24. Vorlesung: Determination des Organmusters der Imago

  • Alfred Kühn

Zusammenfassung

Das Organmuster der Imago wird bei den Hemimetabolen allmählich, bei den Holometabolen in scharf gesonderten Schritten ausgebildet. Ein Gewebekomplex kann entweder nur einmal in der Entwicklung ein einziges Organmuster liefern, wie die Imaginalscheiben, oder es können von demselben Gewebe nacheinander verschiedene Organmuster hergestellt werden. Das leistet z. B. die Epidermis der Schmetterlinge. Implantatbläschen zeigen das sehr eindrucksvoll. Je nach dem Hormongehalt der Wirtshämolymphe werden die Cuticularstrukturen der Raupenhäutung, der Puppenhäutung oder die Beschuppung der Falterhaut gebildet: Die Dimensionen des Organmusters sind nicht determiniert. Das zeigen die überstürzte Metamorphose implantierter Eiraupenhaut (Abb. 444b) und das übermäßige Wachstum der Bläschen bei überzähligen Häutungen (Abb. 444a) und ebenso die proportionsgemäß verkleinerten oder vergrößerten Puppen und Falter nach Herausnahme der Corpora allata oder nach zusätzlicher Implantation dieser Inkretdrüsen. Die Anzahl und die qualitative Natur der Metamorphoseschritte wird in den Epithelbereichen nicht determiniert; ihre drei Reaktionsmöglichkeiten liegen immer bereit. Fest determiniert ist aber der regionale Charakter der Hautstücke. In der Segmentfolge des Rumpfes unterscheiden sich in der Puppe und in der Imago die Segmentverbindungen von dem übrigen Teil der Haut. Die Segmentränder der weichen Haut der Raupen sind bei den Pyraliden kaum ausgeprägt; nichteingefaltete Streifen, die den Muskeln als Ansatz dienen, sind ihr einziges Merkmal. Die Cuticularstruktur ist hier nur wenig verändert.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1965

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  • Alfred Kühn

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