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Die Umwandlung der Sonnenenergie, des Wassers und des Kohlenstoffes in der Landwirtschaft

  • E. H. Reinau
  • F. Kertscher
Part of the Wissenschaftliche Veröffentlichungen aus dem Siemens-Konzern book series (WVSK, volume 4)

Zusammenfassung

Pflanzen und Tiere sind die Erzeugnisse der Landwirtschaft. Phylogenetisch und schöpfungsgeschichtlich ist die Pflanzenerzeugung das Ursprünglichere dieses Gewerbes. Die Ökonomie des Ganzen ergibt indessen ein ganz folgerichtiges Zusammenspiel von Pflanzenbau und Heranzucht von Tieren. Diese erleichtern durch ihre größeren Kräfte viele Maßnahmen, die der Pflanzenbau erfordert, er aber erzeugt sehr oft nebensächliche Bestandteile, mit denen gefüttert die Tiere gerade jene notwendigen Kräfte leisten. Und schließlich hinterlassen die Tiere wiederum in den Fäkalien und Lagermaterialien Abfallstoffe von unverkennbar für den Pflanzenbau praktischem Wert. In sogenannten vieh- oder dunglosen Wirtschaften hat man versucht, aus diesem Rade der Dinge ein Stück zu lösen. Nach 2 bis 3 kurzen Generationen hat sich erwiesen, daß man so keine 4 Jahrtausende Landwirtschaft1) treiben könnte. Wir sind geneigt, dies besonders einer falschen Anschauung zuzuschreiben, welche man bis vor kurzem darüber hatte, woher der Kohlenstoff der Pflanzen stammt. Er kommt bei unseren ertragreichen Feldfrüchten zum großen Teil aus der Erde und nur zu 10 bis 20% aus der Luft2). Solange man Vieh hielt, brachte man viel mehr Kohlenstoff wieder in den Acker zurück und erhielt ihn gesund. Wir lassen allerdings nicht wie Thaer und dessen Zeitgenossen den Kohlenstoff durch die Wurzeln in die Pflanzen übergehen, sondern wir veranlassen die Pflanzen, ihre grünen Blätter recht dicht über das Land zu breiten und tags und nachts den Kohlenstoff, der als gasförmige Kohlensäure jede Kulturerde immerwährend verläßt und in die Luft diffundiert, festzuhalten. Tags soll das Blattgrün mit Hilfe des sichtbaren Lichtes die Kohlensäure sofort in Zucker und Stärke verwandeln. Nachts aber mögen die Blätter verhindern, daß der Strom des Nährgases verweht, indem sie teilweise in ihrer Substanz die Kohlensäure auflösen, teils Winde völlig vernichten, so daß ein Polster des Nährgases innerhalb des Blätterraumes die diffundierende Abgabe aus dem Boden vermindert.

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Hinweise

  1. 1).
    Werner Siemens: Elektrotechn. Zeitschr. 1886, S. 481. — William Siemens: Siemens Scientific Works II (1889), S. 220 ff., 252 ff. — M. Gerlach und Gg. Er1wein: Mittlg, d. Kaiser Wilhelm-Institut f. Landwirtschaft. Bd. II. H. 4.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1925

Authors and Affiliations

  • E. H. Reinau
  • F. Kertscher

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