Die staatliche Regelung privater Betriebe

  • Ludwig Bernhard

Zusammenfassung

Daß es sehr schwer ist, behördliche Regelungen den mannigfachen Verhältnissen der Industrie anzupassen, bedarf keines Beweises. Man braucht z. B. nur einen Blick auf die Ordnung der Sonntagsruhe zu werfen, um zu erkennen, wie die Paragraphen sich förmlich drehen und winden, um das auszudrücken, was nötig und möglich ist:

Zugrunde liegt das Prinzip: jeder kann arbeiten, wann er will, denn das ist „Gegenstand freier Übereinkunft“ (§ 105).

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Literatur

  1. 1).
    Vom 19. Dezember 1908.Google Scholar
  2. 3).
    Wenn Rücksichten auf die Arbeiter dies geboten erscheinen lassen“. Diese Bestimmung soll den Arbeitern die Möglichkeit geben, eine Verkürzung der Pansen zu erreichen, „wenn damit eine entsprechende frdhere Entlassung von der Arbeit verbunden” wird.Google Scholar
  3. 3).
    Erlaß des preußischen Handelsministeis vorn 19. Januar 1909.Google Scholar
  4. 1).
    Diese Forderungen wurden gestellt, obwohl während der Pause das Feuer unter dem Kessel abgedeckt und der Dampfdruck auf 1 bis 2 Atmosphären verringert wird.Google Scholar
  5. 2).
    Die Praxis ergab z. B., daß die Temperatur in den Hochöfen schon nach einer Pause von % Stunden sich verdoppelt hatte, denn je tiefer die Beschickung sinkt, um so höher steigt die Gichttemperatur. Nach einer solchen Pause bedarf es etwa 3 Stunden ununterbrochener Beschickung, um wieder auf die normale Temperatur zu kommen. Durch diese Temperaturschwankungen aber wird die Konstruktion des ganzen Hochofens gefährdet, und zeitraubende und gefährliche Reparaturen werden erforderlich. Auch entstehen infolge des schnellen Ansteigens der Temperatur während der Pause undichte Stellen, an denen Gase ausströmen und die Arbeiter bei der Wiederaufnahme der Tätigkeit gefährden. Mit den Temperaturschwankungen laufen andere unerwünschte Vorgänge parallel, denn infolge des tiefen Sinkens der Beschickung stürzt der Koks bei der dann erforderlichen Nachfüllung aus anormaler Höhe herab und zerschlägt. Die aus gleicher Höhe stürzenden schweren Erze zertrümmern den Koks vollends und es entsteht so eine ungünstige Mischung, die Störungen im Betriebe und sogar Explosionsgefahren herbeiführt. Näheres hierüber siehe in der interessanten Arbeit von Matthiae: „Bemerkungen über das Steigen der Gichttemperatur der Hochöfen währand längerer Pausen“.Google Scholar
  6. 3).
    Hierbei kam es zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen den preußischen Dampfkesselüberwachungsvereinen und dem Handelsminister. Siehe S. 30.Google Scholar
  7. 1).
    Die Schwereisenindustrie im deutschen Zollgebiet, ihre Entwicklung und ihre Arbeiter, herausgegeben vom Vorstande des deutschen Metallarbeiterverbandes, Stuttgart 1912, S. 583–621.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Ludwig Bernhard
    • 1
  1. 1.StaatswissenschaftenUniversität BerlinBerlinDeutschland

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