Die Wirkungen der muskelerschlaffenden Mittel

  • Rudolf Frey
Part of the Ergebnisse der Chirurgie und Orthopädie book series (ERGEB.CHIRURGIE, volume 38)

Zusammenfassung

Magnesiumsulfat erhöht die Reizschwelle gegenüber verschiedensten Reizen bei Kalt- und Warmblütern. Auch beim Menschen ist es in der Lage, Muskelerschlaffung, ja sogar Bewußtlosigkeit herbeizuführen, wenn es in genügend großen Dosen verabreicht wird. 15mg-% Magnesiumsulfat im Blut verhüten die Reaktion gegenüber einer Hautincision. 23mg-% führen zu chirurgischer Anästhesie und einer so weitgehenden Erschlaffung, daß Laparotomien möglich sind. Bei 33 mg-% kommt es zur Atemlähmung. Die Injektionsgeschwindigkeit ist von größtem Einfluß auf den Plasmaspiegel: Beim Kaninchen führen 2,5 g Magnesiumsulfat bei rascher Injektion (20 sec) zum Atemstillstand, 5 g bei langsamer Injektion (12 min) nur zu geringer Einwirkung auf die Atmung; die Ausscheidung und Verteilung hat Zeit, eine allzu starke Erhöhung des Plasmaspiegels zu verhüten. Bei zusätzlicher Narkose hat Magnesiumsulfat eine additive Wirkung. Bei der Atemlähmung ist die Reizschwelle der peripheren Muskulatur um das 2–8 fache gegenüber der Norm heraufgesetzt. Magnesiumsulfat wirkt auf die nervösen Endplatten und die Synapsen. Der Nerv selbst wird erst in zehnmal größerer Dosis in Mitleidenschaft gezogen (Engbaeck 1950). Die in erster Linie periphere Wirkung der Magnesiumsalze geht daraus hervor, daß die Stellreflexe vor dem Cornealreflex verschwinden.

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Literatur

  1. 1.
    Nach H. Schaefer ist diese scheinbar „zentrale“ Curarewirkung vielleicht durch Wegfall der Reafferenz zu erklären, in Wirklichkeit also peripher.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1953

Authors and Affiliations

  • Rudolf Frey

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