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Erklärung des täglichen Ganges beim Potentialgefälle

  • K. Kähler
Part of the Veröffentlichungen des Königlich Preußischen Meteorologischen Instituts book series (VKPMI, volume 228)

Zusammenfassung

Der Zusammenhang, der an nahe benachbarten Stationen zweifellos zwischen dem Gefälle und der Temperatur besteht, führt dazu, die Hauptursache der Potentialgefälleschwankungen in dem Sonneneinfluß zu suchen. Chauveau hat durch die Registrierungen am Eiffelturm gezeigt, daß schon 300 m über dem Boden auch im Sommer der tägliche Gang des Gefälles nur eine einfache Periode aufweist. Das Morgenmaximum und Nachmittagsminimum werden also durch die erdnahen Luftschichten hervorgerufen, und zwar müssen sie nach dem vorigen der Sonnenwirkung auf den Boden und die unteren Luftschichten ihre Entstehung verdanken. Die Abhängigkeit des Morgenmaximums vom Sonnenstande tritt in allen bisherigen Potsdamer Kurven 1904–1909 sehr deutlich hervor2). Am spätesten (1P) setzt es, wenn überhaupt, ein im Dezember und Januar, am frühesten (6–7a) im Juni. Im Winter, bei tiefem Sonnenstande, ist meistens wenig vom Morgenmaximum und Mittagsminimum zu sehen. Unter Umständen, wenn wie auf der Nuthe durch die Umgebung der Station der Sonneneinfluß stärker zur Geltung kommt, kann aber selbst im Januar eine merkliche Mittagsdepression entstehen. Bei höherem Sonnenstande (wie im März) wird trotz gefrorenen Bodens und trotz hoher Schneedecke eine deutliche Doppelwelle offenbar allein durch Sonnenwirkung am Erdboden verursacht. Daß die Vertikalbewegung der Luft einen großen Einfluß auf die Potentialgefällwerte am Boden ausübt, erscheint nach den Registrierungen auf „Turm“ und „Wiese“ des Potsdamer Observatoriums sicher. Man wird also zur Erklärung des täglichen Ganges grade (lie Konvektionsströmung der Luft heranziehen müssen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1911

Authors and Affiliations

  • K. Kähler

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