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Nihilismus, Gefangenschaft und Verrücktsein

Verrücktsein in der Gefangenschaft
  • W. Wagner
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Zusammenfassung

Die seelische Not Kriegsgefangener zu schildern und ihr dadurch innerhalb und außerhalb der Lager zu steuern, ist als Aufgabe vor allem von Dichtern und Schriftstellern begriffen worden. Dies nicht von ungefähr. Wie Ernst Jünger 1 formuliert hat, ist seit hundert Jahren der Nihilismus das große Thema der Literatur. Im Lagerdasein ist der Gefangene in besonderem Maße nihilistischen Gewalten ausgesetzt. Nicht nur, daß er, mörderischen Bedingungen unterworfen, auf der Strecke zu bleiben droht. Nein, tiefer noch: Nihilismus als Seinsmacht hat erst zum Erscheinen jener Welt beigetragen, in der Funktionär und „Betreuter“, Ideologe und Spitzel, Wachpersonal und Eingekerkerter ihre makabre Rolle spielen. Von ungefähr geht nichts über die Bühne! Indem nun am Exempel solcher Personen und Zustände im Roman, im Gedicht, im Tagebuch Sinn und Grund des Lebens, das Gefangene und Freie führen, bedacht wird, kommt zur Sprache, was ist, werden neue Pfade eingeschlagen, die über kurz oder lang einmal aus der Finsternis herausführen sollen. Schon das Betreten solcher Pfade dient der Bekämpfung der Not. Allein die Tatsache, daß da und dort einer auf Pfadsuche ist, tröstet. Trost spendet ratlos Verirrten bekanntlich jede gelungene Darstellung der Lage.

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Literatur

  1. 1.
    Jünger, E.: Ober die Linie. Frankfurt: Klostermann.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1957

Authors and Affiliations

  • W. Wagner

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