Die jährliche Periode der Niederschlagsmenge und ihre Schwankungen

  • G. Hellmann
Part of the Veröffentlichungen des Königlich Preußischen Meteorologischen Instituts book series (VKPMI)

Zusammenfassung

Die fünfzigjährigen Monatsmittel sollen hier nicht bloß zur Ermittlung ihrer numerischen Schwankungen dienen, sondern auch zur Untersuchung der jährlichen Periode der Niederschlagsmenge, da sie zum erstenmale die Gelegenheit geben, diese Studie auf Grund streng vergleichbarer und genügend langjähriger Werte durchzuführen. Die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge ist zwar für alle Teile Europas schon mehrfach festgestellt worden, jedoch zumeist an der Hand von Mittelwerten, die entsprechend dem ungleichen Alter der Beobachtungssysteme aus sehr verschieden Jangen Reihen gebildet sind. Wenn auch bestenfalls die Stationen eines Landes in dieser Beziehung untereinander vergleichbar waren, so hörte doch diese Vergleichbarkeit meistens auf, sobald einzelne Länder mit einander in Parallele gestellt werden sollten. Allerdings hat Angot für einen großen Teil West- und Zentral-Europas aus gleichzeitigen 30-jährigen Beobachtungen Mittelwerte abgeleitet; er benützt sie aber mehr zur Konstruktion monatlicher Regenkarten, als zur Untersuchung der jährlichen Periode, die er nur nach Jahreszeiten erörtert (Régime des pluies de l’Europe occidentale. Annales d. Bureau Centr. Météorol. d. France, année 1895, I, Mémoires). Ein Vergleich der Angotschen 30jährigen Mittel mit den hier gegebenen 50 jährigen (1851–1900) zeigt übrigens bisweilen erhebliche Abweichungen, nicht bloß in ihrem numerischen Betrage, sondern auch im Eintreten der Maxima und Minima.

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Referenzen

  1. 1).
    Nur 1854–1900.Google Scholar
  2. 2).
    Nur 1853–1900, außer 1859.Google Scholar
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  7. 1).
    Diese Stationen erscheinen nicht in den Tabellen i und 2, sondern sind, wie manche andere im Text erwähnte meinem Regenwerk Bd. I Tab. 9 entnommen. Die Mittel sind aber gleichfalls aus den 50 jährigen Beobachtungen von 1851 bis 1900 gebildet.Google Scholar
  8. 1).
    Die Verbreitungsgebiete der sekundären Niederschlags maxim a im März, Oktober und Dezember innerhalb Nord- und Mitteldeutschlands habe ich im Regenwerk Bd. I S. 86 und 87 kartographisch dargestellt.Google Scholar
  9. 1).
    Da nördlich vom 60. Breitengrade keine Station mit einer 50 jährigen Beobachtungsreihe aus den Jahren 1851 bis 1900 vorhanden ist, muß man zum Studium der jährlichen Periode des Niederschlags in Skandinavien die Mittelwerte aus kürzeren Reihen benutzen, die Hamberg (Om skogarnes inflytande på Sveriges klimat. IV. Nederbörd. Stockholm 1896. 40) aus den Aufzeichnungen in den Jahren 1860–1895 und neuerdings Mohn (Nedböriagttagelser i Norge. XII, 1906. Kristiania 1907. Fol.) aus 38 bis 40jährigen Messungen bis einschließlich 1906 veröffentlicht haben. Ich habe die schwedischen Beobachtungen von 1895–1907 noch mit in Rechnung gezogen und so 48jährige Mittel für zahlreiche Stationen erhalten.Google Scholar
  10. Darnach scheint, wie auch unsere 50jährigen Mittel von Upsala bestätigen, in Schweden bald der Juli, bald der August der nasseste Monat zu sein, während der Oktober, namentlich nahe der Küste, ein sehr schwaches sekundäres Maximum aufweist. Februar oder April sind die trockensten Monate.Google Scholar
  11. Im Innern Norwegens fällt das Maximum gleichfalls auf den Juli (z. B. Kristiania, Eidsvold, Röros, Tönset) und das Minimum auf den Februar, seltener auf den April. Die Küste aber, von Mandai an der Südspitze bis zu den Lofoten, hat ausgesprochene Herbstregen mit dem Maximum gewöhnlich im Oktober und dem Minimum im April oder Juni. Dabei zeigt sich wieder ein interessanter Übergang von den außen an der Küste gelegenen Orten zu denjenigen im Inneren der Fjorde, die entsprechend dem binnenländischen Typus, der auf dem Fjeld vorherrscht, auch noch starke Juliregen haben. Weiter im Norden wird das Oktobermaximum unbestimmter, wie z. B. Bodö zeigt (August 71, September 105, Oktober 106, November 109, Dezember 87 mm), und noch nördlicher, in Tromsö, scheint sogar das Maximum auf den Winter zu fallen (Aug. 78, Sept. 106, Okt. 98, Nov. 86, Dez. 103, Jan. 108, Febr. 110, März 95 mm). Dagegen haben die nördlichsten Stationen, Alten und Sydvaranger, die schon stark unter dem Einfluß des Binnenlandes stehen, wieder ein Julimaximum und das Minimum im April.Google Scholar
  12. Darnach ist also auch für Skandinavien die Köppensche kartographische Darstellung der Zeit des jährlichen Maximums der Regenmenge abzuändern: das Gebiet des Julimaximums ist größer als dort angegeben, ein Septembermaximum an der Küste bei Bodö und in Südnorwegen gibt es wahrscheinlich garnicht, und ob das Bereich des Dezembermaximums im Hintergrund der Fjorde Südnorwegens eine so große nordsüdliche Ausdehnung besitzt, erscheint sehr fraglich. Von den Stationen mit langen Beobachtungsreihen hat nämlich nur das bekannte Ullensvang am inneren Hardangerfjord (Höhe 30 m, 36 Beobachtungsjahre) ein entschiedenes Wintermaximum (Aug. 83, Sept. 126, Okt. 15a, Nov. 132, Dez. 170, Jan. 174, Febr. 112 mm). Die 21 jährigen Mittelwerte von dem ebenso bekannten Touristenort Baiestrand am inneren Sognefjord sprechen zwar auch für ein Dezember/Januar-Maximum, allein in dem dicht dabei gelegenen Sognedal (Höhe 8 m) ist nach 36jährigen Beobachtungen entschieden der Oktober der nasseste Monat (Juli 105, Aug. 143, Sept. 138, Okt. 154, Nov. 136, Dez. 130, Jan. 127 mm)Google Scholar
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    Supan, Verteilung der Niederschläge auf der festen Erdoberfläche. Gotha 1898. 80. S. 25, und mein Regenwerk Bd. I S. 87.Google Scholar
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    Meteorol. Zeitschr. 1891 S. 361. Auf diesen wie auf allen früheren diesbezüglichen Karten sind die barometrischen Depressionen im Mittelmeer nur teilweise berücksichtigt, weil die zu Grunde liegenden Wetterkarten (der Deutschen Seewarte) nach Süden hin nicht weit genug reichen.Google Scholar
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    Man beachte, wie sehr sich Madrid in der Mitte der iberischen Halbinsel trotz seiner südlichen Lage in dieser Beziehung als kontinental erweist: das Maximum ist in 11 und das Minimum in allen 12 Monaten vorgekommen.Google Scholar
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  18. 1).
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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1909

Authors and Affiliations

  • G. Hellmann

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