl Technischen Hochschule zu München

Zusammenfassung

Nachdem wir im vorigen Abschnitt das Verhalten der selbsterregten Erregermaschine geprüft haben, können wir nunmehr den Tirrillregler genauer untersuchen. Zunächst wollen wir das Arbeiten des Zittermagneten allein (siehe Fig. 2) betrachten. Wir denken uns zu diesem Zwecke den auf die Generatorspannung ansprechenden Spannungsmesser festgehalten. Der Zittermagnet muß nun bei allen vorkommenden Werten der Erregerspannung, welche besonders bei einem Wechselstromgenerator je nach der Belastung sehr verschieden sind, befriedigend arbeiten. Daher ist es notwendig, daß der Zittermagnet statisch ist, d. h. für jede benutzte Erregerspannung eine stabile Gleichgewichtslage finde. Ein astatischer Zittermagnet wäre eben nur bei einem Wert der Erregerspannung im indifferenten Gleichgewicht, und zwar an jeder Stelle seines Hubes. Ein labiler Zittermagnet würde bei der geringsten Störung seinem Hubende zueilen und dieses erst verlassen, wenn die Erregerspannung den Endwert, welcher der Hubgrenze des Zittermagneten entspricht, überschritten hat. Da dieses Verhalten fortgesetzte große Pendelungen des Reglers zur Folge haben würde, muß der Zittermagnet ein statischer Magnet sein, so daß bei jeder Stellung des Spannungsmessers ein bestimmter Wert der Errregerspannung das Öffnen der Kontakte bewirkt.

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Referenzen

  1. 1).
    Ähnlich wie die Relaisverzögerung wirkt auch die Induktanz der Wicklung des Zittermagneten, welche das Anwachsen der Stromstärke und damit die Bewegung des Zittermagneten selbst verzögert. Da der Betrag dieser Verzögerung verhältnismäßig klein zu sein scheint und sie sich im übrigen fast wie die Relaisverzögerung äußert, brauchen wir diese Erscheinung nicht im einzelnen zu untersuchen.Google Scholar
  2. 1).
    Bei indirekten Geschwindigkeitsreglern sind sehr schnelle Pendelungen, welche auf genau denselben Ursachen, wie die Oszillationen des Zittermagneten beim Tirrillregler, nämlich einer kleinen Verzögerung in dem Arbeiten eines untergeordneten Organs, beruhen, bekannt unter dem Namen Veitstanz.Google Scholar
  3. 1).
    Natalis erblickt dagegen in seiner Schrift „Die selbsttätige Regulierung der elektrischen Generatoren” (Braunschweig 1908) die Hauptursache der Zitterbewegungen in der Trägheit der bewegten Masse (vergleiche dort Seite 77, Zeile 16). Bei der eingehenden rechnerischen Untersuchung der Zitterbewegungen nimmt Na talis die Federspannung näherungsweise als konstant an, was nach meiner Ansicht nicht erlaubt sein kann. (Vergleiche ebenda Seite 78, Zeile 12.)Google Scholar
  4. 1).
    Siehe Fig. 7.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

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