Keramische Baustoffe

  • W. Espe
  • M. Knoll

Zusammenfassung

Ihre Herstellung erfolgt aus dem gepulverten Ausgangsmaterial (meist Metalloxyde) durch Mischen mit einem Bindemittel, Vortrocknen in Luft und Fritten bzw. Sintern an Luft bei hohen Temperaturen. Die maximal zulässige Brenntemperatur richtet sich nach der Erweichungstemperatur des Werkstoffes. Das lufttrockene Material ist sehr zerbrechlich; Härte und Festigkeit nehmen mit Brenntemperatur und Brenndauer zu. Bei mäßigen Temperaturen (etwa 900° C) „vorgebrannte“ Stücke zeigen etwa die mechanischen Eigenschaften von Kreide; sie lassen sich also (bei vorsichtiger Behandlung) drehen, bohren und feilen. Bei hohen Temperaturen (1400–2000 °C) „hochgebrannte“ Stücke sind dicht und nur noch durch Schleifen mit Karborund bearbeitbar.

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Referenzen

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    Im allgemeinen ist jedoch eine direkte und dauernde Berührung von Quarzbauteilen mit dem heißen Hg-Lichtbogen nach Möglichkeit zu vermeiden, da hierbei das Material nach längerer Betriebsdauer entglast und brüchig wird.Google Scholar
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    In Hochvakuumverstärkerröhren bewirken Streuelektronen, wenn sie auf isolierende Bauteile wie keramische Brücken, Glimmerscheiben oder Glasflächen in der Nähe des Steuerraumes auftreffen, empfindliche Störeffekte (Mehrdeutigkeit und mangelhafte Reproduzierbarkeit der Kennlinien, Verkleinerungen des inneren Widerstandes, Kapazitätsveränderungen usw.; vgl. Molthan 1). Wenn es wegen der Gedrängtheit des Aufbaus nicht möglich ist, die isolierenden Bauteile genügend weit vom Entladungsraum anzuordnen, so empfiehlt es sich, sie gegen diesen durch Metallgeflecht oder -blech abzuschirmen, das auf Kathodenpotential gebracht wird (vgl. Jobst 1).Google Scholar
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    Das Aufbringen der Glasur hat nicht nur den Zweck, das Formstück vor Verschmutzung zu schützen, sondern erhöht auch die mechanische Festigkeit und manchmal die Gasdichtigkeit erheblich. An thermisch stark beanspruchten Innenflächen bzw. Bauteilen von Vakuumröhren ist die Glasur wegen der besseren Entgasbarkeit des Porzellans und der Gefahr einer Zersetzung fortzulassen oder mit Sandstrahlgebläse zu entfernen, desgleichen zur Erhöhung der Haftfestigkeit an Kittstellen und solchen Flächen, die nach dem Schoop-Verfahren metallisiert werden sollen. Metallisieren durch Platineinbrennverfahren erfordert dagegen gute Glasur (vgl. S. 352).Google Scholar
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    Eine direkte Berührung des Porzellans mit dem heißen Lichtbogen bzw. mit dem Brennfleck ist dabei zu vermeiden, ebenso sind nach Möglichkeit Berührungsstellen zwischen Porzellan und Anoden durch entsprechende Konstruktion feldfrei zu halten (vgl. Abb. 111).Google Scholar
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    Zuweilen sind diese direkt in das Glas des Röhrenfußes eingequetscht (vgl. Abb. 339 a, S. 313).Google Scholar
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    Besonders für Versuchsausführungen in kleineren Stückzahlen, bei denen sich die Herstellung der teuren Preßwerkzeuge nicht lohnt.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1936

Authors and Affiliations

  • W. Espe
    • 1
  • M. Knoll
    • 2
  1. 1.Berlin-SiemensstadtDeutschland
  2. 2.Techn. Hochschule BerlinDeutschland

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