Über Messungen der Wärmeausdehnung

  • Hans Gerdien
  • Werner Jubitz
Part of the Wissenschaftliche Veröffentlichungen aus dem Siemens-Konzern book series (WVSK, volume 4)

Zusammenfassung

Die genaue Kenntnis der Wärmeausdehnung der technischen Baustoffe und ihrer Veränderung mit der Temperatur hat in letzter Zeit größere Bedeutung gewonnen. Einmal erlangen Temperaturbeständigkeitsverbindungen von zwei verschiedenen Werkstoffen in der neuzeitlichen Hochvakuumtechnik große Wichtigkeit, dann aber stellen auch die neuzeitlichen Bearbeitungsmethoden, besonders der Metalle und Legierungen, die Aufgabe, die durch sie bewirkten Eigenschaftsänderungen möglichst vollständig verfolgen zu können. Besonders die letztere Aufgabe machte in unserem Laboratorium die Durchbildung von Methoden notwendig, welche die Messung der Wärmeausdehnung über ein erhebliches Temperaturbereich mit relativ hoher Genauigkeit in bequemer Weise gestatten. Da eine große Reihe von Schlüssen auf die thermische und mechanische Vorbehandlung eines metallischen Werkstoffes sich bereits ziehen läßt, wenn man die Koeffizienten der Wärmeausdehnung nur in den Temperaturintervallen zwischen Zimmertemperatur und 100° genügend genau kennt, und da eine große Anzahl von Legierungen durch eine wesentlich höhere Erhitzung bereits merkliche Gefügeänderungen erleidet, so haben wir unsere Bemühungen zunächst darauf gerichtet, die Meßmethode für das Temperaturintervall Zimmertemperatur-Siedetemperatur des Wassers zu entwickeln. Da es erwünscht ist, sämtliche physikalischen Messungen an einem und demselben Prüfstabe einer Legierung auszuführen, haben wir auch den nun zu beschreibenden Apparat zur Messung der Wärmeausdehnung so eingerichtet, daß nicht nur der gewöhnlich für die Dehnungsund Zerreißfestigkeitsprobe verwendete 10-mm-Normalstab von 225 mm Länge, sondern auch der neuerdings vorgeschlagene verkürzte Normalrundstab von 20 mm Dicke und 300 mm Länge ohne weiteres mit dem Apparat durchgemessen werden kann. Andere stabförmige Proben können herab bis zu einer Länge von 60 mm untersucht werden. Ebenso können drahtförmige Proben von 0,5, 1,0, 1,5, 2,0 mm Dicke und 120 bis 130 mm Länge mit Hilfe einer besonderen Vorrichtung in analoger Weise wie stabförmige Proben gemessen werden.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1925

Authors and Affiliations

  • Hans Gerdien
  • Werner Jubitz

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