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Zur Frage der umgekehrten Blockseigerung

  • Georg Masing
  • Carl Haase
Part of the Wissenschaftliche Veröffentlichungen aus dem Siemens-Konzern book series (WVSK, volume 4)

Zusammenfassung

Bei der Erstarrung aus einer homogenen Schmelze zeigen die entstehenden Legierungen im festen Zustande oft räumliche Unterschiede der Zusammensetzung. Diese Erscheinung wird allgemein als „Seigerung“ bezeichnet und beruht darauf, daß die aus der Schmelze sich ausscheidenden Krystalle jeweils eine andere Zusammensetzung als die Schmelze haben. Die Blockseigerung, d. h. Unterschiede der Zusammensetzung in den verschiedenen makroskopischen Teilen des erstarrten Blockes, ist dann entweder darauf zurückzuführen, daß die zuerst sich ausscheidenden Kristalle entsprechend dem Unterschied ihres spezifischen Gewichtes gegenüber der Schmelze sich oben oder unten ansammeln oder darauf, daß die Kristallisation von gewissen bevorzugten Stellen der Schmelze, z. B. von den zuerst abgekühlten Oberflächenteilen aus fortschreitet, und daß die Restschmelze nach den zuletzt erstarrenden Teilen hin abfließt und auf diese Weise Unterschiede der Zusammensetzung bewirkt. Ist die Legierung im Gleichgewichtszustande heterogen, d. h. besteht sie aus mehreren Kristallarten, so spielt der Unterschied im spez. Gewicht die entscheidende Rolle, während Seigerungserscheinungen der zweiten Art für diesen Fall nicht bekannt geworden sind. Dementsprechend ist eine langsame Abkühlung für die Seigerung einer heterogenen Legierung günstig, weil hierbei die sich zuerst ausscheidenden Kristalle Zeit haben, sich oben oder unten anzusammeln. Anders liegen die Verhältnisse bei den Legierungen, die im Gleichgewichtszustande aus homogenen Mischkristallen bestehen. Da der Dichteunterschied zwischen Schmelze und Kristalle in diesem Falle immer ziemlich gering ist, so spielt die erste Ursache der Blockseigerung nur eine untergeordnete Rolle.

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Hinweise

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1925

Authors and Affiliations

  • Georg Masing
  • Carl Haase

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