Zusammenfassung

Es liegt nahe, in den Parallelregistrierungen auf Turm, Wiese und Nuthe außer zu der Temperatur auch zu den anderen meteorologischen Elementen nach Beziehungen zu suchen. Everett1) hat schon 1868 auf den nahen Zusammenhang hingewiesen, der zwischen dem Gang des Potentialgefälles und dem des Luftdrucks besteht. Ehert2) nimmt an, daß die Luftdruckschwankungen die Schwankungen des Gefälles verursachen: Die aus dem Erdboden dringende, stark leitende Luft bewirkt, daß bei sinkendem Luftdruck (aufsteigender Luft) die Leitfähigkeit der Luft in der Nähe des Erdbodens zu-, also das Gefälle abnimmt, bei steigendem Luftdruck das Gefälle zunimmt3). Wesentlich für die Luftelektrizität wäre demnach nicht der Gang des Luftdrucks sondern der der Luftdruckänderung. G. Lüdeling4) fand bei den Potsdamer Sommerkurven 1904 die Vermutung Eberts, daß die Gefällemaxima denen der Luftdruckänderung nachfolgen, bestätigt, auch für Kew, wo die Luftdruckextreme 1–2 Stunden später als die des Gefälles eintraten, wie Chree5) gezeigt hat, scheint dies ebenso zu sein. Im Winter, wo das Potentialgefälle eine einfache Tagesperiode aufweist, während der Luftdruck vielfach seine doppelte behält, ist jedenfalls zwischen beiden kein Zusammenhang vorhanden. Das könnte nach der Ebertsehen Vorstellung damit erklärt werden, daß der gefrorene Boden sowie die Schneedecke die Bodenluft zurückhalten. Doch kann sich das nur auf das Morgenmaximum beziehen, denn das Abendmaximum ist im Winter ja noch ausgeprägter als im Sommer. Trotzdem deutet vieles auf einen Zusammenhang von Gefälle, Luftdruck und Bodentemperatur hin. Brandes1) fand, daß andauerndes Sinken des Barometers mit einer Steigerung des Emanationsgehaltes der Bodenluft in den obersten Schichten verbunden ist und umgekehrt Steigen des Barometers mit einer Abnahme.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1911

Authors and Affiliations

  • K. Kähler

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