Werkstattbau pp 269-273 | Cite as

Schlußbemerkungen

  • Carl Theodor Buff

Zusammenfassung

Die Formen, welche höchste Zweckmäßigkeit und geringsten Stoffaufwand in sich vereinigen, werden als schön empfunden. Der Formensinn ist nicht aus sich selbst entstanden, sondern in Anlehnung an die Tätigkeit des urteilenden und Erfahrungen verarbeitenden Verstandes. Dies bildet unter anderem die Erklärung dafür, daß so verschiedene Rassen ein und derselben Tiergattung wie ein schlankes Rennpferd und ein schwerer Arbeitsgaul gleichzeitig schön wirken können; es bringt eben ihr Bau zwei verschiedene Eigenschaften, aber jede in hoher Vollendung zum Ausdruck, nämlich der des einen die Schnelligkeit, der des anderen die Kraft. Der Formensinn der Menschen, Völker und Zeitalter ist nicht feststehend, sondern verändert sich mit dem Grade des geistigen Eindringens in Wesen und Aufbau der betrachteten Gegenstände; sogar der Geschmack des Einzelnen ist der Entwicklung unterworfen. Auf die Dauer hält vor dem Schönheitsempfinden nur Lebensfähiges und Echtes stand.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Carl Theodor Buff

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