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Ueber Einrichtungen zum Gebrauch absoluter Maasse in der Elektrodynamik mit praktischer Anwendung

  • W. Weber
  • F. Zöllner

Zusammenfassung

Alle mechanischen Vorgänge in der Natur, welche mit Hülfe physikalischer Instrumente der messenden Beobachtung unterworfen werden können, erfordern die Feststellung dreier Grundmaasse für drei unabhängige Grössen, nämlich für: die Zeit, den Baum und die Masse. Zur Vereinfachung physikalischer Forschungen ist es nun sehr wesentlich, für die verschiedenen, einer Messung zu Grunde liegenden, Grössenarten nicht mehr eigene, von einander unabhängige, Grundmaasse einzuführen als unumgänglich nöthig sind, so dass alle anderen Maasse aus diesen wenigen notwendigen Grundmaassen abgeleitet werden. Aus diesem Grunde werden in der Mechanik blos für Zeiträume, Linien und Massen Grundmaasse aufgestellt; die Maasse aller anderen in der Mechanik betrachteten Grössenarten werden aus diesen drei Grundmaassen abgeleitet und heissen dann absolute Maasse. Zum Beispiel werden keine Grundmaasse für die Geschwindigkeit und Dichtigkeit aufgestellt, sondern es werden absolute Maasse dafür gebraucht, welche auf jene drei Grundmaasse zurückgeführt werden können. Ebenso werden die Maasse für die bewegenden und für die absoluten Kräfte, für die Drehungsmomente, Trägheitsmomente, Nutzeffekte u. s. w. nach bekannten Gesetzen auf jene Grundmaasse zurückgeführt.

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Literatur

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    Vergl. die auf Taf. IV, Fig. 1 angedeutete Skizze des Grundrisses zur Erläuterung der Aufstellung der Apparate. Die auf Taf. III befindlichen Figuren 1–5 sind verjüngte Kopien der uns von Herrn Eepsold eingesandten Originalzeichnungen, welche zur Anfertigung der Apparate von ihm hergestellt und benutzt worden sind. Die in Fig. 1 und 4 Taf. III punktirten Linien bezeichnen die provisorisch zur Aufwickelung des Drahts mit dem Gestell verbundenen Theile.Google Scholar
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    Eine andere Art von Hülfsheohachtungen könnte noch für die Geschwindigkeit G nöthig erscheinen, wenn gegen die durch den Multiplikator vermittelte Wirkung des Induktionsstosses auf die Nadel die unmittelbare vom Induktor seihst ausgeübte Wirkung nicht verschwände. Unter den Verhältnissen der nachher anzuführenden Versuche betrug die unmittelbare Wirkung nur 1/1680 der mittelbaren, und hätte durch eine massige Vergrösserung des Abstands des Induktors vom Multiplikator leicht noch sehr verkleinert werden können; abgesehen hiervon würde es aber auch stets freistehen, ihren Einfluss ganz zu eliminiren, nämlich durch einen leicht zu bewerkstelligenden Wechsel der Verbindung der Drahtenden des Induktors mit denen des Multiplikators, wodurch eine verstärkende Wirkung in eine schwächende oder umgekehrt verwandelt wird.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1894

Authors and Affiliations

  • W. Weber
  • F. Zöllner

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